IndexWatch: Verlierer 2008

· 13. Januar 2009 · 18 Kommentare
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Nachdem ich gestern etwas zu den Aufsteigern im Googleindex des letzten Jahres geschrieben habe, geht es heute um die Absteiger. Domains, die deswegen stark verloren haben, weil ihr Inhalt auf eine neue Domain umgezogen ist (hier ein gelungenes Beispiel) habe ich aus der Liste entfernt; auch werden nur Domains aufgelistet, die Anfang des Jahres eine gewisse Größe im Index hatten.

Google Penaltys
Bei allen Domains auf den ersten Plätzen kann man davon ausgehen, dass eine Google-Penalty zugeschlagen hat – ob manuell oder automatisch sei mal dahingestellt und ändert am Ergebnis auch wenig. Gerade Platz 1, onlygame.de, ist ein anschauliches Beispiel dafür: In der Woche vom 28.08 auf den 04.08. ging es rapide abwärts und wenn man sich die Keyword-Verteilung ansieht, so wird deutlich dass es für alle Platzierungen durch die Bank 40 Plätze weiter nach hinten ging. Über die genauen Gründe kann man nur rätseln, wenn ich allerdings die Backlinks der Domain überfliege, so findet sich dort wirklich alle (dreckigen) Methoden, die häufig als „schneller und günstiger Backlinkaufbau“ verkauft werden.

Webkataloge
Die Häufung der Webkataloge in dieser Liste dürfte deutlich machen, welchen Stellenwert manche dieser Art bei Google genießen. Ein Sonderfall ist in meinen Augen pixel-partisan.de – hier glaube ich nicht daran, dass jemand nachgeholfen hat, sondern dass (vermutlich durch ungeschickte Programmierung) ein automatischer Filter regelmäßig zuschlägt und der Domain die Suchmaschinennutzer entzieht. Um den Vergleich, um welche Trafficmengen es sich handelt, deutlich zu machen, habe ich in dem Diagramm noch die Werte von heise.de und pcwelt.de hinzugefügt.

Missglückte Relauches
Dass auch der Relauch einer Seite ein erhebliches Risiko für das Google-Ranking darstellen kann, zeigt sich ebenfalls an einigen Domains aus der Liste. Recht weit oben dabei ist stellenmarkt.de. Dort hat man offenbar Anfang Oktober einen Relaunch hingelegt und sich sein Google-Ranking für eine Vielzahl schöner Keywords ordentlich in den Keller gezogen. Als SEO bereitet mir so eine Aktion schon fast körperliche Schmerzen – besonders bei Stärke und Anzahl schöner Backlinks auf die Domain könnte ich mir vorstellen, mit relativ wenig Zeit und Aufwand durch Behebung der OnPage-Fehler deutlich mehr Besucher zu kriegen. Zu dem Relaunch von Tui.com habe ich hier schon etwas geschrieben, viel gebessert hat es sich in den letzten Monaten nicht. Recht frisch ist der Relaunch von Audi.de – dank JavaScript und Flash kommen Suchmaschinen-Crawler nicht mehr allzu weit und wenden sich lieber befriedigenden Domains zu.

Stillstand ist Rückschritt
Wer nicht regelmäßig an seiner Seite arbeitet, muss davon ausgehen, von der Konkurrenz überholt zu werden. Schön sehen kann man das am Beispiel von parsimony.net: einst einer der Forenhoster im Internet, geht es seit einiger Zeit mit dem Dienst berab. Das zeigt sich auch im Ranking bei Google – weniger Nutzer = weniger Content = weniger Links = schlechteres Ranking. Kein steiler Abfall aufgrund irgendwelcher Fehler, sondern kontinuierliche Anpassung der Rankings an die Realität. Ebenfalls in diese Kategorie fällt für mich der Onlineauftritt von Vanityfair. Dort scheint man den Anschluss an aktuelle Entwicklungen auch etwas verpasst zu haben.

Ähnliche Beiträge

IndexWatch: Die SEO-Verlierer 2018
Gestern haben wir die SEO-Gewinner des vergangenen Jahres vorgestellt. Doch welche Webseiten haben 2018 am meisten Sichtbarkeit...
Timo Schwarze
9. Januar 2019
IndexWatch: Die SEO-Gewinner 2018
Die Zeit der Tricks und Abkürzungen hat 2018 definitiv ein Ende gefunden. Dauerhaft erfolgreiche SEO-Arbeit basiert mittlerweile...
Juan Gonzalez
8. Januar 2019
IndexWatch Februar 2018 – Mobile Gewinner & Verlierer und ein Beispiel, warum kurzfristige Strategien immer kurzlebiger sind
Im monatlichen IndexWatch-Artikel stellen wir euch interessante Domains vor, die im Vormonat entweder stark an mobiler Sichtbarkeit...
Patrick Ugol
22. März 2018

Kommentare

mj   
13. Januar 2009, 12:59

Wow, das Beispiel von parsimony.net ist wirklich wie aus dem Lehrbuch, kontinuierlich abwärts durch mangelnde Zuwendung.
Auch sonst wirklich guter Artikel… wie immer.

Daniel   
13. Januar 2009, 13:28

parsimony.net mangelt es nicht an Zuwendung; parsimony.net wurde eingestellt. Nicht von heut auf morgen, sondern gestreckt. Forenbesitzer hatten 2 Jahre Zeit, Ihre Foren zu migrieren. Deshalb der stete Abfall.

Jerome   
13. Januar 2009, 14:01

Mich verwundert nur dass yigg nicht mit dabei ist. Oder waren die Anfang des Jahres noch nich so stark im Index vertreten?

Johannes   
13. Januar 2009, 14:07

Jerome, das ist genau der Grund: yigg war Anfang 2008 noch nicht so stark, ist dann erst im Laufe des Jahres gewachsen und hat sich zusätzlich in den letzten Wochen 2008 wieder etwas begrabbelt. In der Liste wären sie damit irgendwo um Platz 75 zu finden.

Max   
13. Januar 2009, 15:17

Hallo Johannes,

danke für die gute Aufbereitung. Die Beispiele sind schön gewählt und ich verstehe nicht wie man in Audis Position so etwas tun kann. Aber Konzerne haben ja schon immer etwas anders getickt…

Gruß, Max

BennyDuck   
14. Januar 2009, 06:47

Die Position 2 hat’s heftig erwischt, wenn man bedenkt wo sie vor einem Jahr stand. Wenn man sich die Struktur der Links anschaut, sollten doch einige jetzt wach werden. 60-80 Prozent der Deeplinks sind aus so genannten AV`S. Wie lange wird es wohl dauern um so eine Struktur wieder sauber zu kriegen.

ts   
14. Januar 2009, 16:01

Wenn ich Pos.12 mit Alexa vergleiche stimmt das nicht so genau, wobei das schon kräftig wackelt. Sonst wie oft ein guter Beitrag, obwohl ich nicht die Auswahlkriterien der Domänen verstehe. Da sind einige Tiefflieger mit dabei.

Ed   
14. Januar 2009, 22:31

Zitat: „so findet sich dort wirklich alle (dreckigen) Methoden“ – würde gerne wissen welche Methoden zu den „dreckigen“ gehören…!?!

Pete   
15. Januar 2009, 19:25

Deine statistischen Auswertungen in allen Ehren…

Was mich manchmal stört, ist wie und in welchem Kontext hier manche Domains öffentlich „zur Schau gestellt“ werden. Das fand ich auch damals schon derbe, als Du diesen Kommentarspammer öffentlich gemacht hast.

Lass es mich so formulieren: Wenn eine meiner Domain hier auftauchen sollte, hätte ich etwas dagegen einzuwenden 😉

Geht es jedoch um Deine eigenen Sachen (wie kürzlich bei Abakus), muss aber scheinbar schnell wieder gelöscht werden.

Schon etwas fragwürdig, imo. Ich wüsste jetzt auf Anhabie auch nicht, wie man das ohne Nennung der Domains lösen kann, das mit den „dreckigen Methoden“ geht aber definitv zu weit.

Und auch Deine Besserwisserei was den whitehat-Linkaufbau angeht, ist stellenweile etwas nervig. Ich könnte hier auch einige Beispiele von Dir nennen, die diesen Anspruch nicht immer 100% gerecht werden.

Danke

Bernd   
16. Januar 2009, 07:03

Um das Thema von Pete aufzunehmen, finde ich es gar nicht so schlimm, wenn hier die (Subjektiv gesehen) Verlierer des Jahres gezeigt werden. Mir ist letztes Jahr auch ein Webkatalog abgewertet worden, mit dem ich zuletzt in etwa 400 bis 500 Euro im Monat verdient habe. Der Fakt ist doch, dass es zu 99% keiner der hier aufgeführten Webseiten schaffen wird, wieder nach vorne zu kommen. Somit ist es doch (relativ) egal ob diese Projekte als Fallbeispiele für andere Webmaster aufgeführt werden. Lernen wir den nicht schneller aus Fehlern. Außerdem wird die Entwicklung der Suchmaschinen so schnell weitergehen, dass es immer mehr darauf ankommen wird einen wirklichen mehrwert für den Nutzer zu schaffen um somit nicht nur über die Suchmaschine Besucher zu bekommen. Siehe Strin-emil :).

Dieter   
16. Januar 2009, 10:28

Für die Verlierer 2009 kannst Du schon mal [seoxxxx] (Firmenname entfernt, Joh.) mit aufnehmen.
Die sind heute Nacht mal gepflegt aus dem Index geflogen mit Ihren wunderschönen Russenlinks.

Dieter   
16. Januar 2009, 10:32

Sorry, ich muß mich verbessern, es ist leider nur ein -50 Panalty.
Irgendwie schade.

Alex   
16. Januar 2009, 22:15

@Dieter…

da kann man wirklich mal einen -50 penalty sehen…

suche ich nach [seoxxxx].de (Firmenname entfernt, Joh.) – stehen die auf Platz 1 mit Sitelinks
suche ich nach [seoxxxx] – stehen die auf Platz 50

und das bei Inlinks (147,171) – YahooSiteExplorer

jackwiesel   
17. Januar 2009, 09:54

ko-ca.com ebenfalls -50.

IC   
19. Januar 2009, 15:45

Dass start.de so stark zurückgefallen ist wundert mich doch sehr.
Opodo und expedia liegen bei PR 6.

alfons   
30. Januar 2009, 13:34

…. kritisiert hier bitte keine Käufer von Russenlinks, ansonsten könntet Ihr in den Fokus von linkzar.ru geraten.
Und dann geht es Euch an den Kragen 😉
Nicht schlecht, ich hatte heute früh beim Google nach „Russenlink kaufen“ gesucht und den auf Platz 4 gefunden.

Andreas   
31. Januar 2009, 13:10

@alfons

such mal nach Russenlink kaufen mit einem deutschem Broweser und aus der deutschen BS, bekommst dann andere Ergebnisse.

boedger   
25. Juni 2009, 10:29

Wieder einmal ein interessanter und ausführlicher Bericht – danke…

Die Kommentarfunktion wird 30 Tage nach der Veröffentlichung des Beitrags deaktiviert.