Interview mit Martin Sinner, Idealo

Johannes Beus
Johannes Beus
2. Juni 2008
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Ich hatte die Gelegenheit, Martin Sinner vom Preisvergleich Idealo im Vorfeld der kommenden Search Engine Strategies in Hamburg ein paar Fragen rund um SEO und den Preisvergleichsmarkt zu stellen.

SISTRIX: Hallo Martin, stell dich doch bitte, für alle die dich noch nicht kennen, kurz mit deinem Werdegang vor.

Martin: Denke die wesentlichen Eckpunkte sind: Gründung Idealo Anfang 2000, online ist www.idealo.de seit Ende 2000, profitabel ist die Firma seit 2003, im Juli 2004 wurde mit www.idealo.at unsere erste Auslandssite gestartet, 2005 unser Flugpreisvergleich flug.idealo.de, im September 2006 wurde die Axel Springer AG Mehrheitseigner bei Idealo mit deren Hilfe im November 2006 unsere erste Print-Werbekampagne in diversen Axel Springer-Medien gestartet werden konnte (Bruttovolumen 4 Mio. EUR). Mittlerweile hat Idealo mehr als 100 Mitarbeiter, die alle in Berlin sitzen und Preisvergleiche in 5 Ländern administrieren und weiterentwickeln. Zirka 4,5 Mio. Nutzer/Monat nutzen die Angebote von Idealo, davon kommen mehr als 3 Mio. aus Deutschland.

Idealo ist einer der wenigen Preisvergleiche, der kontinuierlich erfolgreich in Suchmaschinen vertreten ist. Hast du ein paar Empfehlungen für Inhouse-SEO-Arbeit?

Zuerst versuchen wir immer ein gutes Produkt mit originären Inhalten zu bauen. Das ist meiner Ansicht nach die elementare Voraussetzung für gutes Listing. Google tut eine Menge um die Urheber von Inhalten zu identifizieren und besser zu stellen als die Kopierer. Das ist natürlich gut für uns, die wir die Produktinfos selbst recherchieren. Darüberhinaus achten wir natürlich darauf, dass Suchmaschinen unsere Inhalte gut erreichen können, sowie auf klare Navigationsstrukturen und darauf, dass wir die Inhalte nicht selbst noch mal (versehentlich) duplizieren.

Während Google mit eigenen Services in vielen Bereichen sehr erfolgreich ist, scheint Froogle, also der Produktindex und Preisvergleich, gescheitert. Wo siehst du da die Gründe?

Ich sehe Froogle noch nicht als gescheitert. In US wurde Google Products (wie Froogle mittlerweile heisst) bereits um einen Katalog erweitert. Letzendlich sehe ich Google da in einem Konflikt, die großen Preisvergleiche sind sicher auch gute Kunden, und die will man sich nicht komplett vergrätzen.

Du bist ja auf der kommenden SES in Hamburg als Keynote-Speaker. Wie beurteilst du die Entwicklung und Professionalisierung der deutschen SEO-Szene in den letzten Jahren, in welche Richtung wird die Reise gehen?

Die Professionalisierung ist wirklich enorm vorangeschritten und überrascht mich in vielen Bereichen. Die Branche wird sich sicherlich noch weiter diversifizieren, gleichzeitig wird der Zugang zum Kunden immer schwieriger werden, da die großen Agenturnetzwerke sich mit SEO-Agenturen verstärken, die dann Zugriff auf die Kunden der Netzwerke bekommen. Die Stars wird das kaum stören, aber wer sich nicht diffenzieren kann, wird es schwer haben. Die spannenden Entwicklungen im Bereich SEO/SEM sind natürlich auch ein Grund warum ich mich auf die SES wirklich freue. Längst ist die Informationsflut so umfangreich geworden, dass so eine Veranstaltung hilft

Und abschließend, welche Trends siehst du im SEO-Bereich auf uns zukommen, welche anderen Entwicklungen beobachtest du derzeit interessiert?

Spannend find ich was sich im Bereich von Konsolidierungen tun wird. Einzelkämpfer werden sich zusammentun, ihr Portfolio erweitern und dadurch leistungsfähiger werden. Es wird auch nicht mehr jeder sein eigenes Analysetool (weiter-)entwickeln können, denn auch hier werden die
Anforderungen immer komplexer. Was Trends im SEO selbst angeht, seh ich eigentlich nichts, was über die derzeit diskutierten Themen Bestrafung des Linkkaufs und -verkaufs sowie Einfluss der Quality-Rater groß hinaus geht.

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Kommentare
Martin Sinner   
4. April 2010, 04:08

Knapp zwei Jahre später und meine Einschätzung zu den Trends war nicht gerade visionär. Die Themen Universal Search, Iphone, Twitter (bzw Kurznachrichten/Notifications) und Echtzeitsuche haben sich damals zwar schon angedeutet, gesehen hab ich sie nicht wirklich. Es zeigt sich wieder, dass es beim Trends vorausahnen nicht um den Wald, sondern um die Bäume mit dem größten Potential geht.

Beste Grüße,
Martin

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