Google Penalties – Teil II

· 22. Mai 2008 · 12 Kommentare
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Nachdem es im ersten Teil um die unterschiedlichen Penaltyarten ging, will ich nun ein paar Tests vorstellen, um zu erkennen, ob und wenn ja, in welcher Google-Strafe man gerade steckt. Die PageRank-Abwertung lasse ich heraus – zum einen hat sie derzeit keinen Einfluss auf das Ranking, zum anderen bedarf es zur Erkennung keiner Überlegungen sowie Tests. Im Gegensatz zum ersten Teil der Serie gehen die Tests im folgenden vom schwersten zu den leichteren Google-Strafen – so kann man durch das Ausschlussverfahren nach und nach einer möglichen Google-Penalty auf die Spur kommen.

Delisting erkennen
Der erste Test ist eine simple Site-Abfrage: „site:domain.tld“. Wenn die Domain nicht mehr indexiert ist, Google also keine Seite(n) für die Domain finden kann, muss dies nicht unbedingt ein Delisting bedeuten. Gerade bei neuen Domains dauert es üblicherweise einige Zeit, bis die Seiten dauerhaft in den Googleindex aufgenommen werden. Auch kann es passieren, dass, wenn die Inhalte unter verschiedenen Domains online sind, Google sich schlicht für die „falsche“ Domain entscheidet – hier sollte also zusätzlich geprüft werden, ob weitere Domains aufgeschaltet sind und schnellstmöglich eine Standarddomain definiert werden. Wenn dieses alles aber nicht zutrifft, die Seite häufig genug verlinkt ist und die Domain trotzdem nicht mehr im Index zu finden ist, so ist es wohl an der Zeit, den Spam zu entfernen und einen Reinclusion-Antrag in den Webmaster-Tools zu stellen.

Seiten-Zurückstufung erkennen
Als zweiter Test für die Feststellung seitenweiter Zurückstufungen dient die Suche nach dem Domain- beziehungsweise Seitennamen. Üblicherweise sollte hierbei die Domain an erster Stelle stehen, in letzter Zeit zunehmend auch noch mit Sitelinks ausgestattet. Ist das nicht der Fall, ist es an der Zeit, seine Stirn in Falten zu legen und sich auf die Ursachenforschung zu begeben, da sehr wahrscheinlich eine Google-Penalty vorliegt. Absichern kann man sich zusätzlich noch über die Suche nach Keyword-Kombinationen, die so selten und wenig umkämpft sind, dass die Domain „eigentlich“ vorne stehen müsste. Ein recht sicherer Hinweis auf eine Google-Strafe ist es, wenn die Seite bei Position 30, 60 oder auf der letzten Resultatseite – häufig also ab Position 950 – gefunden wird.

Keyword-Zurückstufung erkennen
Durch den Everflux, also die kontinuierliche Aktualisierung der Google-Resultate, die Einbindung von Quellen wie Google-News oder YouTube sowie den unterschiedlichen Datenbestand auf den Datencentern von Google, ist eine Erkennung von keyword-bezogenen Strafen und Filtern recht komplex. Ähnlich wie bei der seitenweiten Zurückstufung halte ich es hier für sinnvoll, anhand des (hoffentlich vorhandenen!) Keyword-Monitorings darauf zu achten, ob einzelne Keywords „über Nacht“ auffällige Rankingverluste erleiden. Auffällig ist in diesem Kontext ebenfalls ein Abfall über 30 oder 60 Positionen, sowie ans Ende der Ergebnisliste. Ab und an wird auch die Möglichkeit genannt, das Keyword mit Akzenten zu versehen, um so den – nachträglich über die Ergebnisse gelegten – Filter zu umgehen. So wird aus „kredit“ beispielsweise „krèdit“. In eine ähnliche Richtung geht der Vorschlag, die „häufigsten Suchanfragen“ (Dashboard->Domain->Statistiken) aus den Google-Webmaster-Tools mit der Realität abzugleichen. Sollte das Keyword innerhalb der Google-Tools auf Platz 3 gesehen werden, in den „realen“ Google-Resultaten aber nur auf Position 950 zu finden sein, kann dem nachgegangen werden.

Und wenn von den ganzen Möglichkeiten nun keine zutrifft? Tja, dann hast du entweder eine neue Google-Strafe entdeckt (eher unwahrscheinlich) oder aber, die Positionsschwankungen der Seite liegen im normalen Bereich und sind eher auf Faktoren wie eine Neubewertung der Backlinks oder Umstellungen in der internen Verlinkung zurückzuführen. Im dritten und letzten Teil geht es dann um mögliche Wege, einer Google-Strafe zu entkommen, Möglichkeiten, diese möglichst früh zu erkennen und weitere Weisheiten.

Serie: Google Penalties – Teil I | Google Penalties – Teil II | Google Penalties – Teil III

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Kommentare

Manuel   
22. Mai 2008, 16:10

Hallo Johannes,

erstmal vielen Dank für den interessanten Artikel!

Das Problem mit der Keyword-Zurückstufung fand ich am spannendsten. Denn ich glaube, das trifft bei meinem Projekt zu. Ich kann mich eigentlich gar nicht über das Ranking meiner Unterseiten und News beschweren, aber die wenigen Hauptkeywords wollen gar nicht so richtig.

Nun habe ich das mal mit dem Akzent probiert und musste feststellen, dass mein Hauptkeyword mit Akzent auf Position 24 rankt, ohne Akzent auf Position 346. Kann ich nun davon ausgehen, dass ich in einem Filter stecke?

Beste Grüße,
Manuel

Henrik   
22. Mai 2008, 19:06

Statt Akzent reicht idR auch ein Tippfehler, ich ranke bei einem Projekt mit Tippfehler von meinem Hauptkeyword recht gut, bei der richtigen Schreibweise aber miserabel.

dirk   
22. Mai 2008, 23:14

Ich weiß, Du bist nicht Dr. Sommer, aber … ist mir gerade passiert: #Seiten-Zurückstufung, mit einer Seite, die für alle relevanten Keywords seit 2003 beständig in höchsten Positionen gelistet war. Weiß aber überhaupt nicht warum. Alles 100% sauber.

Johannes   
22. Mai 2008, 23:26

dirk, da würde ich vmtl. erstmal 4 Wochen abwarten. Google hat gerne mal eine Art „Schluckauf“ und danach ist wieder alles in Ordung. Wenn nicht, ist immer noch Zeit, sich Gedanken über die Ursachen zu machen 😉

Christian   
23. Mai 2008, 12:02

Ich habe auch eine Keyword-Rückstufung (Platz 965), bin mir aber keiner Schuld bewusst. Ich dachte daran, dass externe Links das Keyword zu häufig beinhalten, das scheint aber nicht der Fall zu sein.

In den Webmastertools gibt es keine Nachrichten an mich und ich bin der Meinung mich an die Richtlinien gehalten zu haben – ich habe erstmal einen Reinclusionantrag gestellt…

Gibt es Vermutungen, ob die Keyword-Rückstufung eher OnPage-Gründe hat (zu hohe Density, dieses Keyword in versteckten Texten etc.) oder eher durch falsche Linktexte / Links von falschen Seiten etc. verursacht wird?

Gretus   
23. Mai 2008, 17:49

Hallo,

schöne Serie. Gerade gibt es wohl noch den .info Domain Panalty. Alle weg 🙁

Grüße

Gretus

Der viSEOcoach   
24. Mai 2008, 00:19

Ich hatte letzten den Fall, dass eine Domain selbst nach 3 Monaten noch überhaupt nicht im Index zu finden war. Ich konnte mir das nur damit erklären, dass die Domain u.U. vielleicht in der Vergangenheit (sie war gerade neu registriert) schonmal gesperrt war. Schonmal sowas gehabt?

PS: Es heißt neuerdings Reconsideration-Request (mit automatischem Schuldzugeständnis)

Michael   
25. Mai 2008, 14:47

Beim aufmerksamen lesen dieser guten Serie fiel mir folgender Ausdruck auf: „Keyword-Monitoring“. Finde ich sehr interessant da es mein Projekt sicher betreffen könnte. Bisher schaue ich mir die Logfiles an um zu sehen, mit welchen Begriffen auf die Seite zugegriffen wurde.

Gibt es zu diesem Thema mehr Informationen? Eventuell zu empfehlende Automatismen etc.? Da bei mir doch ein erheblicher Umfang an Keywörtern ansteht, wäre mir da mit weiteren Informationen geholfen.

Grüße
Michael

dirk   
28. Mai 2008, 11:45

Hattest Recht, Johannes, scheint wirklich eine Art Schluckauf gewesen zu sein. Nach 6 Tagen ist wieder alles beim Alten 🙂 Froh!

Johannes   
28. Mai 2008, 12:07

Dirk, kein Problem – macht eine Kiste Bier 😉

webpixelkonsum   
1. Juni 2008, 23:33

Danke für diese kostenlosen Ideen zur Überprüfung von Schwankungen bei Google. Da ich selbst einige Projekte beobachten kann, habe ich lernen können, dass es manchmal einfach besser ist, wenn man den aktuellen Trend ruhen lässt und erst wenn die Indikatoren negativer werden und der daraus folgende Trend auch negativ wird, sich in aller Ruhe Gedanken über die Ursache zu machen. Man schläft ruhiger 😉

Ralph

auto insurance quotes   
19. Juli 2012, 05:14

sagt:@Alexander: Ich gebe dir Recht. Ein gene­ra­li­sier­tes Medium erleich­tert genau das ungemein!@Daniel: Sys­tem­theo­re­ti­sche Pro­mi­nenz! „Herz­lich will­kom­men“, schreibe ich da ein­fach mal. Ich lege dir, mit Blick auf dein Zettelkasten-Projekt, ins­be­son­dere den Ein­trag zu „“ ans Herz; es han­delt sich dabei um ein digi­ta­les Mate­rial­or­ga­ni­sa­ti­ons­sys­tem, das wir an der Uni Ham­burg ent­wi­ckeln. Viel­leicht kennst du es sogar? Syn­er­gie­ef­fekte? Wie dem auch sei: Viel Spaß beim Stöbern.

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