Linkverkauf – Kurzfristiger Erfolg?

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Im Zuge der Aufregung um die „Blogroll“ auf der Homepage der Washington Post, habe ich mir die Onlinepräsenzen deutscher Zeitungen angesehen und war überrascht, wieviel aus SEO-Sicht unsaubere Methoden dort eingesetzt werden.

Die Zeit – Verkauft seinen „Service- und Werbepartner“ eifrig Footerlinks. Viele davon sind klare Doorwaypages und erfüllen teilweise die Kriterien für „Bad Neighborhood“.
Die Welt – Neben dem Pangora-Preisvergleich (Duplicate-Content-Gefahr) wurde die Subdomain versicherung.welt.de offensichtlich komplett vermietet. Die dort hinterlegten Versicherungsvergleiche dienen anscheinend nur dem Ziel, die Kraft der Subdomain zu nutzen.
Handelsbatt – Auch hier unten, mit „Anzeige“ gekennzeichnet einige Links, die niemand freiwillig ohne Trackinglink oder zumindest nofollow setzen würde.
Netzeitung – Hier werden direkt Microsites/Doorwaypages, die offensichtlich nur einer guten Suchmaschinenplazierung dienen, auf die Hauptdomain gelegt und von der Startseite verlinkt.

Das waren nur die ersten vier Seiten, die mir in den Sinn gekommen sind. Wieso machen solche Seiten das? Sie haben sich durch ihren Namen und guten Content sehr viele Backlinks und ein gutes Ranking erarbeitet und setzen dieses jetzt für ein paar Euro durch die Linkvermietung aufs Spiel. Es scheint, als ob die Projektverantwortlichen der Zeitungen die Google Richtlinien für Webmaster mal etwas genauer lesen sollten.

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Kommentare
Avatar Jojo   
21. August 2006, 17:43

Das ist aber nur die kleine Spitze des Eisbergs. Man sollte eigentlich erwarten können, das Google halbwegs flott ist gekaufte Links von solch prominenten Webseiten zu entwerten!?

Avatar Johannes   
21. August 2006, 19:32

Dass Google die Vererbung durch einzelne Seiten und sogar Teilbereiche einzelner Seiten unterbinden kann, ist bekannt. Aber ob das auf dem deutschen Markt so zügig geht wie in den USA, wage ich zu bezweifeln.

Avatar Mario   
22. August 2006, 18:13

Naja man könnte ja z.B. schonmal alle in Google News gelisteten Seiten „untersuchen“, dass wäre schonmal ein Anfang.

Avatar Gerald Mann   
6. September 2006, 08:06

Wenn man jetzt an das Beispiel BMW denkt (Für alle die es nicht wissen BMW wurde früher aus dem Index gekickt) Es gab einen Aufstand, und kurz danach war BMW wieder im Index.

Somit wäre geklärt, bei google werden keine Autoritäten mehr gekickt zu viel schlechte Publ. und genau das will google ja vermeiden.

Dann lieber ein paar Aut. mit dummen Verlinkungen.

Avatar Beobachter   
9. Oktober 2006, 14:00

Naja – nachdem gestern ja ranking-hits die grosse Welle gemacht hatte, weil er auf seiner Homepage prominent auf seine PR8 Linkverkaufsauktion hingewiesen hat, setzt er sich damit automatisch mit ins Boot, der Wackelkandidaten siehe oben…

Avatar Helmut   
30. November 2006, 18:56

Aus gut unterrichteter Quelle kann ich sagen, dass Welt.de mitnichten Subdomains vermietet.

Die Subdomain wird von einem langfristigen Kooperationspartner betrieben, der den Bereich Versicherungen abdeckt und an Welt.de RevShare auf CPO-Basis zahlt.

Es wird von Welt.de dahin aus der Navigation und aus dem Content verlinkt.

Wie sollte man sonst kooperieren, wenn man den Partner-Content nicht per XML ziehen will? Dafür ist doch eine Service-Subdomain m.e. ein guter Weg.

Also bitte Vorsicht mit vorschnellen Behauptungen!

Im übrigen können die Pangora Portalpartner ja auch nichts dafür, dass die Datenbasis für alle Portale gleich ist. Das ist ja einfach das Geschäftsmodell von Pangora… Welt.de kennt natürlich auch das Risiko von Duplicated Content, aber was soll man machen? Irgendwelche Vorschläge?

Avatar Johannes   
30. November 2006, 19:41

Die Welt stellt also eine Subdomain zur Verfügung und kassiert dafür Geld. Dass man den Mieter jetzt Kooperationspartner und die Miete „RevShare auf CPO-Basis“ nennt, ändert imho nichts an der Tatsache.

Das Problem aus Suchmaschinensicht stellt sich jetzt dadurch dar, dass die Welt als gute und oft verlinkte Nachrichtenquelle eine Autorität ist und dieser Status durch die Subdomain genutzt wird. Ob man diesen langfristigen Status jetzt durch solche kurzfristigen Aktionen aufs Spiel setzen will, sollte gut überlegt sein.

Zu den Pangora-Daten: Eine eigene, saubere Datenbank mit unique Content aufbauen 🙂 Dass das mit extrem viel Arbeit und Geld verbunden ist, wenn man den Umfang von Pangora erreichen möchte, ist klar. Wenn das also deswegen nicht in Frage kommt, vielleicht eigenen „Mehrwert“ finden: Bewertungen, Usermeinungen, Links, etc. Ein großer Preisvergleich aus Berlin scheint damit gut zu fahren.

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