Matt Cutts: Social Data ist der am meisten überschätzte Rankingfaktor im SEO-Bereich

· 12. Juni 2013 · 30 Kommentare
Hanns Kronenberg
Hanns Kronenberg
Hanns Kronenberg ist Marketing- und SEO-Experte mit Herz uns Seele. Für SISTRIX ist er als externer Berater tätig. Wenn sich seine Gedanken ausnahmsweise einmal nicht um Nutzerorientierung drehen, rollt wahrscheinlich gerade der Hockeyball über den grünen Kunstrasen beim BTHV.

matt-cutts-danny-sullivanAuf der SMX Advanced in Seattle sind gestern Danny Sullivan, Gründer von Search Engine Land und Matt Cutts für ein Interview zusammen gekommen. Matt machte dabei einige interessante Aussagen zum Thema Social Signals, die wir hier für Euch übersetzt haben.

Danny: Eine Frage dazu, ob Daten von Facebook einen Einfluss auf die Rankings haben – hier in Bezug auf Eric Enges Präsentation am heutigen Tag über einen Einfluss von Facebook-Daten auf die Rankings.

Matt: Ich mag Eric, jedoch stimmte ich seinen Schlussfolgerungen nicht zu. (Eric kommt auf die Bühne) Facebook und Google kommen normalerweise nicht gut mit einander aus. Wir haben nicht die Möglichkeit, so viele Seiten zu crawlen und wir haben keinen speziellen Feed für „Likes“.

Matt weist darauf hin, dass großartige Inhalte, welche gut ranken, auch dazu neigen, mehr Likes zu generieren. Möchte gerne Erics URL-Beispiele und Daten sehen, um nachvollziehen zu können, wie er zu seiner Schlussfolgerung gekommen ist.

[Anmerkung]: Über die Aussagekraft von Studien über Rankingfaktoren haben wir ein Interview mit mit dem Statistik-Experten Dr. Steffen Wagner geführt, das tiefere Einblicke in die Probleme der Analyseverfahren gibt.

Matt erzählt weiter, dass er die Teile von Erics Präsentation gemocht hat, bei denen gezeigt wurde, dass die Installation von Google Analytics und die Nutzung von Chrome nicht dazu geführt haben, dass Seiten indexiert wurden.

Danny: Eine Frage zur Bounce-Rate

Matt: Meine Antwort ist dieselbe wie letztes Jahr: Soweit ich weiss, sehen wir uns diese nicht als Signal an.

Nennen wir es „Nutzerverhalten“ im Allgemeinen: Ich bin sehr skeptisch, wenn es um Nutzerverhalten als Signal geht. Er spricht dann das alte glückliche/unglückliche Gesicht in der Google Toolbar an und erzählt, dass sie herausgefunden haben, dass diese Daten, durch Eigenbewertungen, sehr verzerrt wurden. Er sei hier sehr skeptisch, ob Leute solch ein Signal nicht spammen würden.

Danny: Darum nutzt Ihr Google +1s nicht?

Matt: Ja, und zwar aus genau diesen Gründen. Es kann sein, dass es nur sehr wenige +1s gibt, oder dass man sich auf diese nicht verlassen kann. Aus diesem Grund halte ich auch dagegen, wenn solch eine Frage aufkommt.

Danny: Wobei handelt es sich um die am meisten Überschätzte Sache im SEO-Bereich?
Matt: Kurzfristig Social Data. Längerfristig kann es aber anders aussehen.

Danny: Und die am meisten Unterschätzte?
Matt: Design und die Nutzererfahrung. Man sollte etwas Arbeit in das aufpolieren seiner Seite stecken.

Das komplette Interview (Englisch) mit vielen weiteren interessanten Informationen über Google Updates (Panda, Penguin, Payday Loan Spam) und die Mobile Suche könnt ihr hier auf Search Engine Land lesen.

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Kommentare

Jens   
12. Juni 2013, 13:08

Hallo Hanns,

besten Dank für deine Ausführungen. Das ist überaus interessant und ja, ein SEO optimiertes Design und eine sinnvolle und kluge Nutzerführung sind enorm wichtige Faktoren für ein erfolgreiches Online Business.

Gruß
Jens

Hauke   
12. Juni 2013, 13:20

Mich überrascht das ehrlich gesagt. Vor allem in Anbetracht dessen, dass Facebook, Twitter und auch G+ heute einen enormen Stellenwert bei den Menschen haben. Mal sehen, wann dies dann ’stärker‘ berücksichtig wird.

Christian   
12. Juni 2013, 13:35

Wenn ich Google wäre, würde ich Facebook mit großer Sicherheit crawlen und versuchen herauszufinden, wie häufig über ein Brand oder eine Seite gesprochen wird. Wie viel Gewicht ich dem ganzen dann geben würde, würde ich natürlich auch nicht preisgeben und alles abstreiten. Sonst wären diese Signale innerhalb von 2 Wochen nichts mehr Wert.

Gruß Christian

Johannes Beus   
12. Juni 2013, 13:43

Christian, Matt Cutts hat doch klar gesagt, dass sie Facebook nur begrenzt crawlen können und keinen speziellen Feed für Likes haben. Aber Verschwörungstheorien sind natürlich spannender 😉

Christoph Kilz   
12. Juni 2013, 14:16

Irgendwie finde ich seine letzte Aussage etwas widersprüchlich zum Rest:

„Danny: Und die am meisten Unterschätzte?
Matt: Design und die Nutzererfahrung.“

Wie kann Google denn bitte Nutzererfahrung und Design messen? -> Klar unter anderem auch über Bouncerate/Verweildauer & Co sowie Social-Data.

und „dass sie herausgefunden haben, dass diese Daten, durch Eigenbewertungen, sehr verzerrt wurden.“ -> es kann nahezu alles manipuliert werden

Alex   
12. Juni 2013, 17:43

Wie ich es meinen Kunden immer schon gesagt habe:
Content is King – Navigation is Queen …
und bei der Frage nach den social Signals: Es hat heute noch keine bis kaum eine Bedeutung, aber es macht absolut Sinn, heute social Signals zu erzeugen um morgen, wenn sie von Bedeutung sind, von Anfang an gut positioniert zu sein.

Marco   
13. Juni 2013, 03:24

Guter Artikel, Johannes! Nicht zu vergessen allerdings, dass Soziale Medien auch Traffic liefern können, der sich wiederrum mit natürlichen Links bezahlt machen kann. Zudem macht man sich ein kleines Stück unabhängiger von Google. Ich halte daher SMO weiterhin für sinnvoll. LG, Marco

Matt Cutts: SEO - Design und User Experience werden unterschätzt   
13. Juni 2013, 09:01

[…] Die passenden Textpassagen finden Sie auf deutsch bei Sistrix im Artikel: “Matt Cutts: Social Data ist der am meisten überschätzte Rankingfaktor im SEO-Bereich“ […]

olaf kopp   
13. Juni 2013, 11:01

@Hauke: Zu deiner Aussage “ G+ heute einen enormen Stellenwert“ Google+ hat gsamtgesellschaftlich gesehen immer noch einen sehr geringen Stellenwert und das in Kombination mit dem was Johannes bezüglich der Beschränkungen bei FB erwähnt hat ist das ganze immer schon relativ klar gewesen.

Alle reden von Content. Google macht einen etwas anderen Punkt. | SEO by Content   
14. Juni 2013, 01:23

[…] Matt Cutts: Social Data ist der am meisten überschätzte Rankingfaktor. […]

Heinz-Günter Weber   
14. Juni 2013, 11:03

Oben hat Christoph Kilz gefragt: „Wie kann Google denn bitte Nutzererfahrung und Design messen?“ – Dazu ein paar Gedanken, u.a. angeregt durch diesen Artikel hier im Sistrix-Blog, und eine Vermutung: „Es geht nicht um die Optimierung einzelner Seiten, sondern um die Fähigkeit einer Site, den Besucher für mehrere Klicks und wiederholt zu binden.“ Nachzulesen im verlinkten Blog.

rudolf | wienerhomepages   
14. Juni 2013, 15:13

ich gebe christian vollkommen recht – warum sollte google sich bezüglich der wichtigkeit von facebook und co wahrheitsgemäss outen? kann doch nicht sein, dass derart wichtige netzwerke keinen einfluss auf ranking haben… und – im gleichklang mit alex – wenn nicht heute, dann halt morgen 😉
(kann mir jemand sagen, warum google facebook nur begrenzt crawlen kann?)
im sinne einer guten/besseren nutzererfahrung, google’s immer wieder ausgerufenem credo, glaube ich auch, dass die fähigkeit einer site, den nutzer zu halten, ihn zu mehreren klicks zu bewegen etc. bestimmt sehr wichtig ist und entsprechend honoriert wird!

Bernhard   
15. Juni 2013, 17:07

Man stelle sich vor, Google wertet tatsächlich Facebook aus. Dann eines schönen Tages ändern diese ihre Taktik und sperren Google komplett aus – was passiert dann mit den Rankings von den Websites? Ich würde mich an Stelle von Google auch nur auf jederzeit verfügbare und belastbare Faktoren verlassen. Und da scheint nach wie vor der Link von einer Autoritätsseite die beste Antwort zu sein. Aber der Herr Cutts macht seinen Job verdammt gut – die Wahrheit ist irgendwo da draussen 😉

Ranking-Faktoren zwischen Kausalität und Korrelation - Suchmaschinenoptimierer - SEO Agentur - SEO-AMBULANCE.de ⊗   
17. Juni 2013, 09:09

[…] der Existenz des Keywords im Seitentitel oder in der Seiten-URL. Beides erstaunt, denn es wird von Google bestritten, dass gegenwärtig soziale Signale zur Ranking-Berechnung herangezogen wird; für Praktiker der Suchmaschinen-Optimierung ist aber seit langen klar, dass die Keywords, für […]

Emailn.de   
17. Juni 2013, 13:39

Soso Design und aufpolieren der Seite…mich würde interessieren ob damit hauptsächlich die Technik gemeint ist…Optik lässt sich ja wohl nicht so gut bewerten…Trennung von Spagetti Code etc ist ja schon seit Jahren Standard…

Alexander Rus   
17. Juni 2013, 17:15

@Bernhard: Ich sehe die Sache genau so. Wie könnte Google sich jemals auf solche Faktoren verlassen, wenn sie von der Konkurrenz stammen. Dazu haben sie ja Google+ entwickelt, wobei wie erwähnt, dieses System noch zu leicht zu manipulieren ist, als das es eingesetzt werden könnte.

Habe mich immer schon gewundert, wieso die größten Experten eines nicht verstehen: Correlation does not imply causation.

Nur weil ein Artikel, der gut rankt und viele Besucher bekommt, eine Menge Social Signals hat, bedeutet das nicht, dass der Artikel wegen den Social Signals rankt. Google ist viel zu schlau, als das sie Daten der Konkurrenz auswerten würden. Abhängigkeit ist NICHT Google’s Stil.

Ulrike   
18. Juni 2013, 09:52

G+ und Facebook sollte man getrennt behandeln. Beides für sich zu benutzen ist bestimmt sinnvoll. G+ und Facebook werden immer zwei Plattformen bleiben. Ich glaube auch nicht, dass Google sich irgendwas von Facebook abgucken will.

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Max   
25. Juni 2013, 02:14

Nach dem Homepage erstellen, lohnt es sich trotztdem die Webseite inm Social Media bekannt zu machen.

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Frank   
23. Oktober 2013, 00:56

Okay, damit hätte ich jetzt nicht gerechnet, dachte Social Trust ist gut für das Ranking.

Martin   
3. Dezember 2013, 12:44

Ja Social Trust von Google+ ist mit Sicherheit nicht ganz unbedeutend für das Ranking einer Webseite. Vor allem die Retweets bei Twitter und Shares bei G+ erhöhen die Linkpopularität und verbessern das Ranking von Webseiten…

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