Skoda.de – mit Vollgas aus dem Ranking

Johannes Beus
Johannes Beus
25. Juni 2010
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Auch wenn mein Jetta fast täglich ein Quell neuer Freude ist und die 1.6 Liter Maschine schnurrt, als sei sie gerade erst gebaut worden, so schaue ich doch ab und an auf die praktischen Autos der VW-Tochtermarke aus Tschechien. Jetzt hat man sich offensichtlich dazu durchgerungen, den reichlich antiquierten Webauftritt zu relaunchen. Mag die neue Seite optisch noch recht gefällig wirken, hat man bei der SEO-Umsetzung eine Reihe von Fehlern gemacht, die ich in diesem Posting gerne beleuchten möchte, auf dass sie nicht von anderen wiederholt werden. Zuerst ein Blick auf den Verlauf des Sichtbarkeitsindexes für die Domain:

Sichtbarkeitsindex Skoda.de
Seit Anfang 2008 gab es keine großen Veränderungen, mal ging es etwas nach oben, dann wieder nach unten. Bis letzte Woche: da hat Skoda.de 60% verloren – von knapp 6 auf 2,3 Punkte. Sieht man sich die Ursachen für den Absturz an, so wird schnell klar, dass der Relaunch die komplette Webseite getroffen hat. Neben den wenigen generischen Suchanfragen, für die skoda.de vormals in den Top-10 rankte („gebrauchtwagenbörse“ von 9 auf 19) sind hauptsächlich die trafficstarken Brand-Begriffe betroffen. Mit „skoda octavia“ fiel die Domain von Position 1 auf 11. Wenn man sich die tagesaktuellen Ergebnisse für das Keyword ansieht, so geht es noch weiter runter: Platz 90. Der Sichtbarkeitsindex wird also alles Voraussicht nach beim kommenden Update abermals stark abfallen. Dass die Betreiber der Seite sich auch bislang nicht um die Anforderungen von Suchmaschinen gekümmert haben, sieht man recht gut an dem Wechsel zwischen „skoda.de“ und „www.skoda.de“. Allerdings hat man mit dem Relaunch ein paar Hürden eingebaut, die es auch wohlwollenden Crawlern schwer machen, die Inhalte zu erfassen.

Session-IDs
Ich habe es zuerst auch nicht geglaubt, aber bei Skoda ist man offenbar der Meinung, für die Präsentation von Autos nicht auf Session-IDs verzichten zu können. Auch für Suchmaschinencrawler wird keine Ausnahme gemacht und so hat Google zahlreiche Seiten mit dem Parameter indexiert:

Session-IDs bei Skoda.de
Für Suchmaschinen ergeben sich daraus verschiedene Probleme: da mit jeder neuen Session-ID, die der Crawler vorgesetzt bekommt alle Seiten auf der Domain neue URLs haben, kommt es zu Duplicate Content-Problemen. Auch die Berechnung der internen Verlinkung ist davon betroffen, da ständig neue Links auftauchen, die alten aber nicht mehr bestehen.

Seitentitel, Wortwahl
Wenn man ein Produkt hat, das landläufig als „Skoda Octavia“ bekannt ist, wie würdet ihr den Title der Seite, auf der dieses Produkt vorgestellt ist gestalten? Tja, bei Skoda geht man etwas unkonventionelle Wege: der Titel jeder Seite auf der Domain fängt erst mal mit „Skoda Auto Deutschland GmbH“ an, erst danach wird es variabel. Auf der Autoebene angekommen führt das dann zu einem Titel, in dem „Skoda Octavia“ leider nicht in dieser Schreibweise vorkommt – auf der kompletten Domain nicht:

Komische Title-Tags
Als wäre das nicht genug, hat man auch im eigentlichen Text der Seite Probleme damit, den Produktnamen einmal korrekt auszuschreiben. Vermutlich aus Rücksichtnahme auf irgendwelche Corporate-Design-Richtlinien steht dort: „ŠkodaOctavia Limousine“ – Ja, genau, ohne Leerzeichen. Folglich kann auch Google das nicht richtig zuordnen wie man im Cache der Seite gut erkennen kann.

JavaScript, Flash, 404-Status-Code
Während die beiden ersten Punkte sicherlich ursächlich für den Absturz im Sichtbarkeitsindex waren, gibt es noch eine Reihe weiterer Probleme auf der Seite, die es Suchmaschinen schwer machen, die Inhalte zu erfassen. So ist die Sitemap, die für Crawler häufig ein sehr guter Ansatzpunkt zur Erkundung der kompletten Seite ist in JavaScript gehalten, für die Suchmaschinen also unsichtbar. Weite Teil der Webseite werden durch eine Flash-Fläche beherrscht – den dort liegenden Text können Suchmaschinen in der Regel nicht lesen und somit auch nicht in die Wertung einfließen lassen. Ein weiteres Problem für Suchmaschinen ist, dass jede URL auf der Domain den Statuscode „200“, also „alles in Ordnung“ zurückgibt. Das fällt besonders bei der (nicht vorhandenen) robots.txt auf, verleitet aber natürlich auch dazu, nicht existente Seiten in den Googleindex zu drücken 😉

Interessant ist nun, wie Google mit der Seite in den kommenden Wochen umgeht. Da Google nicht erst seit gestern crawled und dabei gelernt hat, dass jeder nur denkbare Fehler auch gemacht wird, kommt der Googlecrawler mit den häufigsten Fehlern ganz gut zurecht und denkt sich schon, was der Seitenbetreiber eigentlichen machen wollte. Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass es bei Skoda dazu kommt – die Domain ist einfach zu gut verlinkt, als dass Google sie dauerhaft ignorieren kann.

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Kommentare
Weckdienst   
25. Juni 2010, 08:45

Sehr schöne Analyse zu VW. Leider ist das keine Seltenheit und die Fehler werden gerne auch von großen Unternehmen gemacht. Man sollte eigentlich meinen, dass in der heutigen Zeit große Unternehmen Inhouse-SEOs haben oder zumindest die Marketing-Abteilung mit SEO-versierten Leuten zusammenarbeitet – aber scheinbar weit gefehlt.

Das freut natürlich Händler, die jetzt mit den entsprechenden Brand-Produkten weiter vorne ranken. Bin mal gespannt, wie lange Skoda braucht, um die Problematik zu beheben bzw. in Google wieder besser zu ranken.

seonaut   
25. Juni 2010, 08:49

Uhi, dass ist schon krass, aber leider nur eines von vielen Beispielen in denen Ahnungslose Webdesigner mit viel Gequatsche die Verantwortlichen gewinnen. Danke für den Post. Ideales Anschauungsmaterial für die Akquiese 😉

Sascha Kramer   
25. Juni 2010, 08:49

Informativer Überblick über die Skoda SEO-Fehler. Beruhigend und amüsant wie auch die (möchtegern) ganz Großen voll ins Fettnäpfchen treten was (nicht vorhandene) Suchmaschinenoptimierung angeht.
Danke für den Post.

Dirk   
25. Juni 2010, 09:07

Also ein weiteres Beispiel von „function follows form“. Aber ich denke auch, dass zumindest die „Brands“ wie Octavia & Co. bald wieder in die Top5 kommen sollten => Brand update.

DasÖrtliche   
25. Juni 2010, 09:27

Seltsamerweise geht es vielen „Großen“ so, dass man erst merkt was man tut, nachdem es zu spät ist. Sitemap mit JavaScript ist ein echter Kracher, so kreativ muss man erstmal sein. Na mal sehen wie lange es dauert und die Seite wird nochmal überarbeitet.

rivus   
25. Juni 2010, 09:47

Es gibt ja nicht mal einen Redirect von http://skoda.de auf http://www.skoda.de – oder andersrum, was letztlich Wurst ist …

Die Seite ist ein ganz großer Haufen schlechtes Handwerk und das schlechte SEO ist nur die Spitze dieses Müllbergs … Schade um die Marke, denn die Produkte sind gut.

dradicke   
25. Juni 2010, 10:11

Und darum werden wir alle noch ein paar Jahre mit SEO zu tun haben können, obwohl man sich fast schämt, solche „leichten“ Fehler aufzuzeigen, die eigentlich längst „commodities“ sind….

Kennt irgendjemand eigentlich eine Seite mit viel Flash-Inhalt, die gut rankt? Ich bin ja immer noch auf der Suche, weil man ja ständig und immer noch (von den Web-Designern…) gesagt bekommt „Aber Google kann doch jetzt Flash!“

@Johannes: kann es sein, dass der 3. Screenshot (site:skoda.de intitle..) doch etwas anderes darstellt? Du suchst nach „Oktavia PLUS Skodaauto“, schreibst aber über die Suche nach „Skoda Octavia“. Es gibt aber ein paar (schlechte) Resultate zu site:www.skoda.de intitle:“skoda octavia“

sistrix   
25. Juni 2010, 10:13

David, der String mit „Skodaauto“ ist drin, weil sonst nicht Ergebnisse der alten Seite gefunden werden. „Skodaauto“ kommt im Template der neuen Seite vor und schliesst die alten Treffer damit aus.

neo   
25. Juni 2010, 10:15

Also mal ehrlich, aus eurer SEO-Weltsicht heraus mag das ja alles ganz ganz fürchterlich sein, aber im Endeffet ist das doch für einen Laden wie Skoda stulle. Die Leute, die sich einen Skoda kaufen wollen, geben einfach skoda.de ein, die wursteln sich nicht durch endlose SERPs um dann irgendwann den Link zur Gebrauchtwagenbörse zu finden, dauert alles viel zu lange. Mag sein, dass das jemandem der mit SEO sein Geld verdient nicht ganz schlüssig ist aber für Skoda macht das im Endeffekt keinen Unterschied. Die verkaufen die Autos nicht, weil ihre Website bei Google ach so toll indiziert ist.

sistrix   
25. Juni 2010, 10:16

neo, bei Begriffen wie „Gebrauchtwagenbörse“ mag das stimmen. Bei einer Suchanfrage wie „Skoda Octavia“ erwarte ich allerdings, dass die Herstellerseite unter den ersten 10 Treffern zu finden ist. Es geht hier gar nicht im SEO im Sinne der Optimierung sondern darum, die schlimmsten Fehler zu vermeiden.

dradicke   
25. Juni 2010, 10:23

@neo:
ist denen zwar (noch) Stulle, sollte aber es aber eigentlich nicht sein…

Wenn man niedrige Margen hat, dann ist es langfristig (!) ein Unterschied, ob eine Affiliate- oder bfAdsense-Seite gefunden wird, oder die eigenen Seite (bzw. autoscout.de statt der eigenen Händlersuche)

Mit Deiner Argumentation könnten ja auch bekannte Marken wie Tchibo, Ebay, Amazon und Otto sagen: wir sind SO bekannt, die Leute kommen direkt zu uns. Dabei verlieren sie eben x% Provision…

pr_jk   
25. Juni 2010, 12:24

Wenn ich mich recht entsinne ist für Skoda gerade der Gebrauchtwagenmarkt durchaus wichtig. Der befindet sich übrigens dann auch nicht unter skoda.de sondern unter: 193.110.193.71/suche.php skoda.de taucht bei „skoda gebraucht“ auch derzeit noch auf 3 und 4 auf und bei „skoda gebrauchtwagen“ auf 10. Aber auch nur mit unrelevanten Seiten. Dabei wäre es gerade hier interessant User direkt in das Händlernetzwerk zu leiten und eben nicht über irgendwelche Autobörsen. Aber gut.
@Neo: Gerade die Nutzer die Du meinst geben erst http://www.google.de ein und dort dann http://www.skoda.de 😉 und das Ergebnis vergleiche dann bitte mal mit: http://www.bmw.de, http://www.audi.de oder http://www.vw.de. In der Familie kann man nämlich auch durchaus anders.

neo   
25. Juni 2010, 10:53

@Johannes: Das erwartest Du doch aber nur aus Deiner Sicht als SEO. Der Normalo-Webuser geht doch nicht zu Google, tippt dort „Skoda Octavia“ ein, sucht die richte Seite aus der Liste raus und landet dann auf irgendeiner Unterseite bei skoda.de? Der gibt schlicht und einfach skoda.de in die Adreßzeile ein und sucht sich dann, was er braucht.

@dradicke: Die Margen bei Skoda verbessern sich, weil sie z.B. beim Wechsel des Modelljahres 2011 ein paar Details aus der Serienausstattung unter den Tisch fallen lassen. Und die Provisionen sind in dem Fall kein Argument: Skoda verkauft ja schließlich über das VW-Händlernetz. Dort stehen die Preise für die Händler fest, also ändert sich da auch nix an der Marge. Alles was außerhalb des Händlernetzes passiert sind a) Gebrauchtwagen, bei denen sowieso keine Provision fällig wird oder b) EU-Reimporte, die auch schon bezahlt – nur eben zu den Preise im EU-Ausland.

Das mag schwierig sein für jemanden der viel im Web unterwegs ist und/oder sogar sein Geld damit verdient, aber es gibt ein Leben außerhalb. So ohne WLAN und so. Da geht jemand zum Händler und setzt mit einem Kugelschreiber eine Unterschrift unter einen Vertrag. Schriftlich, nicht per Email oder Webformular. Und deshalb kann Skoda auf SEO wohl gut verzichten. Und so nebenbei auch noch ein bisschen die Marge anheben.

dradicke   
25. Juni 2010, 11:05

@neo: weisst Du, was als nächstes passiert?

Irgendwelche Skoda-Manager ärgern sich, dass skoda.de bei der Suche nach „Skoda Oktavia“ nicht mehr bei Google auf der 1. Seite auftaucht und geben dann viel Geld für AdWords aus.
Und rufen um Hilfe bei SEO-Kollegen, die die Seitenprobleme flicken dürfen 🙂

Ich bin zwar erstaunt, dass es Leben ausserhalb des Internets geben soll (was ist „ohne WLAN“?), aber mein Margen-Argument war wirklich LANGfristig gesprochen: irgendwann wird auch die Mehrzahl der Skoda-Neuwagen online und direkt verkauft werden.
So wie z.B. Urlaubsreisen, obwohl die Reisebüros vor 10 Jahren alle gesagt haben: Neeee, Urlaub ist so doll emotional, da braucht man persönliche Beratung vor Ort…

addbase   
25. Juni 2010, 11:09

Hi Johannes, danke für die Analyse – ist wirklich ein gutes Akquise-Mittel, um Kunden zu überzeugen, was „Webdesigner“ so alles falsch machen können.
Aber nicht nur die: Als ich neulich beim Kunden war und der verantwortliche „Inhouse-SEO“ gesagt, man könne doch für die eigenen Texte auf der Website die Texte von Wikipedia kopieren, war ich wieder einmal sprachlos…

Thomas Kilian   
25. Juni 2010, 11:15

Ich bekomme im August den neuen Skoda Superb Kombi als Firmenwagen. Gut, dass ich danach nicht googlen musste. Danke für die interessante Analyse!

neo   
25. Juni 2010, 11:21

@dradicke: Ja, und weil viele Manager so einfach gestrickt sind in ihren Entscheidungen und so wenig Ahnung von der Materie haben, können viele Leute mit SEO ihr Geld verdienen an Leuten die keins brauchen.

Ronald Erb   
25. Juni 2010, 11:47

Die Analyse ist wirklich sehr gelungen.

@neo: Ich denke das man hier nicht so argumentieren sollte.
Natürlich gibt es ein Leben außerhalb des Internets (irgendwo zumindest!).
Doch denke ich auch das die guten Platzierungen bei „politisch wichtigen Keywords“ eines Brands (hier: Skoda Octavia)zwingend erforderlich sind.
Zumal es sich hier sogar noch um eine Kombination eines „Brands + spezieller Artikel“ handelt.
Am relevantesten für Google (sprich: die Topposition bei Google) sollte doch hier der Hersteller des Artikels auf der besagten „Artikelseite“ inne haben?!

Sluter   
25. Juni 2010, 12:27

@neo Es geht beim „zur eigenen Marke gefunden werden“ als erstes um die Reputation und dem Stärken der eigenen Marke. Wenn ich nach einem Produkt suche und der Hersteller nicht auf der ersten Seite bei z.B. Google (oder bing, etc.) steht, gibt mir das zu denken – z.B. existieren die gar nicht mehr, oder so?
Was meinst Du denn, wie viele „Normalo-Webuser“ ihre vermeintliche Adresseingabe nicht im Adressfeld des Browsers, sondern im Google-Suchschlitz tätigen und dann auf die gewünschte Seite klicken?! Also bei Google „skoda.de“ eingebe und (hoffen) mit dem Klick auf das oberste Ergebnis die Marken-Seite zu bekommen. Ich schätze ohne danach gegoogelt zu haben auf 85-90% der Normalo-Webuser machen das so – und das sind eine menge Besucher!!!

@Johannes Danke für die super Analyse!!!

wwgseo09   
25. Juni 2010, 13:08

@neo
es gibt viele Ältere Leute die Infos im Netz suchen und das Google Suchfeld nutzen um Internetseiten aufzurufen. Also ebay.de suchen und dann das Suchergebnis klicken. Stell dir vor ein Brand würde nicht auf Platz 1 stehen. Gleiches gilt für selbst ausgedachte Produkte. Da sollte man als Unternehmen dann schon auf Pos. 1 zu finden sein, sonst ist der werbetechnisch hart & teuer erarbeitete Ruf schnell dahin.

Andreas   
25. Juni 2010, 13:34

@neo Ich stimme mit Dir überein, dass die nicht unbedingt mehr Autos verkaufen, weil ihre Website auf Platz 1 ist. Dennoch sollten beim Relaunch keine offensichtlichen handwerklichen Fehler im HTML Code gemacht werden, das müsste eigentlich mittlerweile jede Agentur wissen. Aus meiner Sicht ist das ein bisschen so wie wenn man einen tollen neuen Skoda Prospekt entwirft, druckt und dann von ganz oben auf dem Stapel von Autoprospekten schön nach ganz unten sortiert. Das will sicher keiner aus der Marketing-Abteilung von Skoda, ob das nun Webseite, Prospekt oder sonst irgendein Marketing-Material ist.

doe   
25. Juni 2010, 15:34

Super Analyse – wie immer.
Komisch – die großen Konzerne könnten sich doch eine komplette Manschaft aus SEO Experten hinsetzen – immerhin sind das hier ja alles Anfängerfehler. Die haben ja echt von nix eine Ahnung – ist es wirklich so einfach als SEO Geld zu verdienen? Ich denke JA!

Roland Schupp   
25. Juni 2010, 17:31

Schöne Analyse, danke dafür. Ist doch erfrischend zu sehen, dass auch die vermeintlich „Großen“ gerne mal das ganze Programm an Anfängerfehlern begehen.

Horst   
25. Juni 2010, 18:57

Das geht auch im Kleineren. Guck Dir mal den Verlauf des Pharmaunternehmens Heumann an (www.heumann.de). Da hat man Anfang Oktober das alte, relativ gut onpage-beherrschende CMS gegen Typo3 getauscht, ohne jede Rücksicht auf bestehende Inhalte zu nehmen. Das Resultat dürfte traurig aussehen. Ich kenne aber mangels Zugang nicht den Verlauf des Sistix-Sichtbarkeitsindex.
Ein Frevel, dass die Verantwortlichen nicht dafür zur Rechenschaft gezogen werden. Die Chefetagen werden das vermutlich nicht einmal wissen.

sistrix   
25. Juni 2010, 18:58

Horst, sieht bei der Domain in der Tat nicht berauschend aus: http://www.sistrix.de/inc/images/share/visindex_heumann.png

jens   
26. Juni 2010, 10:08

@neo: BTW, so wie die hier argumentierst, sollte Skoda einfach keine Website haben. Wenn ich eine Seite zu Skoda Octavia habe, will ich auch dass diese gefunden wird. Und wenn ich der Hersteller bin, dann bitte auch prominent.

Wenn die Website aber nur dem Vorstand zeigen soll, dass man auch HTML, Flash und anderes gedöns in schön bunt kann, dann ist natürlich alles OK.
Ich denke aber, Du solltest Dich dringend damit auseinandersetzen, wie Konsumenten suchen und was sie erwarten.

Bevor man sich für ein Auto entscheidet, werden einige Kunden verschiedene Modelle vergleichen. Und zu Beginn dieses Prozesses können viele unterschiedliche Fabrikate von Interesse sein. Die erste Aufgabe ist dann die, diejenigen Fabrikate zu definieren, die man Probefahren will. Und wenn ich jetzt im Netz nach 20 Fabrikaten suche und einzig bei Skoda den Hersteller nicht finde, kann dieses durchaus zu Abbrüchen führen.

Dem zukünftigen Kunden wird es eben schwerer gemacht. Und nur der Kunde alleine entscheidet darüber, wie er zu einer Website gelangen will.

Und das Beispiel Gebrauchtwagenbörse ist noch wesentlich besser. Der Begriff ist generisch und hängt nicht am Brand. Und die Besuche auf dieser Seite werden jetzt wesentlich geringer ausfallen.

Die Usability einer Website beginnt mit der Auffindbarkeit in Suchmaschinen. Je einfach die Website zu finden ist, desto besser kann sie genutzt werden.
Am Ende hat man in diesem Fall nach einem sicher hohen Invest einfach weniger Kontaktfläsche und somit weniger Kundenkontakt.

Ich will den Marketingverantwortlichen sehen, der so etwas als Erfolg ansieht. Dieser Redesign ist ein absoluter Fail, da man jetzt weniger Kunden erreicht. Und wenn Du neo, als anonymer Kommentator, dafür verantwortlich bist, stehe einfach zu Deiner Verantwortung. Lerne aus Fehler, kämpfe nicht dagegen an.

Horst   
26. Juni 2010, 12:53

@Sistrix: Vielen Dank. Darf ich das Bild (bzw. einen Ausschnitt) in meinem Blog (das zum angesprochenen, vorherigen CMS (OpenSource)) gehört, verwenden?

sistrix   
26. Juni 2010, 15:10

Horst, ja natürlich.

Axel der Autoschieber   
26. Juni 2010, 17:11

@neo Ich mache mir doch nicht die mühe die toll designte Website eines Herstellers zu durchforsten oder die Schreibweise einer URL zu erraten.

Um auf diese Seite zu kommen mache ich mir auch nicht die Mühe die Startseite aufzurufen und das Blog zu suchen oder zu raten ob es nun blog.domainDE oder DomainDE/Blog heißt (beides trifft hier übrigens nicht zu, da habe ich ja sogar noch Zeit gespart).

Wenn man sich dann noch bei Sedo anschaut, dass die Domain scodaDE (mit C statt mit K) pro Monat ungefähr 3500 Aufrufe hat, sieht man das viele Nutze nicht mal die Marke schreiben können. Das nutze ich doch lieber gleich Google und die Rechtschreibprüfung wird mich schon zur richtigen URL leiten.

Rene   
26. Juni 2010, 23:37

@Horst … ein anderes CMS madig zu machen, weil das eigene nicht mehr zum Einsatz kommt, finde ich etwas naja … zumal es entsprechende Histories gibt und das was man dort sieht, nicht wirklich onpage-freundlich ist. 😉

@sistrix … es wäre irgendwie praktisch, wenn es eine Fehlermeldung beim Absenden des Kommentars gibt, das man zurück zum Form kommt und die Eingaben dort noch drin stehen … so tippt man sich leider einen Wolf. 🙁

Bookmark & Webkatalog Eintragsdienst   
28. Juni 2010, 07:29

Tja so schnell geht der Fall ;). Nein scherz beiseite. CMS ist ja eh nicht so beliebt für Suchmaschinen von daher…

doe   
28. Juni 2010, 08:31

Was hat die Thematik denn mit CMS (Content Management Systemen) zu tun – das beste CMS nützt nix, wenn man unfähig ist dieses richtig einzusetzen. Das beste Beispiel ist doch WordPress – super CMS – super parametrierbar – super für Suchmaschinen. Also bitte solche Sinnloskommentare bringen doch gar nix – von daher …

Rene   
28. Juni 2010, 13:29

Vielleicht sollte man dem mit dem tollen Namen (komische Eltern ^^) sagen, dass die Links nofollow sind und er sich somit den nichtsagenden comment hätte sparen können?

Mike   
28. Juni 2010, 22:58

Verschwörungstheorie:
Skoda ist ja bekannterweise das ungeliebte Kind im VW Konzern, da viele heute nicht mehr einsehen, sich einen Passat mit Grundausstattung zu kaufen, wenn man fürs gleiche Geld einen Octavia mit Vollausstattung bekommt, der am Ende die selbe Technik trägt.
Die neue Webseite wurde daher bewusst mit Fehlern bestückt, um die Marke Skoda zu schwächen und indirekt VW zu stärken.

Cashinfo24   
28. Juni 2010, 22:59

@ Rene du hast es ordentlich gesagt.

@doe deinen letzten Kommentar kann man EBENFALLS unterlassen. Danke

doe   
28. Juni 2010, 23:27

Warum soll ich meine Kommentare unterlassen – nur weil mein Spitzname nicht Max oder Moritz ist? Ich schreibe einen kostruktiven Kommentar zum vorherigen 0815 Kommentar „CMS ist ja eh nicht so beliebt für Suchmaschinen von daher…“ – das ist genau so sinnvoll wie „Am Tag ist es hell – von daher …“

CMS sind sehr wohl von Suchmaschinen gern gesehen – wenn man aber unfähig ist dieses seinen Anforderungen anzupassen kann doch keiner was dafür. Wenn man Experte ist sollte man das CMS seinen Anforderungen anpassen oder es sein lassen.

Rene   
29. Juni 2010, 10:05

Nur um Missverständnisse zu vermeiden, ich meinte den Bookmarkfutzi. 😉

Insgesamt ist es Sumas echt schnurz egal, welches System dahinter läuft.

Es muss den Anforderungen wie Geschwindigkeit und Code- / Text-Verhältnis in Einklang bringen … im Endeffekt ist selbst das egal … interessiert ja die Suma-Betreiber nicht, wer wie wo rankt, sondern die Seitenbetreiber. 😉

Von daher wäre nicht dem CMS die Schuld zu geben, sondern dem Zuständigen.

doe   
29. Juni 2010, 10:43

Meine Rede.

Schnurpsel   
29. Juni 2010, 14:21

Na immerhin scheinen die nun das Fehlerseiten-Problem in den Griff bekommen zu haben. Die „Alte Klapperkiste“ gibt nun keinen 200, sondern brav einen 404-Status zurück.

sistrix   
29. Juni 2010, 14:22

Cool, kann ich ja meine Rechnung jetzt hinschicken 😉

eenzoo   
29. Juni 2010, 15:29

Nun evtl. liegt ein Teil des Debakels einfach daran, dass die Octaviaprodukion eingestellt wird und Skoda nicht sonderlich „trafficgeil“ ist und seine Kunden nicht fehlinformieren will.

H. Mösges   
30. Juni 2010, 08:48

Denk ich auch mal und das wird sich denke ich auch nicht ändern

Gunnar   
30. Juni 2010, 09:39

Ein Werbespot im TV kostet viele Millionen € (der muss ja auch erstmal gefilmt werden und wird ja auch öfter gespielt).

Da kann man doch wohl ein paar tausend € im Jahr für SEO ausgeben. Es sind ja oft die wirklich großen Firmen die per Impression Werbung auf Platformen wie StudiVz einblenden.

@sistrix, eure Captcha werden auch jeden Tag schwieriger zu lesen! 🙂

Automobil-Blog   
1. Juli 2010, 00:31

@ Neo: wie kommst du darauf, dass die Haendler an bestimmte Preise gebunden sein sollen? Der Netto-Preis hat mit dem Brutto-Preis ja schon laenger nichts mehr zu tun…

Niko   
1. Juli 2010, 15:58

Realaunches sind immer Gefährlich. Besonders wenn der Projekt Leiter eine Grafik Designer ist. Ich habe nichts gegen Flash, aber die Seite(Funktionalität und Design), lässt sich auch mit Java Script umsetzen.
Da die Autohersteller oft Werbe Agenturen benutzen, wundere ich mir ob eine oder andere Hamburger Werbe Agentur dahinter steckt.

Markus   
10. Juli 2010, 12:00

Schöner Beitrag. Schaut man sich im Quelltext um, findet man neben dem vielen Javascript fast nur noch nicht ausgelagertes CSS.
Es ist schon etwas verwunderlich, dass so große Unternehmen solche Arbeiten freigeben.

JP   
25. Juli 2010, 20:13

… ich bin mir auch ziemlich sicher, dass das von VW gesteuert wird. Die alte Seite war ja schon sehr sehr schlecht… Insofern ist dieser Beitrag ein gutes Beispiel, wie man absichtlich schlecht programmieren kann. BTW, was ist eigentlich das Gegenteil von „optimieren“? 🙂

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