Universal Search

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Zuerst nur in den USA aktiv, kommen die verschiedenen Ausbaustufen von Google Universal Search nun auch langsam nach Europa – höchste Zeit, sich die Sache mal genauer anzusehen. Unter dem Begriff „Universal Search“ fasst Google eine ganze Reihe von Veränderungen in den SERPs sowie auch der zugrundeliegender Technik zusammen, die das Potential haben, Schwung in die seit einiger Zeit recht verfestigten Suchergebnisse zu bringen.

Google sammelt seit einiger Zeit deutlich mehr Informationen als reine Textinhalte von Webseiten. So kam es bereits in der Vergangenheit häufig vor, dass in einer sogenannten „Onebox“ über den Resultaten vermeintlich passende Bilder, Börsenkurse oder aktuelle Wetterdaten eingeblendet wurden. Während dies aber lediglich passierte, wenn Google davon ausging, dass diese Informationen für den Suchenden nützlich sein könnten, geht Universal Search nun einen ganzen Schritt weiter und bezieht neben „normalen“ Webseiten derzeit noch folgende Formate mit ins Ranking ein: Nachrichten, Branchenbuchdaten inkl. Karte, Videos und eingescannte Bücher aus Google Books. Der Grundgedanke dahinter ist, dass man mit diesen Daten zwar wunderschöne, spezifische vertikale Suchen bauen kann, diese aber nur sehr wenig genutzt werden, da sie zu unbekannt sind. Neben dem eigentlichen Index werden nun also, je nach vermuteter Intention der Suchanfrage, weitere der oben genannten Datenbanken abgefragt. So dort etwas Relevantes gefunden wird, versucht Google über alle dann zusammengekommenen Daten ein Ranking zu bilden und SERPs mit den erweiterten Daten anzuzeigen.

Google behält das grundlegende und hinreichend bekannte Layout der SERPs bei und versucht, die jeweiligen Treffer je nach Typ möglichst elegant zu integrieren. Bei Nachrichten und Videos gibt es kleine Vorschaubilder, bei Treffern aus dem Google Branchenbuch manchmal auch eine Einbindung mit Google Maps. Es ist wohl davon auszugehen, dass Google mit verschiedenen Varianten des Userinterfaces in Zukunft noch weiter experimentieren und auch andere Einbindungen ausprobieren wird. Welche Konsequenzen ergeben sich aus den Änderungen für die Optimierung? Auch, wenn mir noch keine belastbaren Zahlen vorliegen, so ist doch davon auszugehen, dass sich die Klickrate in den SERPs deutlich verändern wird. Während sie bei „herkömmlichen“, textbasierten SERPs mit steigender Position schnell sank, werden jetzt Elemente wie die Vorschaubilder oder komplette Videos die Aufmerksamkeit der Suchenden auf sich ziehen und so auch weiter hinten stehenden Ergebnissen zu ordentlichen Klickraten verhelfen. Die sinnvolle Integration von Medien wie Bildern und Videos wird also in Zukunft noch stärker als bisher zu den Aufgaben des Suchmaschinenoptimierers gehören.

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Kommentare
Avatar Gerald Steffens   
14. September 2007, 04:48

das whitepaper von enquiro ist interessant:
http://www.enquiroresearch.com/personalization

das zeigt sehr schön, wie die neuen blickfänger in den serps die alten F-Scan Muster aufbrechen und für eine verlagerung der aufmerksamkeit und der klicks sorgen.

Avatar Webfuzzi   
29. November 2008, 23:04

Wir sind als „Null Ahnung Webmaster“ vor einem Jahr an die Erstellung unserer Seiten, eine Domain für spanische Weine heran gegangen. Das Hauptaugenmerk war von Anfang an sehr stark auf die optische und die damit verbundene Richtigkeit der deutschen Schrift, (Umlaute) sowie der gleichzeitig umfassenderen Darstellung des Themas „spanische Weine und Delikatessen“, in Zusammenhang mit dem richtigen Equipment, sprich „Wein-Gläser, Dekanter und Karaffen“ ausgelegt. Die kulinarische Abteilung hat sich erst später ergeben, aber sie war andererseits sehr problemlos in das Projekt nachträglich zu integrieren, und sie hat dazu noch den Interessentenkreis beachtlich vergrößert.

Zurückblickend blieben uns aus Profi-SEO-Sicht gravierende Fehler, was richtiges HTML, keine Frames (unsere allerersten Seiten hatten nur Frames) usw. anbelangt, weitere deftige Rückschläge nicht erspart. Jedoch stand für uns immer, die schon damals als sehr wahrscheinlich zu erwartende Entwicklung von Suchmaschinen, und die damit verbundene ganzheitlichere Erfassung von Seiteninhalten, bzw. den entsprechenden Informationen, hauptsächlich im Vordergrund. Natürlich verschieben sich im Laufe der Zeit, in einem Fall wie dem unseren laufend die Wertigkeiten, was die bessere Auffindbarkeit von Unterseiten des betreffenden Projektes anbelangt. Bisher haben im Verhältnis recht wenige User, unsere Seiten über Suchbegriffe überhaupt gefunden, jedoch haben wesentlich mehr als 50% von ihnen, uns eine angenehme und recht einfache Bedienung der Funktionen, einzelner Teilbereiche bescheinigt und waren mit der ganzheitlichen Präsentation und den umfassenderen Informationen sehr zufrieden. Sie sind uns bis heute als Kunden oder inzwischen gute Bekannte erhalten geblieben. Das Thema Wein ist aus einer anderen Sicht nur sehr schwer mit anderen Gebrauchsgegenständen des täglichen Bedarfs zu vergleichen.

Wir sind der Meinung, dass in der heutigen Zeit die stark überbewerteten Methoden, zur Verbesserung des eigenen Seitenrankings abzulehnen sind, da sie nur kurz- bis mittelfristig, eventuell einigermaßen zufriedenstellende Ergebnisse bringen. Natürlich gilt das nicht für Seiten, die hauptsächlich mit Werbung ihr Geld verdienen. Der Mensch reagiert zunächst auf angenehm optische Eindrücke und nach weiterer Überlegung auf die tasächlichen Fakten. Und es spielt eine sehr große Rolle, ob z. B. bei der Eingabe der Wortkombination „freie Mietwohnung in Köln“ erst einmal fünf oder mehr Links zu Immobilienfirmen oder Kautionsvermittlern aus anderen deutschen Städten erscheinen.

Es ist als Webseitenbetreiber immer eine Frage der Technik und der möglichst wenigen Fehler. jedoch werden sich nach unserer Überzeugung die zielgenaueren Informationswege und deren optische Darstellung im Internet auch auf Dauer durchsetzen. Suchmaschinenbetreiber werden diesem Bedürfnis in Zukunft sehr große Aufmerksamkeit widmen.

MfG

Avatar Webfuzzi   
17. Juli 2009, 21:58

Hallo,

wer wirklich wissen möchte, was die SEO-Zukunft zu bieten bald in der Lage sein wird, der studiere in aller Ruhe (das ist natürlich bei SEOs immer so eine Frage) einmal das Buch Die Numerati von Stephen Baker

Grüße

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