Werden Autoren-Profile ein Rankingfaktor?

Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.
30. Oktober 2012 22 Kommentare

Nicht erst, seit Google mit dem Link Disavow-Tool für Angst und Schrecken allgemeine Erheiterung in der Branche sorgte ist klar, dass die Suchmaschine ein Problem mit der Qualität des Linkgraphens hat. Abgesehen von einzelnen, offenbar manuellen Aktionen gegen große und öffentliche Linknetzwerke hält sich der Erfolg von Google in engen Grenzen. Da ist es naheliegend, dass man in Mountain View nach Alternativen sucht. Social Signals können in Zukunft den Weg weisen, wenn man sich die aktuellen Zahlen des Google+-Buttons allerdings ansieht, gibt es in der Erwartung an den Durchbruch von Social-Signals und QR-Codes gewisse Parallelen: alle sind sich sicher, dass es sehr bald kommt, doch irgendwie klappt es nicht.

Einen anderen Weg versucht Google mit dem Authorship-Markup zu gehen. Mit wenig Aufwand kann man sein Google+-Profil mit einer Seite verknüpfen und wird fortan als Autor dieser Seite geführt. In den Suchergebnissen hat das den großen Vorteil, dass das Profilbild neben dem Snippet erscheint und häufig die Klickrate erhöht. Aber auch für Google springt bei der Sache etwas heraus: die ausgehenden Links sind künftig nicht mehr anonym, sondern können mit diesem Autor verknüpft werden. Google hat also ein weiteres durchaus interessantes Signal, um die Qualität von Links zu bewerten.

Seit Anfang der Woche haben wir in der Toolbox eine Analysemöglichkeit für diese Daten, ich möchte aber auch hier im Blog ein paar interessante Auswertungen zeigen. Unser Linkcrawler sammelt die Autor-Verknüpfungen von mehr als 100 Millionen Domains seit rund einer Woche und ermöglicht somit eine repräsentative Sicht auf die Integrationen. Zuerst eine Tabelle mit den internationalen Top-Domains nach Anzahl unterschiedlicher Autoren:

International

# Domain Anzahl Autoren
1 google.com 14764
2 twitter.com 8874
3 facebook.com 7615
4 youtube.com 3408
5 linkedin.com 2837
6 feedburner.com 2441
7 wordpress.org 2390
8 wikipedia.org 2078
9 blogspot.com 1890
10 pinterest.com 1709
11 flickr.com 1319
12 wordpress.com 1080
13 amazon.com 1045
14 stumbleupon.com 876
15 digg.com 855
16 apple.com 831
17 tumblr.com 756
18 yahoo.com 684
19 t.co 628
20 reddit.com 618
21 delicious.com 596
22 creativecommons.org 583
23 statcounter.com 564
24 github.com 554
25 microsoft.com 542

 

Wenig überraschend, die bekannten Verdächten sind mit dabei und die Liste scheint auch in einer nachvollziehbaren Reihenfolge zu sein. Daher hier noch die gleiche Tabelle, allerdings gefiltert auf DE-Domains:

DE-Domains

# Domain Anzahl Autoren
1 amazon.de 350
2 google.de 266
3 spiegel.de 156
4 heise.de 151
5 blogspot.de 138
6 bloggerei.de 130
7 e-recht24.de 91
8 golem.de 89
9 zeit.de 86
10 welt.de 79
11 t3n.de 77
12 bloggeramt.de 73
13 topblogs.de 72
14 sueddeutsche.de 66
15 seo-united.de 65
16 focus.de 62
17 chip.de 62
18 stadt-bremerhaven.de 61
19 elmastudio.de 56
20 zdf.de 53
21 ebay.de 53
22 blog.de 51
23 basicthinking.de 51
24 sistrix.de 48
25 bild.de 47

 

Auffällig ist zum einen, wie klein die Zahlen zu den gefundenen Autoren sind. Doch das ist kein Wunder: derzeit finden wir nur für 0,159% aller Links eine Verknüpfung mit einem Autor. Google wird also daran arbeiten müssen, dass mehr Webmaster/Autoren die Verknüpfung einrichten. Zum anderen fällt auf, wie stark die SEO-Branche in den Top-100 (hier die kompletten Daten bei Google Docs) vertreten sind. Führende SEO-Fachblätter wie Seo-United.de, Tagseoblog.de, Seokratie.de oder auch Sistrix.de hätten in einer Auflistung nach Domain-Popularität keine Chance in die Top-100 zu kommen.

Daniel
30. Oktober 2012, 10:37

Schöner Artikel, Johannes!

„Google wird also daran arbeiten müssen, dass mehr Webmaster/Autoren die Verknüpfung einrichten.“

Und genau hier sehe ich das Problem: Die Schweine sollen freiwillig zur Schlachtbank rennen und offenbar machen es sogar einige gerne! Sollte es nicht gerade im Sinne eines SEOs liegen, Google so wenig Signale zur Auswertung zu liefern wie möglich? Sprich: Wenn die SEO-Szene konsequent sagen würden, dass Google sich diverse Faktoren in die Haare schmieren kann, würde dass das SEO-Leben sogar deutlich erleichtern, denn wo keine Datenquelle ist da kein Rankingfaktor. Aber natürlich rennen jetzt alle Google hinterher und müssen sich als Author etablieren in der Hoffnung weiter oben gelistet zu werden. Spannend dürfte dann nur werden was aus den 99% der Websitebetreibern wird, die noch das Wort SEO gehört haben…

Johannes
30. Oktober 2012, 10:43

Daniel, die SEOs sind ja nicht die Hauptzielgruppe von Google für diese Integrationen. Google will, dass (wichtige) Journalisten und andere Qualitäts-Schreiber hier mitmachen. Und gerade da könnte ich mir schon vorstellen, dass es klappt. Man sollte das Ego von einem Journalisten, der sein Bildchen in den Google-SERPs sehen will, nicht unterschätzen …

30. Oktober 2012, 11:09

Interessante Zahlen. Aber ich bin nicht sicher, ob ich sie richtig interpretiere. Zwei Fragen:
1. Du schreibst: „Top-Domains nach Anzahl unterschiedlicher Autoren“ … Heißt das, dass ihr so vieler verschiedene Autoren pro Domain ermittelt habt. Klingt so, aber dann verstehe ich es nicht, weil es beim tagSeoBlog nur genau einen Autoren gibt 🙂
2. Wäre es nicht sinnvoller, die Anzahl der Autoren-Links zu Listen als die der Domains? Denn ein Autor kann ja eben auf verschiedenen Seiten schreiben. Mit dem Autoren hat Google ja nun die Möglichkeit, Autorität und tRust unabhängig von Domains zu messen.

Noch ein Hinweis zu den Verlagen / Journalisten. Genau in dem 2. Punkt schient mir ein Problem für die Verlage zu liegen: denn wenn die Autoren einen guten Teil der Reputation bekommen, dann geht der ev. im Gegenzug bei den Verlagsseiten verloren. Wenn dann ein Top-Journalist zu einem anderen Blatt wechselt, dann nimmt er je seinen „Autor-Juice“ mit – das alte Blatt verliert entsprechend, während das neue gewinnt.

Auf jeden Fall ein sehr spannendes Thema. Bitte gerne weitere Analysen dazu …

Johannes
30. Oktober 2012, 11:28

Martin, wie messen, wie viele unterschiedliche Autoren auf eine Domain (rein) verlinken, nicht wie viele unterschiedliche Autoren auf dieser Domain zu finden sind. Also beispielsweise dieses Blogposting: es ist über die Google+-Integration mit meinen Namen verknüpft, folglich werden die ausgehenden Links dieser Seite mir zugeordnet. Da durch Deinen Kommentar einer dieser Links zu Dir führt, hat tagseoblog.de künftig mich als auf diese Domain verlinkenden Autor „gewonnen“ 😉

30. Oktober 2012, 11:45

@Daniel: Es ist halt nun mal oft so, dass diejenigen, die einen Rankingfaktor aufgreifen und für diesen optimieren, einen Vorteil gegenüber denjenigen haben, die ihn ignorieren möchten. Ich stelle das jetzt völlig wertfrei in den Raum.

Deiner Argumentation zu folgen würde bedeuten, dass alle Teilnehmer sich abstimmen und gemeinsam die Kennzeichnung verweigern müssten. Dazu gehören neben den SEOs auch alle anderen Autoren und Webseitenbetreiber. Kaum denkbar, dass so etwas klappen würde.

Gruß,
Christian

30. Oktober 2012, 12:00

Ein spannendes Thema und meiner Meinung nach ein cleverer Schachzug von Google. Ob die Journis auf den Zug draufspringen, wird sich weisen. Kann mir gut vorstellen, dass es noch eine gewisse Zeit braucht, bis die Medien und Verlage das Einsehen haben. Martins Einwand finde ich aber nicht unberechtigt. Die Verlage werden ungern ihre Reputation mit den Autoren teilen.

Da der Verlag bzw. das Medienhaus in der Regel selber das Aushängeschild sein möchte (Stichwort Marken Branding), wird die Autorenverknüpfung wohl erst umfassend eingesetzt, wenn diese Verknüpfung auch für Google+-Seiten bzw. Unternehmen möglich ist.

30. Oktober 2012, 13:59

Erstmal Danke für die Aufbereitung dieser Daten und daraus abgeleiteten Erkenntnisse.

Ich sehe das ähnlich zu Bernet und habe dies schon von einigen Unternehmen gehört: „Was machen wir, wenn ein Mitarbeiter uns verlässt?“
Es wurden sogar imaginäre Mitarbeiter diskutiert, was sicher nicht die Intention von Google gewesen ist.

Daniel
30. Oktober 2012, 14:38

@ Christian: Jein, mein Gedankengang ist ein ganz anderer. Was ich sagen will ist folgendes: 99% der Websitebetreiber haben keine Ahnung ob SEO eine Krankheit ist oder ob man es zum Knabbern an der Kinokasse kaufen kann. Soll heißen: Diese werden letztlich benachteiligt beim Ranking, wenn sie nicht aus allen Rohren (Facebook, Google+, Twitter, … Authorrank, etc.) schießen. Aber nur der geringste Teil hat überhaupt das Budget dafür. Der Klempner oder die Pommesbude von nebenan ist froh, wenn sie überhaupt eine Internetseite hat. Wer soll da auch noch jmd. Vollzeit ransetzen, der sich um Twitter, Facebook, Google+ und womöglich noch darum kümmert, ob man zum Autor wird? Die Leute haben ganz andere Prioritäten. Dennoch darf die Pommesbude XY nicht benachteiligt werden, nur weil sie sich nicht so ein Netz-Tamtam wie McDonalds oder BurgerKing leisten kann – zumal die Frikadelle in so einer kleinen Pommesbude in der Regel sogar oft deutlich besser schmeckt 😉

Sven
30. Oktober 2012, 23:16

Es gibt einen Grund für die Ablehnung des AuthorRanks, den auch die von „sistrix“ im zweiten Kommentar erwähnten Journalisten und Qualitäts-Schreiber nachvollziehen werden können. Denn der AuthorRank stärkt ein veraltetes und insbesondere im WWW geradezu naiv erscheinendes Konzept von Autorschaft.

Wenn Google es zukünftig belohnen sollte, dass man Texte mit einem(!) Autor verknüpft, dann werden kollaborativ verfasste Inhalte automatisch benachteiligt. Zunächst wäre da an Wikipedia zu denken – wenngleich es in diesem Fall kaun Ranking-Probleme geben wird, aber auch wissenschaftliche Texte werden seit Angebinn des Computer-Zeitalters zunehmend von mehreren gleichberechtigen Autoren verfasst. Für den Journalismus gilt Ähnliches. Und plötzlich kommt Google und sagt: Verknüpft alle Texte bitte mit einem einzigen Autorenprofil, dann rankt ihr womöglich besser als Inhalte ohne Authorship-Verknüpfung. Für kollaborativ verfasste Inhalte ist eine solche Verknüpfung nicht möglich, wenn man niemanden unterschlagen will, der an der Textproduktion mitgearbeitet hat.

Auf den Punkt gebracht: Das Verhältnis von Text und Autor ist heute weniger eindimensional als Google es zu glauben scheint. Wenn Google über den AuthorRank kollaborativ verfasste Inhalte indirekt bestraft, dann stellt es sich damit gegen den Fortschritt auf dem Gebiet der Text- und damit Wissens-Produktion.

Entschuldigt den Link (nehmt ihn ggf. raus), aber ich möchte zuletzt auf einen Artikel von mir verweisen, in dem ich dieses meiner Meinung nach sehr gewichtige Argument noch etwas ausführlicher formuliert habe: http://www.die-blog.de/445/der-google-authorrank-staerkt-google-ein-veraltetes-konzept-von-autorschaft/

4. November 2012, 20:12

Ich denke der Author Rank wird in Zukunft noch an Bedeutung zunehmen. Google wertet schon jetzt soziale Impulse und durch eine erhöhte CTR Rate in den SERPs (wegen dem Bildchen aus G+) erhält das Suchergebnis zusätzliche Pluspunkte.

Ob fair oder unfair spielt keine Rolle – Google entscheidet. Und für personenbezogene Webseiten kann es durchaus einen Mehrwert bieten den Autor zu verlinken.

10. November 2012, 04:53

I think it’s more than reasonable to assume that authorship will become a ranking factor – possibly even a big one if the take-up of it increases over time with website owners and content writers. There’s too much anonymous information being published online. Can you imagine newspapers printing most of their articles with no details of wrote them? Even if readers might not necessarily care who writes something, having some kind of accountability raises overall standards. So, I personally hope that authorship does become a ranking factor, and sooner rather than later.

10. November 2012, 06:59

I fully agree with @Mark Walters’s Opinion that it’s more than reasonable to assume that authorship will become a ranking factor – possibly even a big one if the take-up of it increases over time with website owners and content writers.

16. November 2012, 21:00

Your airtcle was excellent and erudite.

17. November 2012, 11:33

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18. November 2012, 06:28

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18. November 2012, 12:53

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19. November 2012, 02:02

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Yves
21. November 2012, 00:19

Google muss doch nur bekannt geben das sich der Autoren Rang aufs Ranking auswirkt offiziell und dann müssen es alle benutzen.

23. November 2012, 09:22

Hey cool blog, just questioning what anti-spam software you use for feedback because i get lots on my blog. Anyway, in my language, there should not much good supply like this.

13. August 2013, 11:12

Authorship must be n ranking factor. That’s a real necessity in these days.

21. Dezember 2013, 22:53

Your airtcle was excellent

16. Januar 2014, 11:55

Go Google Go…unstoppable;)