Wie Google Regelungslücken ausnutzt

Johannes Beus
Johannes Beus
18. November 2010
Johannes Beus
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Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Heute ist Google Street View dann endlich und nach monatelangem Gezerre auch in Deutschland online gegangen. Viel ist zu den Vor- und Nachteilen geschrieben wurden, noch mehr wurde über die Rechtmäßigkeit des Dienstes diskutiert. Interessant finde ich an Street View, dass es ein gutes Beispiel dafür ist, wie Google Regelungslücken ausnutzt. Als der Gesetzgeber die Panoramafreiheit im Urheberrecht verankerte, kam es bestimmt niemandem in den Sinn, dass ein Monopolist aus den USA irgendwann mal Autos mit digitalen Kameras ausrüsten werde und damit die ganze Welt ablichten wolle – es ging vielmehr darum, dass man das, was man von der öffentlichen Straße aus sieht, auch problemlos fotografieren könne. Ein ähnliches Vorgehen ist bei der Google Buchsuche zu beobachten: Google hat einfach angefangen, eine Menge Bücher zu digitalisieren und kümmert sich dann irgendwann später darum, dass die rechtlichen Gegebenheiten dafür geschaffen werden. Auch YouTube wäre, wenn dort ausschließlich private Urlaubsfilme verfügbar gewesen wären, vermutlich nicht so ein Erfolg geworden – heute muss sich die Film- und Musikindustrie ob der Marktmacht irgendwie mit dem Dienst arrangieren.

Allen Fällen ist gemein, dass mittlerweile Anwendungen möglich sind, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Die Rechenleistung der Serverfarmen von Google und Facebook macht vieles erst überhaupt möglich. Wenn dann Verbraucherschutzministerin Aigner ihr Facebook-Profil löscht, mag das zwar die ein oder andere öffentlichkeitswirksame Nennung in einer Tageszeitung bringen, verkennt aber die Realität: Internetriesen treiben den Gesetzgeber eindeutig vor sich her und dieser wird erst mit Jahren, wenn nicht Jahrzehnten Verspätung reagieren. Als Nerd, der in einer Zeit computer-sozialisiert wurde, zu der Microsoft der Inbegriff des Bösen war, betrachte ich diese Entwicklung mit Sorge. Microsoft hatte damals zwar ein Monopol – aber keine persönlichen Daten in dem Umfang, wie sie heute Google und Facebook besitzen.

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Kommentare
webwork   
18. November 2010, 20:03

Dem stimme ich voll und ganz zu. Hab mir Heute das Interview mit Mark Zuckerberg angeschaut. Ist schon beeindruckend, wie locker und leicht der mit den Medien und Massen umgeht.

Trotzdem musste ich ständig daran denken, dass komischerweise immer diejenigen die Privatspähre belächeln, die das nötige Kleingeld haben um deren Erhalt zu bezahlen.

Torsten Maue   
18. November 2010, 20:04

Hallo Johannes,

schon komisch, daß jemand wie du der sein Geld direkt bzw. indirekt mit Google verdient nun plötzlich Angst vor Google bekommt.

Ich gebe zu: ich hab keine Angst. Von mir aus können Google, Facebook wissen wie alt ich bin, wo ich wohne, daß ich am liebsten Bratkartoffeln esse, Kia fahre und auf Frauen mit kurzen Haaren stehe. Was kann man mit diesen Daten anfangen?

Im schlimsten Fall (oder doch im besten?) bekomme ich speziell auf mich zugeschnittene Werbung, bekomme bei Google nach Eingabe von „Autohaus + Ort“ (ohne Herstellername) sofort Kia-Autohäuser angezeigt usw.

Echten Datenschutz gibt es schon lange nicht mehr. Die Kommunen verkaufen die Adreßdaten ihrer Einwohner für kleines Geld an jeden der die haben will. Anbieter von Bonuskarten wissen längst wo wir am liebsten einkaufen und an den Schrift „Falls verzogen bitte nachsenden. Anschriftenberichtigungskarte bitte zurück an..“ auf diversen Briefen haben wir uns schon längst gewöhnt.

Fazit: echten Datenschutz gibt es wohl nur noch, wenn ich alles mögliche abbestelle und mir tief im Wald ein Baumhaus baue und mich nur noch von Lräutern und Beeren ernähre. Wobei: zumindest die GEZ würde mich wohl auch dort aufstöbern….

Randolf Jorberg   
18. November 2010, 20:13

Ich würde es nicht als Regelungslücke bezeichnen. Ich denke auch nicht, dass es irgendwann, irgendwo ein echtes Verbot vergleichbarer Dienste geben wird. Es zeigt sich nur, dass Informationen immer vielfältiger werden und schon in wenigen Jahren wird einem z.B. die Immobiliensuche nach dem Motto
„Zentrum 2 Zi, K B, 89qm, Balkon, Tel 0234-5678901 ab 13h“ so unglaublich anachronistisch vorkommen, weil wir eben via Internet schon lange die Wohnung besucht und sie evtl. sogar online angemietet haben, bevor wir den ersten Kontakt mit dem Vermieter aufnehmen.

Das gleiche gilt auch für alle Bereiche unseres Lebens – die Veränderungen der nächsten 10 Jahre werden größer und schneller als die Entwicklung der letzten 50 und das Innovationstempo wird ganz sicher nicht von irgendeiner Regierung vorgegeben.

@webwork: ich sehe in diesem Fall tatsächlich Privatsphäre weniger als Frage des Kleingelds, sondern eher der persönlichen Datensparsamkeit.

Johannes   
18. November 2010, 20:32

Torsten, ich würde nicht sagen, dass ich vor Google Angst habe. Ich glaube aber, dass die Gefahren, die davon ausgehen können, dass sehr sehr viele private Daten in den Händen einer privaten Firma liegen, unterschätzt werden. Das wird hauptsächlich deswegen so sein, da es in der Vergangenheit wegen der fehlenden technischen Möglichkeiten noch nie eine vergleichbare Situation gab. Umso wichtiger ist es in meinen Augen, dass die Politik und nicht die Privatwirtschaft die Rahmenbedingungen dafür vorgeben.

webwork   
18. November 2010, 20:36

@Randolf

Ja wie denn? Du schreibst es doch selbst. Man kann sich dem ganzen nicht völlig entziehen. Wollte ich auch gar nicht. Denn bei allem Eifer der Datenschützer, es ist schon sehr bequem und nutzerfreundlich geworden, das Internet.

Wenn aber Facebook sämtliche Email Kontakte von unwissenden Usern anschreibt, darunter auch die Firma, bei der man sich kurz zuvor noch online beworben hat, ist das schon bedenklich.

Wenn wie derzeit in den USA Gläubiger via Facebook alle Bekannten, Verwandte und Freunde eines Schuldners über die prekäre Lage des Betroffenen in Kenntnis setzen,um Druck auszuüben, dann ist das schon mehr als grenzwertig.

Eine wirklich(!) freie Entscheidung über die Verwertung eigener Daten kann man sich nur erkaufen.

Über Streetview lässt sich sicherlich streiten. Das sehe ich auch nicht so eng. Mit Facebook sieht das aber etwas anders aus. Denke ich da zum Beispiel an die neue Email Funktion, wird mir irgendwie unbehaglich.

Mißfeldt   
18. November 2010, 20:38

Sehe ich auch so. Nur …
1. kann vermutlich niemand zukünftige Entwicklungen mehr vorhersagen. Dafür ist die Technologie, wie Du auch schreibst, viel zu innovativ und zu schnell.

2. werden die Dienste ja offensichtlich von sehr vielen Menschen dankbar angenommen. Sollte die Politik jetzt zum Beispiel die Bildersuche abschalten, weil sie prinzipiell gegen das Urheberrecht verstößt? Was wäre das für ein Geschrei. Oder sollte man facebook verbieten (mit Stoppschild am Besten), weil der Datenschutz missachtet wird? Im Grunde hat die Politik längst keinen Einfluss mehr auf die technologische Entwicklung. Das einzige, was man machen könnte, eine „faceBook-Steuer“ zu erheben und mit den Einnahmen die Datenschutz-Aufklärung zu stärken. Aber ob man damit Wahlen gewinnt?

Letztlich werden wir alle an den Punkt kommen, wo wir sagen: ich mach da nicht mehr mit! Das ist das einzige, was noch etwas bewirken würde.

Übrigens finde ich StreetView im Vergleich zu faceBook oder Analytics absolut harmlos.

Surge   
18. November 2010, 21:54

Ich empfehl jedem hier das Video von der Muse Peter Kruse auf der Republica 2010 🙂
http://www.youtube.com/watch?v=ryiuuUKQJy0

Torsten Maue   
18. November 2010, 22:29

Johannes, ich weiß nicht ob meine Daten beim Staat wirklich sicherer wären. Egal ob private Firma oder Politik, dahinter stehen immer Menschen und auf beiden Seiten gibt es „gute“ wie auch „böse“ Menschen.

Wenn ich mir unsere derzeitigen Politiker so anschaue so denke ich, daß die in einer Welt leben die vor 10-15 Jahren bereits versunken ist. Sollen wirklich diese Menschen darüber entscheiden wie sich das Internet entwickeln soll?

Ich bin immer noch der Meinung, daß sich das Internet selbst reguliert. Wer hätte jemals gedacht, daß der Netscape Browser mal nicht mehr existieren wird? Wer hätte jemals geahnt, daß Fireball und Altavista mal zur Bedeutungslosigkeit verdammt sein würden? Wir wissen nicht ob es nicht auch mal einen echten „Google Killer“ geben wird. Wir wissen nicht ob Facebook nicht vielleicht in fünf Jahren so bedeutungslos sein wird wie es jetzt schon MySpace geworden ist. Alles ist möglich, von daher sehe ich das ganz recht gelassen.

Paul Janowitz   
18. November 2010, 22:37

Ich verstehe ehrlichgesagt das Geschrei gegen Streetview nicht und es regt mich auch auf, dass das Haus in dem ich wohne (wahrscheinlich von einem meiner Nachbarn) verpixelt wurde. Ähnliche Bilder gibt es schon seit etlicher Zeit auf http://www.dastelefonbuch.de/ aus der Vogelperspektive, zwar nicht so hochauflösend aber ausreichend für eine (automatisierte) Bewertung der Wohnlage. Witzigerweise ist unsere Hausfassade bei Panoramio schon seit einigen Jahren online und keiner hat bis dato damit ein Problem gehabt.

Wenn Facebook E-Mail Adressen unbeteiligter sammelt und diese bei der Anmeldung bei Facebook auswertet (ohne zu überprüfen ob ein Kontakt wirklich vorhanden war) ist das definitiv eine grenzwertige Sache, wenn Google durch die Straßen fährt und die seit immer öffentlichen Häuserfassaden fotografiert kann ich nach meinem Rechtsverständnis nichts anstößiges erkennen. Ich wäre an Google’s Stelle auch soweit gegangen, dass ich keine Abmeldungen geduldet hätte, bevor keine explizite Rechtsgrundlage dafür vorgelegen hätte. Häuser durfte man schon immer fotografieren (was Datenhändler wie Schober & Co. auch schon seit Jahrzehnten getan haben, inklusive Ratings und Verkauf an Dritte).

Viel beängstigender empfinde ich Vorhaben wie Biometrischer Perso, Körperscanner (deren Daten angeblich nicht gespeichert werden aber bereits die ersten Leaks inklusive Vergleich zum realen Foto im Internet Kursieren) Vorratsdatenspeicherung der Regierung, die dann auch rechtskräftig ausgewertet werden obwohl sie ihre klaren Fehler und Schwächen haben. Hierbei entsteht eine Situation der Umkehrbarkeit der Beweislast zulasten des Angeklagten und eine Abkehr vom Prinzip der Unschuldsvermutung (IP-Adresse des Anschlusses wird dem Inhaber zumindest als Mitstörer angelastet, egal ob er ein offenes WLAN betreibt oder einen gehackten Rechner zuhause stehen hat).

Nichtsdestotrotz kann ich mich im Internet immer noch anonym per VPN oder einem anderen Anonymizer bewegen wenn ich das möchte und es wird dafür auch immer einen Weg geben. Man sollte eben bewusst im Internet unterwegs sein und wissen, was man gerade tut und wem offenbart.

Ich bin der Meinung, die Debatte um Streetview ist typisch deutsch, man ist „halt dagegen“ auch wenn man sich nicht mit dem Thema befasst hat und ich vermute, nicht einmal 10% der Antragsteller gegen eine Veröffentlichung ihrer Hausfassade könnten einen nachvollziehbaren Grund dafür liefern… Aber hauptsache dagegen: Google ist böse, Apple ist böse, Microsoft ist böse und das Internet sowieso!

Konrad Bauckmeier   
18. November 2010, 22:48

Ich denke, die Haltung „Was solls ich habe ja nichts zu verbergen“ ist eindeutig zu kurz gedacht. Irgendwann wird jeder mal an den Punkt kommen, wo seine persönliche Schmerzgrenze tangiert oder gar überschritten wird und sei es mit Informationen, die einen Schluss zulassen, der so nicht mal korrekt ist. (Bild von Dir vor dem Schwulenclub o.ä)

Paul Janowitz   
18. November 2010, 22:53

@Konrad
Für derartige Gegebenheiten gibt es allerdings klare gesetzliche Regelungen. Google fotografiert bei Streetview den öffentlichen Raum, wenn auch strukturierter als je zuvor.

Andi Licious   
18. November 2010, 23:21

… und MS musste für viele ihrer Produkte später tief in die Taschen greifen. Die beiden anderen genannten Firmen bisher eher weniger und lange nicht in ihrem Maß. Oftmals fraglich wieso nicht auch. Voe allem wenn man an die Macht von Apple denkt. Aber nunja. Lieber ein offenes Google, als eine diktatorische Frucht.

Auf einem Apfel getippt.
Cheers, Andi

Burt   
19. November 2010, 00:41

heult mal alle nicht so rum, denn ohne Google und diesem brillianten System würden viele immer noch bei McDonalds jobben oder Nachts an der Tankstellenkasse stehen. Danke Google für alles, weiter so!

Ronny   
19. November 2010, 08:28

Ich kann Torsten nur beipflichten. Ich glaube, der Großteil der Menschen hat einfach Angst vor dem was da noch kommen könnte. Und dies ist in der Tat unsicher. Unsicherheit sorgt für Ängste. Denkt einfach mal daran, wie es ist, wenn auf einmal in einem Unternehmen Gerüchte über Personalabbau auftauchen. Dann fangen über 50 Prozent der Belegschaft an zu Schwitzen.

Der Unterschied zum Internet besteht nur darin, Google, Facebook und Co wären nicht, was sie sind, ohne die User. Die Daten die hierdurch gesammelt werden, nützen letztendlich nur solange, wie die User es auch zu lassen. Dunkle Machenschaften wird das Netz langfristig aufdecken und abstrafen, unabhängig von Google oder Facebook. Und wenn Google oder Facebook daran beteiligt sind, werden auch diese Unternehmen abgestraft. Schließlich haben wir es in der Hand.

PS: Die Diskussionen über die Gefahren sind doch bereits ein gutes Zeichen dafür, dass wir uns mit unserer Zukunft auseinandersetzen.

Martin   
19. November 2010, 08:33

Es gibt hier ja immer zwei Beteiligte: „Datennehmer“ und „Datengeber“. Bei der ganzen Debatte um Google/Facebook (Datennehmer) & Datenschutz geht man immer von unmündigen (schützenswerten) Bürgern (Datengeber) aus. Aktuell mag das richtig sein, dass viele Menschen noch nicht die Medienkompetenz, Datensparsamkeit etc. besitzen, aber meint ihr nicht, dass das auch im Umbruch ist? Sprich, dass Kids von heute in Zukunft viel stärker, bewusster, sensibler mit Daten umgehen (weil gelernt) KÖNNEN? Vielleicht sollte man sich viel stärker fragen, wie man die Medienkompetenz, Datensparsamkeit, Bewusstsein bei den User stärker schärft, als dass man auf Regulierung durch nicht-innovative Institute setzt?!

Jojo   
19. November 2010, 08:54

Ein nicht geringer Teil der Menschen ist von der technischen Entwicklung schlicht überfordert und sieht mancher Entwicklung daher etwas ängstlicher entgegen. Ich denke dass ist zum Teil auch bei Streetview der Fall. Mal davon abgesehen, dass mancher Poltiker das ganze dann noch schön aufgebauscht hat. Dagegen ist die „junge Generation“ vielleicht das genaue Gegenteil und manchmal etwas zu sorglos mit ihren eigenen Daten.

Die Datensammelei finde ich per se nicht so schlecht. Zumindest solange es in der Entscheidungsfreiheit des Einzelnen liegt. Da fehlt es dann aber vielen wohl an den notwendigen Informationen bzw. Interesse sich damit einmal auseinanderzusetzen. Welcher „normale“ Nutzer macht sich schon großartig Gedanken dazu, was der standardmässig gesetzte Haken „Webprotokoll aktivieren“ bei der Anmeldung eines Google-Accounts bedeutet?

Richard Becker   
19. November 2010, 12:21

Hallo, Deine Kritik an Google wirkt überzeugend, aber Du solltest diese Maßstäbe auch für Dich anwenden.

Ist Dir bewusst, dass Du personenbezogene Infos Deiner Leser mittels des Facebook-Like-Buttons an Facebook überträgst, selbst wenn diese den Like-Button gar nicht benutzen?

Laut Facebook selbst bzw. von Experten, die den Datentransfer der Facebook-Social-Plugins untersucht haben, müsstest Du eigentlichen folgenden Hinweis in Deine Datenschutz-Seite integrieren. http://www.facebook.com/note.php?note_id=10150229259905195
Zitat
Wenn Sie eine Webseite unseres Internetauftritts aufrufen, die ein solches Plugin enthält, baut Ihr Browser eine direkte Verbindung mit den Servern von Facebook auf. Der Inhalt des Plugins wird von Facebook direkt an Ihren Browser übermittelt und von diesem in die Webseite eingebunden. Durch die Einbindung der Plugins erhält Facebook die Information, dass Sie die entsprechende Seite unseres Internetauftritts aufgerufen haben. Sind Sie bei Facebook eingeloggt, kann Facebook den Besuch Ihrem Facebook-Konto zuordnen. Wenn Sie mit den Plugins interagieren, zum Beispiel den “Gefällt mir” Button betätigen oder einen Kommentar abgeben, wird die entsprechende Information von Ihrem Browser direkt an Facebook übermittelt und dort gespeichert. Zweck und Umfang der Datenerhebung und die weitere Verarbeitung und Nutzung der Daten durch Facebook sowie Ihre diesbezüglichen Rechte und Einstellungsmöglichkeiten zum Schutz Ihrer Privatsphäre entnehmen Sie bitte den Datenschutzhinweisen von Facebook. Wenn Sie nicht möchten, dass Facebook über unseren Internetauftritt Daten über Sie sammelt, müssen Sie sich vor Ihrem Besuch unseres Internetauftritts bei Facebook ausloggen.
Zitatende
Für Letzteres ist es aber zu spät, denn schließlich ist der Besucher schon auf der Seite.

Sascha   
19. November 2010, 15:20

Typisch deutsche Ansicht, auch von Johannes hier, überrascht mich zwar auch, aber so sind die Deutschen halt leider!! Alles große ist böse und man muß Angst haben und gegen alles stänkern.

Bocklos   
19. November 2010, 17:46

Ich denke, daß es irgendwann eine große Offline-Bewegung als Jugendkultur geben wird. Heute ist digital im Trend, immer online, alles sharen, überall mitreden und handy immer angeschaltet.
Ich könnte mir vorstellen, daß es Leute gibt, die sich dem im größeren Stil bewusst entziehen, um wieder eine intransparente Jugendkultur zu kreiren, wo Geheimtipps und coole Locations nicht nach ein paar Tagen bei „Secret Berlin“ stehen und dann von Touris überrannt werden, sondern das Leben digital undokumentiert bleibt und weder für Google, Facebook oder den Mobilfunkprovider erkennbar ist.
Ähnlich zur Biobewegung, die sich in den 70ern als Gegenbewegung zur hochindustrialisierten Agrarwirtschaft positioniert hat.

Nur Scheisse daran ist, daß ich mein Geld mit dem Digitalkram verdiene….
😉

webhelps   
19. November 2010, 18:30

Grundsätzlich geht es doch darum, dass der Staat viel träge reagiert, um sich den neuen Gegebenheiten und Trends anzupassen. Da hat Johannes vollkommen Recht. Firmen wie Google und Facebook verhalten sich extrem aggressiv und testen sämtliche Grenzen aus, gehen sogar darüber hinaus. Hier verlange ich vom Staat schon eine gewisse Schutzfunktion, vor allem für die Unwissenden da draußen und das sind viele.

Trotzdem rege ich mich über meinen Nachbar auf, dass er mein Haus verpixelt hat :). Aber Street View ist auch nicht das Problem…

Raffael   
21. November 2010, 12:56

Die Kritik an Google und Facebook ist völlig richtig. Und natürlich ist man auch etwas ein Heuchler wenn man einerseits Google und Facebook beschuldigt, aber dann selbst Analytics und den Like Button benutzt. Aber auf Facebook als Marketing Tool zu verzichten und gleichzeitig auch noch für Statistiksoftware zu zahlen kann sich kaum einer leisten.

Ich find es erschreckend, dass man nur mit einem extrem großen Mehraufwand nicht Teil der Datensammler sein kann.

Lachen kann ich nur über die Leute, die meinen, Sie müssten Ihr Haus verpixeln aber dann Ihre Emails von Google durchleuchten lassen. Dein Haus kann ich mir auf der Straße anschauen, deine Emails kann ich nur mit hoher krimineller Energie lesen…

Die Gesetze werden niemals mit dem Internet schritt halten können und es ist fraglich, ob das überhaupt wünschenswert ist.

Othmar   
21. November 2010, 16:32

Der Glaube an die Selbstregulation des Internets ist bei mir intakt. Ich habe seit einiger Zeit einen „Nofacebook“ Button auf etlichen meiner sites, die vielen positiven (unverlangten) Feedback’s überraschen und freuen mich zugleich und nähren meine Hoffnung dass der österr. Philosoph Leopold Kohr mit seinen Thesen wie „small is beautyfull“ und das „richtige Mass der Dinge“ doch die richtigen Gedanken hatte!

Steffen   
21. November 2010, 23:00

ja davon habe ich gehört finde ich nicht in Ordnung was die machen.

serano   
24. November 2010, 02:25

Servus Johannes,

also ich bin in einer Zeit groß geworden, als es noch ein Wählscheibe, einen Klingelton und eine Schnur am Telefon gab. Später kam in meiner Jugend Atari, C64, 386er usw… Ich kenne noch Modem, das 14er, 56er und habe die Entwicklung von Anfang an begleitet. Seit fast 10 Jahren verdiene ich mein Geld im Web, mit dem Web und bin auf google und sämtliche Portale angewiesen – für mich und meine Kunden.

Von Jahr zu Jahr mache ich mir aber genau wie du immer mehr Sorgen, und obwohl ich damit arbeite und meinen Lebensunterhalt verdiene, werde ich zunehmend kritischer gegenüber den Entwicklungen. Vielleicht macht das auch nur die Erfahrung, die einfach mit der Zeit tiefer geht als bei „Normalen“ Usern. Es geht nicht um den derzeitigen Stand der Technik, vielmehr um das was unweigerlich noch kommen wird und kommen muss. Schritt für Schritt geht es von Jahr zu Jahr weiter. Wer denkt, er habe nichts zu befürchten in Zukunft, der ist einfach nur naiv! Das Potential was mehr oder weniger gesichert in irgendwelchen Datenbanken schlummert ist enorm. Und die Daten werden mehr, und die Daten werden immer feiner und genauer.

Personaler haben das Web schon für sich entdeckt. Krankenkassen und Finanzamt werden diese Wissensquelle in Zukunft nicht ausser Acht lassen. Der Staat versucht an mehr Daten zu kommen. Wenn sich die Bürger wehren, kommt halt mal eine Terrorwarnung die die Wichtigkeit solcher Anliegen unterstreicht (meine Meinung).

Also Johannes, ich bin bei dir 🙂

phil   
24. November 2010, 22:19

Das Handeln von Google finde ich keineswegs schlimm. Was spricht denn dagegen, die Gegebenheiten auszunutzen? Sie haben genug Geld und sind gut im Geschäft.

cotisuelto   
25. November 2010, 09:34

Ich bin, was das Social Web angeht, geteilter Meinung. Gegen personalisierte Werbung habe ich generell nichts einzuwenden. Grundsätzlich stelle ich mir aber die Frage: Was bringts und was kostets?

Aus Facebook konnte ich nie einen Nutzen ziehen und habe mich abgemeldet. Google bietet hervorragende, kostenlose Produkte. Die nutze ich gerne und dafür bezahlte ich mitunter auch mit meinen Daten. Privat muss ich nicht stündlich die Konsistenz meines Stuhlgangs auf Twitter bekannt geben. Leute die mir wichtig sind, haben meine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Aber wenn man unternehmerisch handelt, muss man selbstverständlich wieder umdenken, denn wer nicht trommelt, wird bekanntlich nicht wahrgenommen …

Das Kind kann ja nicht ins kalte Wasser geworfen werden, wird mMn also in immer kleineren Schritten sensibilisiert. Wenn StreetView mal in Echtzeit läuft oder große Unternehmen personenbezogene Daten verknüpfen, wird sich schon jeder selbst Fragen, wie wichtig ihm Privatsphäre ist. Vielleicht laufen wir ja in vielen Jahren alle nackt über die Straße?

okseo   
25. November 2010, 13:09

Hallo zusammen,
ja ich muss Deinem Artikel völlig zustimmen. Aber nicht nur dei Politiker werden vor sich hergetrieben sondern die Unternehmer ebenfalls. Ich stelle mir immer die Frage ob die wirklich die Fähigkeiten haben um das wesentliche der Daten zu heben.

Ovulationstest   
3. Dezember 2010, 10:04

Guter Beitrag. Auch ich stehe dem grenzenlos offenen Social Netzwerk sehr kritisch gegenüber.

wallnertommi   
3. Dezember 2010, 18:21

Hier in Österreich sind die google Fahrzeuge seit gestern leider auch wieder unterwegs. Nach der ersten Aufregung war google für einige Wochen gestoppt worden, doch wie nicht anders zu erwarten ist ein Unternehmen wie google nicht wirklich aufzuhalten, so sind die Fahrzeuge nun also wieder dran die restlichen Strassen aufzunehmen und wohl auch in absehbarer Zeit online zu stellen. Obwohl jeder Blog und jede Webseite indirekt durch google verdient, denke ich doch, dass es dringendst erforderlich wäre einwenig mehr Rücksicht auf die Privatsphäre der Internetnutzer zu nehmen

Lisa   
14. Dezember 2010, 19:01

Hallo,
Also ich habe das auch mitbekommen 😀 aber muss sagen sehe das nicht so dramatisch wie viele andere!
lg

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