Wieso SISTRIX keine SEO-Agentur ist

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Auf Konferenzen und Branchentreffen werde ich recht häufig gefragt, wie das eigentlich so abläuft in einer SEO-Agentur. Ich gucke dann wohl meistens recht verdutzt und wenn ich meinem Gegenüber eröffne, dass SISTRIX keine SEO-Agentur ist, wandert der Gesichtsausdruck von mir auf ihn (ja, die Branche ist überraschenderweise tatsächlich überwiegend männlich besetzt). Da anscheinend nicht allgemein bekannt ist, was wir eigentlich machen und wieso ich mich dagegen entschieden habe, eine SEO-Agentur aufzubauen, möchte ich ein paar Sätze dazu schreiben.

SEO unterscheidet sich von den restlichen Onlinemarketing-Disziplinen, mit denen es gerne in einen Topf geworfen wird in meinen Augen doch deutlich. Zum einen ist SEO strategisch geprägt: um erfolgreich zu sein, muss man häufig tief in bestehende Strukturen und Prozesse eingreifen. Zum anderen ist der Hebel im Vergleich zu anderen Maßnahmen in der Regel deutlich größer: mit vergleichsweise wenig Aufwand und Kosten können signifikante Besucher- und Einnahmeströme erzeugt werden. Die beiden Punkte, kombiniert mit der Tatsache, dass solide SEO-Arbeit (sehr) langfristig angelegt sein muss und es auch einige Zeit dauern kann, bis Erfolge zu sehen sind, machen die Zusammenarbeit mit Kunden in vielen Fällen etwas schwierig. Kunden wollen sofort Ergebnisse und auch das Thema der für beide Seiten fairen Abrechnung ist nicht so ganz einfach, wie Andre bereits ausgeführt hat.

Zum Glück gibt es im SEO-Bereich eine Alternative zur Arbeit für Kunden: eigene Projekte. Das vorhandene Know-How nutzen wir, um selber entwickelte Projekte weiterzubringen. Die Monetarisierung erfolgt dann über verschiedene Kanäle wie direkt Partnerschaften, Affiliate-Programme oder Adsense. Das hat den großen Vorteil, dass einmal erfolgreich aufgebaute Strukturen in der Regel noch Jahre später regelmäßig Gewinn abwerfen, obwohl der Betreuungsaufwand häufig sehr gering ist. Auch sehe ich als Vorteil, dass wir so einen deutlich größeren Anteil der Arbeitszeit in wirkliche Arbeit investieren können und uns nicht damit beschäftigen müssen, wann wir wo Messestände zur Kundenakquise aufbauen sollen. Rückblickend betrachtet denke ich, dass die Entscheidung richtig war – gerade vor dem Hintergrund der zahlreichen neuen „SEO-Agenturen“, die derzeit auf den Markt drängen und deren Stärke eher im Vertrieb als in der Sache liegt. Es gibt zwar noch einige Kunden, die wir betreuen, dies allerdings eher, weil es beiden Seiten viel Spaß macht und nicht hauptsächlich, um möglichst viel Geld zu verdienen.

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Kommentare
Avatar der_Heiko   
29. April 2009, 17:07

http://is.gd/vmhJ Danke für Deine ehrlichen Worte @sistrix

Avatar harlinghausen   
29. April 2009, 17:19

RT @sistrix: [Blog] Wieso SISTRIX keine SEO-Agentur ist http://tinyurl.com/cwhfrk

Avatar Patrick   
29. April 2009, 17:42

Das finde ich sehr nachvollziehbar. Ich denke auch, dass Du die richtige Entscheidung getroffen hast. Im normalen Agentur-Geschäft geht leider richtig viel Zeit für Aufgaben drauf, die dem Kunden nicht direkt als „Arbeit am Account“ darstellbar sind.

Avatar Matze77   
29. April 2009, 18:13

RT @sistrix: [Blog] Wieso SISTRIX keine SEO-Agentur ist http://tinyurl.com/cwhfrk <- Mir gehts ganz genau so…

Avatar Manolo   
29. April 2009, 18:14

Interessant wäre wieviel Leute für dich fest Arbeiten? Wenns kein Geheimnis ist.

Avatar Joe Cent   
29. April 2009, 18:27

Aus meiner Sicht ein sehr gut nachvollziehbarer Ansatz. Klar ziehts bei den Firmen mehr, wenn jemand behauptet, die Seite in 2 Wochen auf Platz 1 zu bringen. Die Marktschreier gabs schon immer. Heute haben sie halt zusätzlich noch einen bombastischen PR 2. 😉
Ich hoffe nur, das sie ein temporäres Phänomen bleiben.
Die Arbeit eines guten freien (also nicht Inhouse) SEO muss zwangsläufig erstmal auf den eigenen Projekten liegen. Und das nicht nur aus Gründen der Reputation.

Avatar Googlehagel   
29. April 2009, 18:29

Full ack, insbesondere was den Teil Akquise vs. „wirkliche“ SEO-Arbeit betrifft! Das alte Problem: Jeder kann sich SEO nennen (und/oder Agentur)…
Aber was macht Sistrix denn nun eigentlich genau – außer eigene Projekte pushen und einige handverlesene Kunden betreuen?
Hagel

Avatar Mißfeldt   
29. April 2009, 20:34

Hehe, erfolgsgeile Kunden sind ein Graus…
Ich denke, dass das auch insofern eine sehr richtige Entscheidung war, als dass SEO-Agenturen bald sicherlich immer weniger wichtig werden. SEO wird in den meisten Fällen einfach integraler Bestandteil der Website-Erstellung und -pflege (werden). Spezielle SEO-Agenturen sind z.Z. vielleicht noch wichtig, um Versäumnisse aufzuarbeiten. Aber mittelfristig werden sich die Anforderungen an einen Internet-Dienstleister sicherlich anpassen.

Btw: sehr schickes neues Design. Noch übersichtlicher als vorher.
Gruß, Martin

Avatar Johannes   
29. April 2009, 22:45

Manolo, bei der Entwicklung eigener Projekte arbeite ich mit 3 Mitarbeitern zusammen. Ist für mich von der Anzahl so optimal und wir können sehr (!) schnell neue Ideen und Ansätze umsetzen und testen, ob es funktioniert.

Googlehagel, reicht doch, oder? Andere kriegen nicht mal eine der beiden Sachen anständig auf die Reihe 😉 Aber stimmt, die SISTRIX Toolbox ist seit rund einem halben Jahr auch noch mit dabei.

Mißfeldt, danke, Evolution ist manchmal doch besser als Revolution.

Avatar Loewenherz   
29. April 2009, 23:19

Absolut korrekt, Johannes. Wobei der Gesichtsausdruck jetzt zu mir wechselt, da du einen sehr wesentlichen Grund gar nicht genannt hast.

Avatar Dennis   
30. April 2009, 08:43

@Johannes: Interessanter Ansatz – ist unter den drei Mitarbeitern auch ein Grafikgestalter? 😉 Persönliche Neugier!

Avatar Typo3 Agentur   
30. April 2009, 16:55

JA cool – also hier merkt man wieder was Sache ist – weil die 1000 Super SEO Firmen versprechen dir meist eh alles – doch da Frage ich mich immer? – hm – warum betreiben die nicht selber auch ein oder 2 Seiten und machen da GEWINNE?

Da bekommt man dann Antworten wie – oh dafür haben wir leider keine Zeit mehr – doch muss ich schon sagen – für so etwas sollte man sich doch etwas zeit nehmen!

Avatar Johannes   
30. April 2009, 17:03

Dennis, nein keine Grafiker. Sind bei dem Modell eher … unnötig 🙂

Avatar Gladiii   
1. Mai 2009, 19:02

Hiho!

Jojo, SEO is schon recht komplex. Ich beschäftige mich nun schon einige Zeit damit, aber mehr als die Grundlagen hab ich noch nicht drauf. Das liegt nicht daran, dass man dumm ist, sondern dass die Materie viel schwieriger ist, als manche glauben. 🙂

Mfg Gladiii

Avatar Faruk Adams   
4. Mai 2009, 00:22

SEO Agenturen nehmen viel Geld für nichts. Da finde Ich eine Distanzierung Sehr Lobenswert. Webdesigner sollten sich einfach mal die Grundlagen der html programierung zu herzen nehmen und Ihre Webseiten einfach nach den vorgegebenen Richtlinien erstellen und sich dann noch ein wenig ums Online Marketing kümmern kommt die gute Positionierung ganz von allein ;))… Natürlich brauch mann zur schnelleren überprüfung nette Tools wie Sie z.B die SISTRIX Seite hat also vielen Dank und weiter so!

Avatar Seodeluxe   
4. Mai 2009, 12:29

Auch für mich als Inhouse SEO ein interessanter Artikel, eigentlich weiß man ja gar nicht so genau was die „freien“ SEOs so treiben. Stimme Dir in dem Punkt zu, das man mit einigen wenigen, aber guten Projekten und ein paar Kunden sicher recht gut leben kann. Weiterhin viel Erfolg!

Avatar onliner   
4. Mai 2009, 15:07

„[…] Mit unserem Expertenwissen rund um das Thema Suchmaschinenoptimierung können wir dabei helfen, dass Ihre Internetseite den Erfolg erreicht, den sie verdient.“

Liest sich wie ein Statement einer SEO-Agentur. Gefunden auf der SISTRIX-Startseite …

Avatar Mißfeldt   
4. Mai 2009, 17:44

@onliner: gutes Zitat. Eine SEO Agentur würde schreiben: „Wir verbessern ihr Ranking, egal wie schlecht die Seite ist.“
Wer Sistrix beauftragt, muss damit rechnen, dass sich das Ranking verschlechtert, wenn die Seite schlecht ist 😉
Zum Glück ist Sistrix keine SEO Agentur…

Avatar Johannes   
4. Mai 2009, 23:28

onliner, schon richtig, ist etwas unglücklich formuliert. Wird geändert! 😉

Avatar Olaf   
5. Mai 2009, 18:27

> Zum Glück gibt es … eine Alternative zur Arbeit für Kunden: eigene Projekte.
Das ist meine Rede seit Jahren, und nicht nur auf den Bereich SEO bezogen.

Ein Vorteil ist auch (zumindest bei uns): Wir stellen ohne Leerlaufzeiten ein Projekt nach dem anderen fertig, und müssen keine Däumchen drehen, bis der nächste Auftrag kommt. Die Kombination von fehlenden Leerlaufzeiten UND fehlenden Aquiseaufwendungen (bei Agenturen oft 1/3 des Gesamtbudgets) macht das Arbeiten an eigenen Projekten sehr effektiv

Avatar Steven Schulz   
8. Mai 2009, 12:20

Wir arbeiten auch lieber für uns, als für andere. Wobei ich sagen muss, dass die Umstellung von Kundengeschäft rüber ins Projektgeschäft länger gedauert hat als gedacht.
SEO für Kunden bringt viel Stress mit sich und man hat am Ende mehr von eigenen Projekten.

Avatar Domain   
24. Mai 2009, 10:46

@Steven Schulz: Wir fangen gerade mit einige Eigenprojekten an. Gibt es da Erfahrungswerte, wie hoch der Zeit-/Personalaufwand ist, bis man sich mit Eigenprojekten ein Netzwerk geschaffen hat, dass auch Wirkung zeigt?
Den Ansatz, dass die Projekte nachher sehr wenig Aufwand benötigen ist ja ansich sehr schön, aber irgendwo wird es ja eine kritsche Masse geben, bis sich wirklich nachhaltig was bewegt. Danke für Input.

Avatar Webstyle   
24. August 2009, 21:38

tja meinungen wie sand am mehr ;)) einfach W3C Konform Arbeiten dann klappt es auch mit dem SEO

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