Welche grundsätzlichen Formen der Link-Distribution gibt es?

Die Qualität und Quantität der eingehenden Links einer Seite sind noch immer das wichtigste Kriterium für die Sortierung der Suchergebnisse bei Google. Die gezielte Verlinkung einer Seite ist neben der On-Page-Optimierung damit die Voraussetzung für ein gutes Ranking.

Abhängig von der Wettbewerbsintensität zu einem bestimmten Keyword beansprucht der Linkaufbau häufig die meisten Ressourcen (Arbeitskraft, Geld). Somit steht ein SEO oftmals vor der Situation die Entscheider (GF, Abteilungsleiter, Budgetverantwortliche) in einem Unternehmen über den Linkaufbau zu informieren, um entsprechende Ressourcen genehmigt zu bekommen. Dies ist um so schwieriger, je weniger Fachwissen die Personen im Bereich SEO besitzen. Als ich bis vor kurzer Zeit noch selbst als SEO-Berater tätig war, habe ich insbesondere für solche Situationen eine Infografik erstellt, um die grundsätzlichen Formen der Link-Distribution (Verteilung, Aufbau) zu erläutern. Aber auch für SEO-Profis bietet das Schaubild eine kompakte Übersicht der einzelnen Alternativen und kann bei der Ausgestaltung der Linkaufbau-Strategie hilfreich sein.

Infografik Link-Distribution

Wie die Infografik verdeutlicht, lassen sich die verschiedenen Arten des Linkaufbaus insbesondere durch die Form der Beziehungen zwischen der verlinkenden Website (Linkgeber) und der verlinkten Website (Linkempfänger) unterscheiden. Das Spektrum reicht von vollkommen freiwillig gesetzten Links ohne eine Bindung zwischen den beiden Websites (anarchistische Beziehung) bis hin zu Links, die auf direkte Anweisung des Linkempfängers z.B. in einem eigenen Linknetzwerk bzw. auf der eigenen Website gesetzt werden (vollständige Bindung).

Liegen bei freiwilligen Verlinkungen praktisch unbegrenzte Gestaltungsfreiräume des Linkgebers vor (Linktext, Follow vs. NoFollow, Dauer, Platzierung usw.), so nehmen diese im Verlauf immer weiter ab, je näher sich der Linktyp an einen reinen „Link auf Anweisung“ annähert. Analog dazu nehmen die Steuerungsmöglichkeiten des Linkempfängers zu.

Beide Extreme besitzen ihre Vor- und Nachteile. Besitzt der Linkempfänger eine hohe Steuerungsmöglichkeit, so kann er beispielsweise den Linktext auswählen. Bei stark umkämpften Keywords sind diese Links oft unverzichtbar für eine Top-Platzierung der Website in den Suchergebnissen. Gleichzeitig besteht bei künstlich aufgebauten Links immer die Gefahr eines unnatürlich aussehenden Linkprofils. Wird dieses von Google erkannt, landet die Website schnell in einem Filter.

Zu einem organischem (natürlichem) Linkprofil verhelfen der Website freiwillig gesetzte Links. Bei dieser Form der Links hat der Linkempfänger aber beispielsweise kaum noch einen Einfluss auf den Linktext. Man wird es selten erleben, dass ein freiwillig gesetzter Link mit einem attraktivem Anchor-Text wie „Versicherungsvergleich“, „Sprachreisen“ oder „Hotel München“ versehen wird. Für ein natürliches Linkprofil sind diese Links trotzdem sehr hilfreich. Je mehr natürliche Verlinkungen vorhanden sind, um so mehr „Links auf Anweisung“ verträgt der Link-Mix, ohne bei Google negativ aufzufallen.

Man könnte ein ganzes Buch über die Link-Distribution schreiben und eine Erörterung aller in der Infografik dargestellten Arten des Linkaufbaus mit ihren Vor- und Nachteilen würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen. Für die Darstellung der wesentlichen Zusammenhänge dürfte die Grafik jedoch selbsterklärend sein.

Die herausragende Bedeutung der Beziehung zwischen Linkgeber und Linkempfänger soll an dieser Stelle aber noch einmal betont werden. Was Linkaufbau-Profis längst wissen und praktizieren, wird von vielen Websites oftmals noch stark vernachlässigt. Der Aufbau und die Intensivierung von Beziehungen zu attraktiven Linkpartnern ist eine wertvolle Vorbereitung auf dem Weg zu mehr Steuerungskontrolle bei der Link-Distribution. Dabei lohnt es sich einen Blick auf die Distributionspolitik im Handel zu werfen. Dort ist es üblich, dass die Hersteller von Gütern Filialleiter und Einkäufer mit Incentives (z.B. Events, Reisen, Sachprämien) für sich gewinnen und die Beziehungen stärken. Während Händler oftmals eine Gatekeeper-Funktion bei der Distribution von Waren einnehmen, besitzen Linkgeber (man könnte sie auch Informations-Händler nennen) eine Gatekeeper-Funktion bei der Distribution von Links. Die Ziele von Herstellern (Distribution von Waren bei Händlern) und SEOs (Distribution von Links bei anderen Websites) sind sehr ähnlich. Ein Entscheider, der diesen Zusammenhang verinnerlicht hat, genehmigt in der Regel seinem SEO ein größeres Budget für den Linkaufbau.

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