Fallstudie: Der kranke Netdoktor

· 3. Dezember 2012 · 14 Kommentare
Hanns Kronenberg
Hanns Kronenberg
Hanns Kronenberg ist Marketing- und SEO-Experte mit Herz uns Seele. Für SISTRIX ist er als externer Berater tätig. Wenn sich seine Gedanken ausnahmsweise einmal nicht um Nutzerorientierung drehen, rollt wahrscheinlich gerade der Hockeyball über den grünen Kunstrasen beim BTHV.

Ich bin derzeit damit beschäftigt ein kleines Büchlein über SEO-Analysen mit dem SISTRIX Sichtbarkeitsindex zu schreiben, das wir hier in den nächsten Wochen kostenlos als Download anbieten werden. Darin sollen typische Muster im Sichtbarkeitsindex und deren Ursachen anhand von Fallstudien erörtert werden.

Zusätzlich möchte ich ein neues SEO-Analyse-Werkzeug vorstellen, die technische Chartanalyse. Hierzu soll an dieser Stelle aber noch nicht zu viel verraten werden, lasst Euch einfach überraschen. Trotzdem soll es aber schon einmal einen kleinen Vorschau in Form einer Leseprobe geben. Dafür wurde die Fallstudie Netdoktor als Beispiel für einen Abwärtstrend im Sichtbarkeitsindex ausgewählt.

Die Domain bewegte sich seit August 2010 über einen Zeitraum von 2 Jahren in einem relativ engem Seitwärtskanal im Sichtbarkeitsindex. Am 15.8.2011 zeigt sich im Sichtbarkeitsindex jedoch zeitgleich zum Panda-Update ein deutlicher Rückgang (Gap). Seitdem befindet sich die Domain in einem Abwärtskanal, der bis heute nicht gestoppt werden konnte. Gegenüber der Seitwärtstrendphase mit einem Sichtbarkeitsindex von rund 170 Punkten hat netdoktor.de bis Ende November 2012 etwa 110 Punkte verloren. Das entspricht über 60 Prozent der Sichtbarkeit.

Ob tatsächlich ein Panda-Biss diagnostiziert werden kann, welche Symptome zu erkennen sind und welches Medikament man netdoktor.de verschreiben sollte, könnt Ihr in dieser PDF nachlesen.

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Johannes Beus
3. Dezember 2012
   3. Dezember 2012, 14:02

Hallo Hanns,

technische Chartanalyse klingt sehr nach den Analysemethoden, die bei Charts von Aktien üblich sind. Da bin ich mal gespannt 😉

Grüße

Gretus

Hanns
   3. Dezember 2012, 14:19

@Gretus: Ja, in die Richtung geht es. Da lassen sich spannende Sachen ableiten. The Trend is your friend!

   3. Dezember 2012, 15:35

Hanns, schöne Analyse.

An sich find ich den Ansatz vernünftig, den User-generated Content auf eine separate Subdomain abzulegen. Seit Google die Unterscheidung zwischen Ordner/Subdomanin verwischt hat (siehe Hubpages erneuter Panda Absturz), was wäre Deiner Meinung nach die beste Alternative, um auf einer Root Domain auch UGC abbilden zu können, ohne sich eine potentielle offene Qualitätsflanke einzufangen?

   3. Dezember 2012, 17:03

Ich habe mir gerade die Leseprobe angeschaut. Alle Achtung, ich hätte nicht gedacht, daß eine Analyse so viele Infos und Daten ergibt.

Hanns
   3. Dezember 2012, 19:13

@Chris: Bei so einem wettbewerbsintensivem Markt mit wenigen großen Playern und sehr großen Überschneidungen der Keywords wie bei den Gesundheitsportalen ist die Qualität ein kritischer Erfolgsfaktor. Die sicherste Methode wäre es vielleicht den UGC auf eine zweite Domain auszulagern, um eine verläßliche Brandschutzmauer zu haben. Einen Versuch wäre es wert, sehr viel zu verlieren hat Netdoktor ja nicht mehr.

@Chris und @Richi: Danke!

VoinG
   5. Dezember 2012, 15:48

Boah, eine hervorragende Leistung! Ich wundere mich über schlappe fünf(!) Kommentare hier. Ich warte ungeduldig auf die Fortsetzung – die Fähigkeit, solche Schlüsse zu ziehen ist auf keinen Fall weniger Wert als die Fähigkeit eine Google-komforme Backlinkaufbaustrategie her zu zaubern ))

OK, mein bescheidener Beitrag zum eigentlichen Thema:

1. http://www.google.com/search?hl=en&safe=off&q=site%3Aboard-test.netdoktor.de
Es ist mir eingefallen, dass es noch eine Subdomain gibt. Eine Subdomain, die zwar mit über 18.000 Unterseiten in Google’s Index vertreten, aber nicht erreichbar ist (Internal Server Error).

Frage: kann man in Sistrix sehen, wie lange es diese Subdomain gibt? Gab es vielleicht ein einfaches DC Problem außer der von dir beschriebenen Symthome? Vergleicht man übrigens tools.sistrix.de/domain/netdoktor.de/ und tools.sistrix.de/domain/apotheken-umschau.de/ ab dem 15.08 staunt man tatsächlich nicht schlecht…

2. Beim Besuch von board.netdoctor.de wurden drei(!) Popup Fenster geöffnet. Keine gute Sache, eigentlich.

3. Ich finde es extrem mies von Google
3a) User-generated Content zu bestrafen (darunter auch gutefrage). Noch schlimmer ist es, das Hauptprojekt zu bestrafen, obwohl die Subdomain „ordnungsgemäß“ eingerichtet wurde. Wobei das kein „Gesetz“ ist, siehe z.B. tagesschau.de und meta.tagesschau.de – den beiden geht es gut.

3b) Ich glaube nie, dass Google zw. user-generated und nicht user-generated so wirklich gut unterscheiden kann. Was, hat man zu wenig in Adwords investiert..?

   7. Dezember 2012, 17:49

Da ich meinen Berufsweg als Bankkaufmann mit Schwerpunkt Wertpapierberatung begonnen hab, kann ich den Ansatz der „Technischen Chartanalyse“ bei Sichtbarkeitsindizes nicht nachvollziehen. Beim Börsenhandel bildet der Chart eine Preis- oder Kursentwicklung nach. Dieser Kurs entsteht aus Angebot und Nachfrage und dem Handeln von Marktteilnehmern. Dieses Handeln wiederum ist primär von psychologischen Faktoren, also nur sehr begrenzt durch rationales Verhalten geprägt (einschläge Literatur und Untersuchungen bestätigen das). Die Trends bzw. die Analyse selbiger über die technische (Chart)Analyse ist somit im Wertpapierbereich insbesondere das Visualisieren und Analysisieren von (Massen)Psychologischen Phänomenen. Unterstützt durch computergesteuerte (algorithmische) Marktteilnehmer, die auf eben diese signifikanten Chartformationen reagieren und damit häufig die entsprechenden Trends oder Formationen verstärken (Stichwort „self-fulfilling prophecies“).

Da der Sichtbarkeitsindex die Visialisierung von Rankings auf Basis des Google-Algorithmus ist – der wiederum per Definition rational bzw. nicht-emotional ist (oder hat sich da was geändert? 😉 ) – können die Erkenntnisse aus der Technischen Chartanalyse aus dem Börsenbereich meines Erachtens hier nicht angewandt werden. Wenn überhaupt, müssten hier ganz andere „Patterns“ erkannt werden und neue Rückschlüsse auf die Auslöser (aka Google Events wie Updates, Reconsiderations etc) gezigen werden.

Die Analyse der Charts an sich ist natürlich trotzdem spannend 😉

Sebastian
   7. Dezember 2012, 21:15

Als Jung-SEO, der sich noch im Studium befindet: Hut ab, beeindruckende Analyse! Stark zu sehen, was sich alles aus dem Sichtbarkeitsindex ableiten und analysieren lässt.
Ich freue mich auf die Endfassung, wird ein absolutes „must read“ für mich 🙂

Wigger
   7. Dezember 2012, 21:27

ich verstehe das Ergebnis euer Betrachtung nicht? langfristig vielleicht SEO Optimerungsbedarf. Die Angaben die Du oben machst haben leider wie so oft, nichts mit dem realen traffic zu tun? Wieso dann also diese betrachtung? Du schreibst von starkem Verlust im August. Ein Blick auf die IVW Zahlen zeigt von Juni bis Oktober sehr ähnlichen Traffic. 60% sichtbarkeit verloren, traffic aber identisch? Heisst dann, netdoktor hat keinen google traffic? Beit gutefrage, ähnlich, die wurden hier ja schon öfter als Verlierer ausgewiesen. Sieht man in der realität scheinbar aber nicht so.

Hanns
   8. Dezember 2012, 00:44

@Wigger: Trafficverluste kann man durch Adword-Anzeigen usw. kompensieren. Einen Trafficrückgang kann aber jeder auch bei den IVW-Zahlen sehen, wenn man die Monate im Jahresvergleich betrachtet: September 2011: 4.462.430 Visits vs. September 2012: 3.386.512 Visits

   17. Dezember 2012, 08:59

bin schon gespannt, ob die neuesten Entwicklungen „Google vs. SEO-Tools“ mitbeachtet werden? Lade mir diese Leseprobe gleich runter. Danke.

   22. Januar 2013, 08:52

Hallo Hanns,

leider bekomme ich beim Aufrufen der Seite einen Fehler: http://www.sistrix.de/web/pdf/Leseprobe-SEO-Analysen-mit-dem-SISTRIX-Sichtbarkeitsindex-Fallstudie-Netdoktor.pdf

Kannst Du da bitte mal schauen?

Danke 🙂

   24. Juni 2013, 14:49

[…] Anbieter Netdoktor haben wir im Dezember 2012 in einer Fallstudie bereits ausführlich analysiert. Zusammenfassend […]

   13. August 2013, 12:33

Hallo Hanns, wie aktuell/relevant ist das PDF und die Fallstudien?
Danke
Marie

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