Jahresrückblick 2008

Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Auch, wenn ich bei der Flut an Jahresrückblicken seit Mitte November bereits das Gefühl habe, reichlich spät dran zu sein, möchte ich euch natürlich auch meine komplett subjektive Sicht des SEO-Jahres 2008 aufnötigen. Interessant ist es auch, das Ganze mit meiner Prognose von Anfang des Jahres abzugleichen.

Rückblickend stand 2008 für mich hauptsächlich im Zeichen der Professionalisierung und Konsolidierung. Nicht nur die Schwergewichte der Internetbranche haben die Möglichkeiten von Suchmaschinenoptimierung erkannt, auch viele mittelgroße und klassische Offline-Firmen sind mittlerweile auf der Suche nach „SEO-Managern“ und jagen penetrante Headhunter mit dieser Anforderung durch XING. Der Markt ist – auch gefühlt – deutlich gewachsen. Messen wie die letztmalig veranstaltete OMD aber auch Konferenzen wie die SEMSEO von Alan haben das deutlich gezeigt. In vielen Bereich müssen Agenturen und Dienstleister aber auch erst noch lernen, welche Vorgehensweisen auch mit wachsender Kundenzahl funktionieren.

Dies zeigt sich insbesondere im Bereich des Linkaufbaus. Dass das Thema sich einfach nicht so in strukturierte Abläufe pressen lässt, führt dazu, dass viele – auch große und namenhafte – Firmen auf Methoden und Dienstleister zurückgreifen, deren Arbeit entweder nutzlos oder gar gefährlich ist. Enttäuscht bin ich in der Beziehung von Google. Außer der fortwährenden aber konsequenzlosen PageRank-Abwertung von Linkverkäufern sowie punktueller Aktionen gegen Einzelne erkenne ich bislang nicht, dass sich Google dem Thema endlich umfassend annehmen würde. Da sehe ich bei über 90 Prozent Marktanteil und einer monopolartigen Stellung auch moralisch eine Verpflichtung, die selber aufgestellten Regeln und Gesetze mit mehr Engagement durchzusetzen. Man stelle sich mal vor, Hühnerdiebe hätten vom Staat soviel Strafe zu erwarten wie Linkbuilder, die gegen Googles Regeln verstoßen das aktuell haben …

Die Veröffentlichung der SISTRIX Toolbox, mit der eine Menge an Daten und Analysemöglichkeiten, die ich früher nur intern genutzt habe, verfügbar sind, war für mich persönlich sicherlich eines der Highlights. Annahme und positives Feedback vieler der Kunden motivieren mich, da auch im kommenden Jahr neue und spannende Features zu integrieren und Bestehende zu Vereinfachen und zu Verbessern. Die Einführungsphase nähert sich auch dem Ende, aber dazu in einem gesonderten Posting ein paar Worte.

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Kommentare
Avatar klaus-martin meyer   
29. Dezember 2008, 12:44

Ist google schon so weit, dass die jetzt auch Gesetze machen?

Avatar Michael   
29. Dezember 2008, 14:56

Johannes, Du bemängelst eine konsequenzlose PageRank-Abwertung von Linkverkäufern. Diese Auffassung kann ich aus eigener Erfahrung nicht teilen.

Von einer starken Domain aus hat ein guter Freund eine kleinere Domain einer Bekannten verlinkt, die sonst nur wenige/schwache andere Links hatte. Für das verlinkte Keyword rankte diese Domain daraufhin recht gut.

Nachdem Google der verlinkenden Domain 2 PR-Punkte (PR6 -> PR4) außerplanmäßig weggenommen hatte fiel die Zieldomain wieder für das verlinkte Keyword stark ab.

Es scheint also so zu sein, dass Google bei einem vermuteten Linkverkauf ein Flag setzt, das die Weitergabe von „Linkstärke“ ausschaltet und eine Situation schafft, als wäre der Link überhaupt nicht gesetzt oder nofollow. Der vermeintliche Linkverkäufer wird also dahingehend bestraft, dass er andere Projekte nicht mehr pushen kann.

Welche Strafe sollte der Linkverkäufer nach deiner Meinung denn bekommen? Ihn auch im Ranking zu bestrafen wäre schlecht für die User, denn sein (hoffentlich guter) Content wird durch Linkverkauf ja nicht schlechter und sollte daher wie vor der Entdeckung des (vermuteteten) Linkverkaufes gefunden werden.

Die PR Herabsetzung schützt den uninformierten User, der Pagerank oft noch für die „Währung des Internet“ hält. Dies liesse sich allenfalls durch eine Herabstufung auf PR0/unranked steigern. So könnte auch ein Laie schnell erkennen, dass ein Link von der abgestraften Seite „nichts wert“ ist.

In naher Zukunft werden vermutlich also die SEOs noch nachhaltig Erfolg haben, die ihre Linknetzwerke am besten tarnen können.

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