Meistgenutzte IP-Adressen

22. Juni 2010, 14:38

Regelmäßig gibt es die Diskussion, ob es negative Auswirkungen auf das Ranking einer Domain haben könne, wenn eine andere Domain, die auf der gleichen IP-Adresse liegt, irgendwelchen Unsinn anstellt. Ich vertrete dabei seit langem die Ansicht, dass Google die IP-Adresse nicht als negativen Faktor in den Algorithmus einfließen lassen kann, da Shared-Hosting-Installationen mit einer sehr großen Anzahl von Domains/Hostnamen auf nur einer IP-Adresse weit verbreitet sind. Bereits 2006 und 2007 habe ich mir das mal angeschaut und da ich derzeit wieder aktuelle Daten dazu haben, möchte ich die Top-Liste mit den meistgenutzen IP-Adressen teilen:

IP-Adressen mit den meisten Domains

# IP-Adresse Betreiber Domains
1 80.150.6.143 T-Online Hosting 82.157
2 74.125.43.121 Blogger.com 81.686
3 81.169.145.70 Strato 60.050
4 81.169.145.68 Strato 59.563
5 81.169.145.75 Strato 59.541
6 81.169.145.72 Strato 59.472
7 81.169.145.67 Strato 59.320
8 81.169.145.73 Strato 59.281
9 81.169.145.65 Strato 59.159
10 81.169.145.74 Strato 59.125
11 81.169.145.71 Strato 59.124
12 81.169.145.69 Strato 58.753
13 81.169.145.66 Strato 58.718
14 64.202.189.170 GoDaddy.com 56.957
15 208.73.210.28 Oversee.net 53.577
16 216.8.179.23 NameDrive 47.947
17 205.178.145.65 Network Solutions 44.028
18 188.40.70.45 de.vu und Vergleichbares 35.647
19 68.178.232.99 GoDaddy.com 27.676
20 68.178.232.100 GoDaddy.com 26.133
21 89.31.143.1 United Domains 21.816
22 207.217.125.50 EarthLink 20.087
23 64.95.64.198 NameMedia 17.729
24 85.237.85.69 Powerweb 17.254
25 216.240.187.175 Domainsponsor 17.129
26 209.157.71.50 Homestead 16.587
27 216.240.187.145 Domainsponsor 16.158
28 64.29.151.221 Carrierzone.com 15.849
29 213.186.33.2 OVH 15.079
30 89.31.143.101 United Domains 15.068
31 213.186.33.19 OVH 14.535
32 81.91.170.22 Denic 14.286
33 62.116.163.221 InterNetX GmbH 13.929
34 82.98.86.163 Sedo 13.578
35 68.142.205.137 Yahoo 13.094
36 89.31.143.12 United Domains 11.622
37 82.98.86.171 Sedo 11.516
38 216.39.57.104 Yahoo 11.426
39 216.34.131.135 fabulous.com 11.179
40 81.169.145.87 Strato 11.130
41 216.39.57.107 Yahoo 11.067
42 81.169.145.82 Strato 10.963
43 81.169.145.85 Strato 10.793
44 81.169.145.88 Strato 10.792
45 89.31.143.2 United Domains 10.773
46 81.169.145.83 Strato 10.767
47 81.169.145.84 Strato 10.751
48 81.169.145.81 Strato 10.727
49 81.169.145.91 Strato 10.718
50 81.169.145.86 Strato 10.671

 

Lustigerweise ist Google mit Blogger.com und allen dort gehosteten Blogs bereits auf Platz zwei; geschlagen nur vom Hosting von T-Online. Danach folgen GoDaddy und danach die Massen-Server von Strato. Allein diese sind ein gutes Beispiel, dass Google nicht alle der 55.000 Domains eines Server in Sippenhaft für die Fehltritte einzelner Domains nehmen kann und wird. Das soll natürlich nicht heißen, dass es ausgeschlossen ist, dass die IP-Adresse bei einer manuellen Überprüfung herangezogen wird – aber auch da glaube ich, dass es bessere Merkmale gibt, auf die Google setzt.

Dieser Beitrag hat 23 Kommentare

 
  22. Juni 2010, 14:53

Naja, gut, aber kann man nicht von einer relativen Sippenhaft ausgehen?

Wenn auf einem Server nun z.B. 50.000 Domains sind und eine davon haut auf den Putz, dann werden alle anderen 49.999 Domains mit bestraft, aber der Effekt wird mit 1/50.000 gewichtet. Analog kann man doch davon ausgehen, dass bei einer IP mit z.B. 10 Domains (was ja für viele kleinere Webprojekte gängig ist) der Effekt mit 1/10 und damit deutlich stärker gewichtet wird.

Würde aus meiner Sicht eher Sinn machen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der IP-Pool gar keinen Einfluss auf das Ranking hat.

 
  22. Juni 2010, 15:17

Google Ranking Ingredienzen sind ja immer Glaubenssache. Was Google erklärtermassen will sind qualitativ hochwertige Ergebnisse. Und da denke ich daß die IP-Adresse eine (wenngleich vermutlich auch kleine) Rolle spielt. Und zwar nicht aus der Sicht der Sippenhaft, sondern mehr als Qualitätskriterium.

Wer Seine Website auf einem Host hat, auf dem noch 50.000 andere Websites liegen, der benutzt ganz klar einen Massenhoster. Und warum benutzt er den? Weil er billig ist. Warum muss es billig sein? Weil man keine grossen finanziellen Ressourcen für das Web bereitstellen will. Dies KANN ein Anzeichen für qualitativ niedrige Angebote sein.

Ein Server mit dedizierter IP Adresse, auf dem eine Site, und vielleciht 2-3 thematisch verwandte Sites liegen (www.mycompany.com, blog.mycompany.com, support.mycomapny.com) legt da schon eher nahe daß jemand den Aufwand getrieben hat selbst zu hosten oder einen eigenen Server zu mieten.

Ich denke nicht daß dieses Kriterium viel ausmacht. Aber wär‘ ich Google würde ich es definitiv mit einfliessen lassen.

 
Andreas
  22. Juni 2010, 15:19

Ich bin auch der Meinung, dass Google die IP-Adresse nich wirklich mit einbeziehen kann.
Aber was ist wenn alle (oder ziemlich viele) Links von einer IP auf eine einzelne Domain zeigen. Ich kann mir vorstellen, dass diese Links weniger Wert sind, als wenn diese alle von unterschiedlichen IP’s kommen würden!?

 
  22. Juni 2010, 15:21

Michael, als rein positives Signal kann ich mir Merkmale der IP-Adresse auch durchaus vorstellen. So gibt es ja die Vermutung, dass beispielsweise die Auslieferung über ein (teures) CDN wie Akamai Auswirkungen hat, da dies in der Regel nur von Seitenbetreiber gemacht wird, die es auch mit den Inhalten ernst nehmen. Ich kann mir nur nicht so richtig vorstellen, dass das Fehlverhalten von anderen Domains mit der gleichen IP negative Auswirkungen auf alle Domains dieser IP-Adresse hat.

 
  22. Juni 2010, 15:52

Ich habe im Blog ja meine Gründe dafür dargelegt, warum ich IP-basierte Abstrafungen für denkbar (!) halte.

Natürlich ist Sippenhaft grundlegend Nonsens, wenn zehn Domains unter 10.000 Dreck am Stecken haben. Wenn Google aber eine Quote von 50% oder gar mehr automatisiert ermittelt? Dann halte ich einen Handjob danach für sehr wahrscheinlich. Dieser muss auch nicht zur Sippenhaft führen, erhöht aber klar die Gefahr einer Entdeckung. Und am 04.-06.06.2010 hat es einfach so manche IP-Adresse erwischt…

Ansonsten stimme ich Michael zu, dass eine IP auch wie im geschilderten Beispiel ein positives Signal senden kann.

 
  22. Juni 2010, 16:06

Eine eigene IP-Adresse zu bekommen ist in Zeiten von vServern auch nicht mehr sooo teuer. Eine dedizierte IP-Adresse ist allein auch kein Pluspunkt mehr.

 
vanCity
  22. Juni 2010, 17:47

Ich bin davon überzeugt, dass es momentan keine automatischen, IP-basierten Abstrafungen gibt. Das haben unzählige Testreihen bei uns gezeigt.
Was Google aber definitiv macht, ist IPs bzw. Ranges zu flaggen. Liegt eine entsprechende Domain dann auf so einer IP, und hat weitere „spammige“ Merkmale, dauert es in der Regel nur wenige Stunden bis Tage, bis die Domain im Nirvana verschwindet. Andere Domains auf sauberen IPs, mit exakt den selben Eigenschaften, überleben wesentlich länger.
Vor einem kompletten IP-Kick wird übrigens auch nicht zurückgeschreckt, sofern man bestimmte Domains über deren IP indizieren lässt.

 
  22. Juni 2010, 18:53

Wahnsinn, 80.000+ Domains auf einer IP. Wird Zeit, dass IPv6 kommt ;-).

 
  22. Juni 2010, 19:01

Das wäre ja zu einfach – und wenn ich dann bei T-Online ein Webpaket habe und mein Erotikseitenbetreiber um die Ecke auch – dann werde ich mit bestraft? Nee – das kann GAR NICHT als Referenz herangezogen werden.

Derwegen bin ich auch immer wieder über SEO Server Angebote verwundert, wo die einzelnen Domains auf verschiedenen IPs liegen – und dann will der Anbieter dafür 100€ im Monat und mehr – das ist doch Geldmacherei!?

 
  22. Juni 2010, 19:10

Niemand sagt ja dass die geteilte IP Adresse einen Nachteil bringt, sondern dass eine unikate IP einen Vorteil bringt. Eine geteilte IP Adresse wird erst dann zum Nachteil, wenn eine oder mehrere (dies sollte mal jemand beweisen) Pornosites auf der gleichen IP gehostet werden.

Mal anders gedacht – welches große seriöse Projekt teilt sich schon den Server mit irgendwelchen Minisites? Es ist einfach ein Merkmal von nennswerten Projekten die auch die Maße an sich ziehen, dass sie ihre eigenen Server und somit auch meistens ihre eigene IP haben.

 
  22. Juni 2010, 22:32

Eigener Server != eigene unikate IP –> Die meisten großen Hoster bieten zwar eigene Server an – diese werden aber meist über eine zentrale IP geshared. Eigene Server mit eigener IP haben meist Firmen, die Ihre Seiten komplett selbst abwickeln und dafür eigene Server betreiben. Aber wer kann sich das schon leisten…

 
  22. Juni 2010, 22:45

Dass dedizierte Server in der Regel über irgendwelche NAT-Konstrukte ins Internet kommen halte ich für gewagt 😉

 
  22. Juni 2010, 23:54

alles viel zu kompliziert gedacht, finde ich.
DomainPop sind sich wohl alle hier einig, das es ein Faktor ist. Ip-Pop kann da nur ein Kontrollwert sein, ob sich die Backlinks auch wirklich über eine entsprechende Anzahl Domains und IP’s verteilen.
Sippenhaft und positives Merkmal mit eigener IP, denke ich nicht. Würde dem Gleichheitsprinzip wiedersprechen und gleichzeitig dem Massenhosting einen negativen Faktor geben, aber eine Aussage über die Qualität ist das nicht. Finanziell besser ausgestatette Projekte müssen nicht in der Qualität besser sein und das ist was Google vorne in der SERP haben will.

 
  22. Juni 2010, 23:56

doe hat wohl am Klebstoff geschnueffelt?

Ansonsten kann ich mir nicht vorstellen, dass die IP als negatives (oder auch positives Kriterium) gewertet wird. Der Sinn dahinter erschliesst sich mir einfach nicht. Wenn auf einer IP 100 Seiten gehostet werden, 99 davon harter Spam und eine mit extrem guten und wertvollen Inhalten – wieso sollte Google kein Interesse mehr haben, diese guten Inhalte zu ranken? Ebenso wenig sinnig waere es, Seiten auf grossen CDN besser zu ranken. Da fehlt einfach die rationale Begruendung.

 
  23. Juni 2010, 10:31

@Michael: Warum muss es billig sein? Weil man keine grossen finanziellen Ressourcen für das Web bereitstellen will.

Vielleicht gibt es einfach nicht genügend Geld – aber ich kann doch auch auf einem Billighoster eine geniale Webseite anbieten, die vielleicht nur 100 Leute interessiert – aber trotzdem hochwertig und anspruchsvoll ist…

 

Wow wirklich interessant…wollt ich schon immer mal wissen :).

 
Jürgen
  29. Juni 2010, 14:38

Woher kommen die Daten für die Domains pro IP?
Wir haben gerade einen kleinen Kunden, der seine Seite auch auf einer der Strato IPs aus der Liste liegen hat und bei Domaintools bekomm ich da fast 200000 Domains angezeigt.

 
  29. Juni 2010, 14:44

Jürgen, die Daten stammen aus eigenen Erhebungen. Dabei werden nur Domains gewertet, die in Google irgendwie vorhanden sind. Das wird vmtl. den Unterschied zu Domaintools ausmachen – die werten ja alles, egal ob genutzt oder nicht.

 
  7. Juli 2010, 22:19

Die MMAC Adresse der Servers-Netzwerkkarte wird doch auch übertragen, warum sollte Google nicht nur diese abstrafen? Es kann ja auch nicht so Schwer sein mit MAC Adresse und Domain Owner da zimlichgenau nur eine einzige Seite abzustrafen?

 
  8. Juli 2010, 00:04

wbstraining, 1. wird die MAC-Adresse nicht uebertragen und 2. waere diese auch nicht eindeutiger einem Owner zuzuordnen, als die IP. Aber immerhin einen nofollow-Link abgestaubt 🙂

 
wbstraining
  8. Juli 2010, 00:23

ja super 😉 Ziel erreicht
hmmm aber ich kann soweit ich es verstanden habe auch mein iPhone über meine MAC Adresse suchen wenn ich Mobile.me Kunde bin. Dann muss das ja auch bei Servern gehen?
Naja der sich als Doamin Owner einträgt das kann ich über einen billigen whois abfragen?

 
wbstraining
  8. Juli 2010, 00:28

Es ist die IMEI Nummer du hast recht sorry!
Man sollte im WM Loser Frust nicht in Blogs schreiben 😉

 
  2. August 2010, 18:12

Hallo,
afaik zieht Google auch zur Bewertung von Links die IPs heran. Sind sie bis hin zu den letzten beiden gleich, so werden sie als Links „innerhalb der Familie“ betrachtet – und nicht so stark bewertet wie „externe“ Links.
Sollte mich nicht wundern, wenn dann die Nähe zu Schluderdomains ebenso mit in den Algo einfließt.

 

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