Sackgasse PageRank-Sculpting?

Vor gut einem Jahr habe ich ein Posting zum Thema Steuerung der internen Verlinkung mit Nofollow geschrieben und damit eines der SEO-Hypethemen dieses Jahres eingeleitet. Der zu Grunde liegende Gedanke ist, dass die pro Seite vorhandene „Kraft“ durch gezielten Einsatz von Nofollow bei unwichtigen Links in die richtigen Bahnen gelenkt wird und das Ranking der übriggebliebenen Seiten, die fortan mehr Linkjuice vererbt kriegen, davon profitiert.

Im Prinzip eine schöne Idee, von der ich weiterhin glaube, dass sie funktioniert. Und wie so häufig bei SEO-Konzepten, die auf den ersten Blick einfach zu verstehen sind, erfreut sich diese mittlerweile PageRank-Sculpting genannte Methode wachsender Beliebtheit. Wer einen Browser nutzt, der mit Nofollow gekennzeichnete Links hervorhebt, surft häufig über großzügig mit nofollow versehende Seiten. Leider scheint dabei vergessen zu werden: was nicht da ist, kann auch nicht (besser) verteilt werden. So scheinen Seitenbetreiber häufig mehr Zeit damit zu verbringen, ausgeklügelte Nofollow-Konzepte zu erstellen, als den Ausbau der Backlinks voranzutreiben und setzen so komplett falsche Prioritäten. Nofollow kann als einer der letzten Schritte in einer Optimierung der Seite den letzten Schliff geben, wird allerdings nie (!) helfen, fundamentale Probleme im SEO einer Seite zu lösen.

Übrigens: Aus Neugier habe ich die Startseiten aller De-Domains mit PageRank 7 oder mehr auf nofollow untersucht. Von den 2.008 Domains nutzen nur 123 das Nofollow-Attribut auf der Startseite. Bei den zahlenmäßig intensivsten Anwendern sind mit Yigg.de (140 Nofollow-Links) und Wikio (106) zwei Seiten vorne, die selber keine Inhalte haben …

Ähnliche Beiträge