Was kostet Suchmaschinenoptimierung? – Teil III

· 27. Juni 2007 · 21 Kommentare
Johannes Beus
Johannes Beus
Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Nachdem es gestern darum ging, welche SEO-Dienstleistungen eingekauft werden sollten, bei welchen der Kunde unterstützen kann und welche unnötig sind, geht’s jetzt ans Geld.

Abrechnungsmodelle

Der SEO-Dienstleister unterstützt und hilft dem Kunden und möchte dafür verständlicherweise auch bezahlt werden. Im Folgenden nun einige Abrechnungsmodelle, die so oder abgewandelt häufiger angewandt werden, ihre Vor- und Nachteile sowie ein grober Preisrahmen, in dem sie sich bewegen.

  • Stunden/Tagessatz – Die „klassische“ und simpelste Abrechnungsmethode. Der SEO stellt sich eine gewisse Zeit zur Verfügung und wird dafür bezahlt. Als Nachteil wird häufig angesehen, dass die Zahlung nicht an den Erfolg der Tätigkeiten oder Empfehlungen des SEO gebunden ist, jedoch kann man diesen Punkt auch als Vorteil ansehen, da der Einsatz so kalkulierbar ist. Tagessätze liegen üblicherweise zwischen 500 und 3000 Euro pro Tag.
  • Pauschalen – Hierbei werden Leistungen pauschal vergütet. Häufig wird dieses Modell eingesetzt, wenn der Zeitaufwand gut abschätzbar ist wie bei der Keywordrecherche oder Konkurrenzanalyse, aber auch komplette Projekte werden ab und an auf Pauschalpreisbasis abgerechnet. Vorteil für den Kunden ist, dass erhaltene Leistung sowie Preis vorab feststehen. Pauschalpreise für eine Keywordrecherche liegen im Bereich zwischen 200 und 1500 Euro, Konkurrenzanalyse etwa in der gleichen Größenordnung, Linkbuilding (richtiges Linkbuilding, kein Eintrag in (Artikel)-Verzeichnisse und Tausch mit Viagraseiten) im Standardfall zwischen 500 und 5000 Euro.
  • Gewinnbeteiligung – Der SEO erhält einen Teil des Gewinnes, der durch seine Arbeit entstanden ist, häufig kombiniert mit einer relativ kleinen Anzahlung oder Monatspauschale. Prinzipiell eine gute Idee, da die Vergütung direkt abhängig vom Erfolg des SEOs ist. Allerdings hat dieses Abrechnungsmodell in der Vergangenheit einiges an Vertrauen eingebüßt, da der SEO auf einige Faktoren, die den Erfolg beeinflussen keinen Einfluss haben kann und die Ehrlichkeit von Kunden ab und an zu wünschen übrig lässt.
  • Ranking/Traffic-abhängig – Bei der rankingabhängigen Bezahlung werden für bestimmte Keywords oder Keywordsammlungen vorher Prämien für erreichte Postionen festgelegt, beispielsweise für die zweite SERP und dann steigend bis Positionen eins. Bei der trafficabhängigen Abrechnung werden nicht die Positionen sondern der daraus resultierende Traffic berechnet. Geeignet sind diese Modelle für Kunden, die genau wissen, welche Keywords bei ihnen funktionieren und konvertieren – etwa, weil sie bereits AdWords-Erfahrung haben. Probleme können auftreten, wenn unterschiedliche Zählmethoden beim Traffic oder Sprünge im Ranking auftreten. Der Preis richtet sich üblicherweise an den Klickpreisen, die für vergleichbare AdWords-Anzeigen zu zahlen sind und liegt in der Regel rund 1/3 unter diesem.

Geht es auch billiger?
Klar, nach unten ist immer Raum und es wird sich schon jemand finden, der weniger verlangt – aber für welche Leistung? SEO ist nicht ISO-genormt und der Erfolg des SEO-Projektes hängt maßgeblich von der Person ab, die es betreut. Generell gilt auch im SEO, dass Angebote, die sich zu gut anhören um wahr zu sein, dies meistens auch sind. Die Anzahl der Personen und Firmen, die rein altruistisch handeln ist überschaubar – gerade im SEO-Markt. Das Zitat von John Ruskin, das Gerald schon 2005 in diesem Zusammenhang gebracht hat, sei hier noch empfohlen.

Was kostet Suchmaschinenoptimierung? – Teil I
Was kostet Suchmaschinenoptimierung? – Teil II
Was kostet Suchmaschinenoptimierung? – Teil III

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Kommentare

Patrick Ludolph   
27. Juni 2007, 12:33

Sehr schöner Artikel. Mit Honrarmodellen für SEOs hatte ich mich vor einiger Zeit auch schon einmal beschäftigt. Vielleicht darf ich den Link als kleine Ergänzung posten: http://webanalyse-news.de/honorarmodelle-fur-einen-seo/

Johannes   
27. Juni 2007, 12:36

Kein Problem, hab nen richtigen Link draus gemacht. HTML ist in den Kommentaren übrigens für die meisten 🙂 erlaubt.

seonaut   
27. Juni 2007, 12:56

Schöne Serie, Johannes. Es zeigt deutlich, dass es auch unter den seriösen Anbietern von SEO verschiedene Formen gibt und das passt sich gut dem Markt. Jeder Kunde hat andere Möglichkeiten und jeder SEO eine andere Herangehensweise an den Trafficstrom. Stell man sich nur vor, dass alle wirklich das Gleiche machen würden. Ein SEO der KMUs betreut wird sicherlich andere Strategien verfolgen als ein SEO der die Telekom betreut. Grüsse

Daniel Rüd   
27. Juni 2007, 13:41

Sehr schöner Artikel.

Anzumerken wäre allerdings noch bei der erfolgsabhängigen Bezahlung z.B. nach Ranking, dass es Leute gibt, die einfach auf ihrer starken Domain Unterseiten ablegen und diese nach vorne bringen. Solange die Geschäftsbeziehung hält, ist das auch ok. Sollte aber der Vertrag aufgelöst werden oder auch ein Mitbewerber für die gut gelistete Seite einfach ein bisschen mehr zahlen, steht man u.U. mit leeren Händen da.

Deshalb immer darauf achten, dass die eigenen Seiten optimiert werden! Kostet zwar etwas mehr, aber ist langfristig sinnvoller, da man unabhängiger ist.

Johannes   
27. Juni 2007, 14:51

Daniel, das stimmt schon, allerdings muss man auch sehen, dass der SEO bei dieser Abrechnungsmethode eben nur für die Zeit bezahlt wird, in der er Ranking/Traffic generiert. Wenn er jetzt auf reiner Ranking/Traffic-Basis die Seite des Kunden optimiert und der Kunde ihn nach 3 Monaten für die Tür setzt, ist ein Großteil der Arbeit erledigt, der Kunde profitiert davon und der SEO muss es aussitzen.

Daniel Rüd   
27. Juni 2007, 15:38

Deswegen sagte ich ja, dass es auch etwas teurer ist, die anfängliche Arbeit sollte natürlich schon bezahlt werden.

Wie ich deinen Artikel richtig verstanden habe, richtet er sich ja wohl kaum an andere SEOs, damit die ein Gefühl für ihre Preise bekommen, sondern an potentielle Kunden. Und da dachte ich, es wäre sinnvoll auch anzumerken, warum der eine viel weniger nimmt, als der andere bzw. dass auch bei vermeintlich guten Abrechnungsmodellen Gefahren lauern. Das Problem bei den Unterseiten auf SEO-Domains ist doch, dass der Kunde komplett abhängig ist, die Seite gehört nun einmal dem SEO und wenn der die Preise anzieht, muss der Kunde sie bezahlen oder er hat kein Traffic mehr. Auch möglich: ein Mitbewerber bietet mehr und der SEO leitet die Seite dann auf den weiter, der eigentliche Kunde guckt dann in die Röhre: zahlt zwar nix mehr, hat aber auch keine Besucher mehr.

Klaus   
27. Juni 2007, 16:13

Hallo Daniel,

Zitat:

„Das Problem bei den Unterseiten auf SEO-Domains ist doch, dass der Kunde komplett abhängig ist…“

Diese Form von „SEO“ dürfte doch wohl nicht die Regel sein? Für mich ist das auch keine seriöse Art von SEO – mancher sieht das sicher anders, ich weiss.

Normalerweise optimiert man die Seiten auf der Domain des Kunden. Dieser fährt im besten Falle auch noch Jahre nach der erbrachten Optimierung die Früchte ein.

Wenn der Kunde sparen will, dann muss er halt auf die Angebote der Billigheimer zurückgreifen, mit allen sich daraus ergebenden Konsequenzen.

Gruss
Klaus

Carsten   
27. Juni 2007, 18:18

Unter der Gefahr, dass die Frage blöd ist:
Wenn ich Backlinks für den Kunden kaufe, zahle ich dass von meinem Honorar, oder zahlt die der Kunde zusätzlich? Also wie regelst du (ihr) das?

uweselbst   
27. Juni 2007, 18:21

wirklich guter artikel … aber gerade kleine onlineshops oder firmen haben keine ahnung von traffic oder serps. gewinnbeteiligung ist da eigentlich nicht möglich und zwar aus genau den gründen die du erwähnt hast … stundensatz is auch so ne sache, welche „normal“ firme mit einer webseite kann sich schon den stundensatz eines seo´s leisten und unter wert verkaufen ist auf dauer auch nicht das ware …

Tobias   
27. Juni 2007, 21:01

sehr informativer Artikel, der gut auf die vielfalt der SEO Branche eingeht aber gerade bei den beiden alternativ bezahl Methoden würde ich vorsichtig sein, auch müßte man einmal dem Kunden sagen das eine Suchmaschinen Optimierung nicht von heute auf morgen die erfolge bringt sondern das das was man heute macht in 1-2 Monaten Früchte trägt.

@Carsten: das kommt wieder ganz auf die Abrechnung drauf an, wenn du ein Kopmplett Angebot machst mußt du die Link Kauf Kosten (komisches Wort ;)) mit einberechnen oder sonst ebend als einzelnen Rechnungsposten aufführen.

Frank   
27. Juni 2007, 21:57

Klasse Artikel – sind alles auch von mir genutzte Angebots-Varianten, wobei ich die erfolgsabhängigen Konstellationen (Gewinnbeteiligung & Ranking-Position) am liebsten nutze, während die Pauschalen am häufigsten vorkommen …

Aber wie Du schon ganz richtig schreibst, braucht man für Gewinnbeteiligungs-Angebote nen guten Riecher (& Glück), da es mit der Ehrlichkeit von Kunden (ich denke da ganz explizit an den Finanzsektor ;-)) manchmal leider wirklich nicht weit her ist …

Deine Zahlen passen übrigens prima ergänzend als Gegenstück zu meinem aktuellen Artikel „SEO Einkommen“, bzw. mit Deinen Zahlen werden mögliche SEO-Umsätze noch nachvollziehbarer 😉

Leo   
28. Juni 2007, 11:51

Ein wirklich interessanter und informativer Artikel, da er auch konkrete Modelle und Zahlen enthält.
Vielen Dank.

Mario Fischer   
2. Juli 2007, 21:43

Gute Übersicht!
Das Problem bei allen Arten der „erfolgsabhängigen“ Bezahlung ist sicher, dass einige SEOs evtl. dazu tendieren, nach einiger Zeit (wenn sich der Erfolg nicht soooo schnell einstellt) auf halb“legale“ oder gar Black-Hat Methoden zurück zu greifen. Irgendwie muss die bisher nicht bezahlte Arbeit ja wieder reinkommen…
Der Kunde kann das meist überhaupt nicht abschätzen oder gar erkennen.

Warum hat sich bei seriösen(!) Unternehmensberatungen schon seit Jahrzehnten nach Tagen abgerechnet? Warum rechnen Rechtsanwälte, Steuerberater und Ärzte nach festen Sätzen ab – ohne Erfolgsgarantie?
Weil da viel zu oft zu viele Details am Werk sind, die nicht oder nur schlecht beeinflusst werden können. Ein SEO, der rein auf Erfolgsbasis arbeitet, ist eigentlich doch eher ein Affiliate oder?

Einen wichtigen Punkt hab ich in der Zusammenstellung der drei Artikel aber vermisst (oder überlesen?): Die Frage der Haftung! Was passiert, wenn der 0,5 Personen starke SEO-Dachbodenoptimierer die Domain des Kunden bei Google verbrennt? Die Schadensersatzforderungen können schnell 5- oder 6-stellig werden. Versichert ist Mr. 5 € pro Stunde meist nicht…

Trau-schau-wem… ;-))

Seriöses Auftreten und eine Besprechung mit dem Kunden, was man macht, ist sicher ein besseres Argument als den Billigheimer zu machen. Trotzdem gibt es sicher eine Menge (wahrscheinlich die Überzahl) an Kunden, die nach dem Preis entscheiden. Nicht jeder kennnt den Unterschied zwischen billig und preiswert!

Frank Wolff   
6. Juli 2007, 00:00

Ein guter beitrag, wobei es mich wundert, wo die untere Grenze von 500,- pro Tag herkommt.
Die ist ja schon ein wenig knapp.

Markus   
15. August 2007, 14:08

@Mario Fischer,

Zum Thema Schadensersatz. Ich habe für meine Kunden eine kleine „Vereinbarung“ verfasst, in der ich aufführe, daß ich keine Garantie für eine dauerhafte Aufnahme in der Suchmaschine google garantieren kann. Ebenso übernehme ich keine Schäden jedweder Art an der Domain. Alle Schadenersatzansprüche beschränken sich auf den monatlichen Auftragswert, bla bla. Die Kunden vertrauen mir und ich tue mein Bestes, daß dies so bleibt.

Habe aber in 5 Jahren SEO noch nie einen Fall gehabt, daß eine Kundendomain abgeschossen wurde. Nur meine eigenen, da probiere ich hin und wieder mal „was“ aus. ;-))

Grüße,
Markus

supaswag   
9. Januar 2008, 12:37

„Ein guter beitrag, wobei es mich wundert, wo die untere Grenze von 500,- pro Tag herkommt. Die ist ja schon ein wenig knapp.“

>>

Das ist knapper als knapp. Ich arbeite zzt in England und als Freelance Linkbuilder sind da mimimum £900 pro tag faellig [plus budget fuer paid listings]. Grundsaetzlich gilt natuerlich [wie ueberall]: You get what you pay. Die meisten Firmen denken/hoffen immer noch, dass ein Quick Fix auf dauer Sinn macht. SEO ist ein andauernder Prozess und das Spielfeld aendert sich fast taeglich. Link Bait Widgets, Social & Blog Networks today, xyz tomorrow.

Seomolo   
12. März 2009, 16:10

Sehr schöner Artikel,
ich lese zwar schon seit geraumer Zeit regelmäßig auf Sistrix, doch hatte ich ihn bisher noch nicht gefunden. 🙂

nordmarketing   
2. April 2009, 13:19

Das mit den Abrechnungsmodellen für SEO und SEM ist ja alles schön und gut. Aber ich nehme generell Geld im Voraus.

Hatte in letzter Zeit Kunden, die dann auf einmal sagten, „damit bin ich nicht zufrieden, ich zahl die Hälfte und wenn Du mehr haben willst, dann mußt Du klagen“.

Das dumme daran ist, dass die Kunden wissen, dass sie damit bei Gericht durchkommen.

Nodin   
18. Juli 2011, 12:26

IJWTS wow! Why can’t I think of tihngs like that?

auto insurance quotes   
22. Juli 2012, 09:28

Hey Arrow – I think it really doesn’t make a whole lot of sense now to focus on geo-targeted searches for organic rankings unless you aren’t trying to market nationwide. For those terms, it is best to have a well optimized Places profile, as the local search landscape is becoming increasingly important. Andrew

buy ultram   
23. Juli 2012, 09:20

I upgraded from 1.5.X version to 1.6 version.Now the plug in does not work any more.My keywords are now not showing in my META.has anyone else fedback this issue yet? I am currently using an old fashion keyword widget to “tide” thru.Please help

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