Was kostet Suchmaschinenoptimierung? – Teil II

Johannes Beus
Johannes Beus
26. Juni 2007
Johannes Beus
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Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Gestern habe ich kurz umrissen, welche SEO-Leistungen am häufigsten angeboten und nachgefragt werden. Jetzt geht es darum, dass entschieden werden muss, welche dieser Leistungen sinnvollerweise eingekauft werden sollten, welche selber erledigt werden können und welche überflüssig sind.

Und was benötige ich jetzt?
Wie so häufig gibt es hier nicht das eine Patentrezept, ich gehe also im Folgenden von einem Standardfall, einer kleineren Webseite mit angebundenem Onlineshop für handgeklöppelte Geschenke, aus. Die Keywordrecherche sollte am Anfang einer Suchmaschinenoptimierung stehen und ist eine Aufgabe, die häufig sinnvoll in Zusammenarbeit zwischen Suchmaschinenoptimierer und Kunde gelöst werden kann. Der Suchmaschinenoptimierer hat den Blick von außen, ein Gefühl für Keywords sowie die passenden Tools und Techniken, um Möglichkeiten von Keywords und Keywordkombinationen einzuschätzen. Der Kunde kann durch seine tägliche Arbeit mögliche weitere Themengebiete nennen, die in die Recherche einbezogen werden können. Häufig geht die Keywordrecherche recht nahtlos in die Konkurrenzanalyse über, denn auch hier können interessante Keywords, die bislang nur die Konkurrenz nutzt, gefunden werden. Zwar ist die Konkurrenzanalyse kein zwingender Bestandteil der Suchmaschinenoptimierung, kann jedoch häufig zum Gelingen beitragen. Die eigentliche Arbeit der On-Page-Optimierung ist im Block der Seitenanalyse zusammengefasst. Dies ist gleichzeitig ein Teil der Suchmaschinenoptimierung, bei dem der Kunde durch Eigenleistung viel Vorarbeit leisten kann, wenn er die allgemein bekannten Grundlagen, wie saubere URLs ohne Session-IDs, ordentlicher Quelltext mit Title-Tags und Überschriften und so weiter bei der Erstellung der Seite beachtet. Es geht hier nicht um Feinheiten – dafür ist der Suchmaschinenoptimierer zuständig – sondern darum, dass Grundlagen, die jeder Webdesigner beherrschen sollte, umgesetzt werden. Wenn Unklarheiten bestehen, ist es sinnvoll, mit der Umsetzung zu warten, da die Reparatur von Fehlern meistens deutlich langwieriger und komplizierter ist, als direkt den richtigen Weg der Umsetzung zu gehen. Beim Linkbuilding gibt es mindestens soviel unterschiedliche Herangehensweisen, wie es Suchmaschinenoptimierer gibt: die einen Kaufen, die anderen Tauschen, manche versuchen es mit guten Inhalte, wieder andere mit Linkbaiting. Hier ist es wichtig, in Zusammenarbeit zwischen Optimierer und Kunden ein Konzept, das auf das jeweilige Projekt passt, zu erstellen. Bei der angesprochenen Seite für handgeklöppelte Geschenke gäbe es sicherlich Potential, wenn Klöppelpläne- und Anleitungen zum kostenlos zum Download bereit gestellt würde, mit ein paar hinweisenden Mails an Betreiber ähnlicher Seiten kommen die Links wie von alleine. Die Überwachung der Fortschritte ist ein Bereich, in dem der SEO sein eigenen Tools und Werkzeuge benutzt, von Seiten des Kunden besteht hier meistens keine Möglichkeit, Teile der Arbeit sinnvoll selber zu übernehmen.

Was ist unnötig? – Vorsicht vor schwarzen Schafen!
Suchmaschinenoptimierung beziehungsweise Suchmaschinenoptimierer ist keine geschützte Berufsbezeichnung. Jeder, der mal vom Internet und Google gehört hat, darf es sich auf seine Visitenkarte drucken lassen. Es gibt in Deutschland derzeit eine Suchmaschine: Google mit über 90 Prozent Marktanteil. Wenn nun jemand den Eintrag in 10.000 tolle Suchmaschinen verkaufen will, so hat diese Person entweder keine Ahnung von SEO oder ihr ist das Ergebnis schlicht egal – Hauptsache der Kunde zahlt. Erstes Stichwort, bei dem also Vorsicht geboten ist: Anmeldung bei Suchmaschinen. Ein zweiter Punkt, bei dem zu erhöhter Vorsicht zu raten ist, sind Meta-Tags. Die Relevanz dieser Tags für die Suchmaschinenoptimierung hat sich seit dem Ende des letzten Jahrtausends drastisch verringert, wer heute noch gesteigerten Wert auf Meta-Tags legt, ist sein Geld nicht wert. Ein dritter Punkt, der häufig auf unseriöse Vertreter der SEO-Spezies hinweist, ist die Art und Weise, wie neue Kunden gewonnen werden. Seriöse SEOs werden nicht auf Methoden wie Cold-Calls oder unangeforderte E-Mails zurückgreifen. Auch, wenn versprochen wird, dass man die Chance hat, Referenzkunde zu werden, wenn der langfristige Vertrag innerhalb der nächsten wenigen Stunden unterschrieben wird, ist Vorsicht geboten.

Morgen geht es dann weiter mit der Vorstellung verschiedener Abrechnungsmodelle und letztendlich marktüblichen Preisen.

Was kostet Suchmaschinenoptimierung? – Teil I
Was kostet Suchmaschinenoptimierung? – Teil II
Was kostet Suchmaschinenoptimierung? – Teil III

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Kommentare
Sefi   
27. Juni 2007, 16:34

schöner Artikel Johannes.

„Die Überwachung der Fortschritte ist ein Bereich, in dem der SEO sein eigenen Tools und Werkzeuge benutzt“

Sind mit den eigenen Tools Eigenentwicklungen gemeint? Kannst du zu den Tools vielleicht noch was sagen? Wie siehst du denn die diversen kommerziellen Angebote wie z.B Web CEO?

Johannes   
28. Juni 2007, 11:02

Sefi, das sind, wie du richtig gesehen hast, alles Eigenentwicklungen. Bei den fertigen Angeboten ist zum einen das Problem, dass die jeder hat und zum anderen, dass man nicht so schnell auf neue Anforderungen reagieren kann. Wenn Google zB das Format seiner SERPs umstellt, wir irgendwelche neuen Faktoren im Reporting haben wollen oder sonstwas, geht das so deutlich schneller.

sinergy   
10. Januar 2008, 09:39

Interessanter Artikel, aber ich finde persönlich, dass einfach Fakten zu Aussagen fehlen, wie u.a. „Google mit über 90 Prozent Marktanteil“ (Quelle?). Warum wird im ersten Teil von „Keywordrecherche“ geschrieben und im zweiten Teil von „gesteigerten Wert auf Meta-Tags“ abgeraten? Warum wird kein Wort über DMoz erwähnt?

Johannes   
10. Januar 2008, 09:47

sinergy, zum Marktanteil von Google siehe heise.de. Keywordrecherche hat nichts mit Meta-Tags zu tun. Es geht darum, die Suchbegriffe und Suchbegriff-Kombinationen zu finden, die potentielle Kunden wirklich suchen und die auch in Aufträge konvertieren. Diese „Keywords“ werden dann nicht in die Metatags eingesetzt sondern auf der kompletten Seite sinnvoll im normalen Text genutzt. „SEOs“, die heute noch eine Optimierung über Metatags versuchen, haben seit 2000 kein bisschen dazu gelernt – es funktioniert schlicht nicht mehr, da Google und andere Suchmaschinen die meisten Metatags ignorieren. Und wieso sollte das DMoz erwähnt werden?

sinergy   
10. Januar 2008, 13:04

Hallo Johannes, danke für deine Antwort! Quelle ist übrigends von 2006 – dein Beitrag von 2007. Die MetaTags werden trotzdem berücksichtigt – wie das Mehl beim Kuchenbacken. Jedenfalls, das mit der Keywordrecherche verstehe ich dann nicht. Wozu sind die da? Ich richte doch meinen Content nach den Verlangen meiner Besucher und kopier nicht den Inhalt der Webseite von der Konkurrenz nur um bessere Suchergebnisse zu erlangen? Soweit ich weiss nutzt Google die Datenbasis von DMoz für das Google-Directory, ordnet die Seiten jedoch nach PR-eine ordentliche Bewerbung für die Eintragung bei DMoz zählt für mich zu SEO. Danke & viele Grüße

Johannes   
10. Januar 2008, 13:19

sinergy, stimmt, die Quelle ist von 2006. Seitdem ist der Marktanteil von Google eher gestiegen als gesunken. Kannst du beispielsweise bei Webhits, das heise auch verlinkt hat, nachvollziehen. Ansonsten guck dir aktuelle Zahlen von Nielsen/Comscore oder wem auch immer du vertraust an. Deine Aussage zu den Metatags ist belegbar falsch. Google wertet die Meta-Keywords nicht aus. Wenn du mir nicht glaubst, probier es aus: Erzeuge eine neue Seite und schreibe dort in die Meta-Keywords einen Begriff, den Google noch nicht im Index hat, also beispielsweise eine 32stellige Buchstabenkombination. Egal, wie lange du wartest, Google wird deine neue Seite niemals unter dieser Buchstabenkombination finden. Die Keywordrecherche ist eben dazu da, um das Verlangen der Besucher herauszufinden. Häufig hat man als Seitenbetreiber da einen sehr einseiten und jahrelang geprägten Blick, der viele interessante potentielle Suchbegriffe außer acht lässt. Die Keywordrecherche soll nun helfen, alle Suchbegriffe, die interessant sein könnten herauszufinden. Sie hat übrigens nichts mit den Meta-Keywords zu tun, vielleicht kommt daher deine Verwirrung in diesem Bereich. Dass Google seine Suchergebnisse nach dem PageRank ordnet ist leider ebensowenig richtig. Auch das kannst du mit einer beliebigen Suchanfrage herausfinden – es steht nicht immer die Seite mit dem höchsten PageRank vorne. Der PageRank ist einer von rund 200 (!) Faktoren, die das Ranking beeinflußen, seine Wichtigkeit hat im Laufe der letzten Zeit eher ab als zugenommen.

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6. April 2012, 06:58

Peter Hartig schreibt:> Wenn also, liebe „Welt“, geleistete Überstunden bei deutschen Filmschaffenden nicht abgerechnet werden, dann eben nicht „oft schon deshalb, weil sie gegen diese Bestimmungen verstoßen.“ Weil nämlich „diese Bestimmungen“, also das Arbeitszeitgesetz, hier nicht gelten. <Doch! Ein deutsches Gesetz verliert seine Gültigkeit nicht so leicht. Das Arbeitszeitgesetz kann – erst seit ein paar Jahren – nur durch einen gültigen Tarifvertrag überschrieben werden. Gültig wird ein Tarifvertrag, wenn eine dieser Bedingungen erfüllt ist:1. Der Tarifvertrag wird vom Bundesministerium für Arbeit für allgemein gültig erklärt wird.2. Im individuellen Arbeitsvertrag steht: "Es gilt der Tarifvertrag"3. Die Tarifregelungen treten automatisch in Kraft, wenn der Arbeitnehmer in der Gewerkschaft und der Arbeitgeber bei einer der Arbeitgebervereinigungen Mitglied ist, die den Tarifvertrag unterschreiben haben.1. ist nicht erfolgt und ich schätze, daß 2. & 3. nur bei 0,1 % bis allerhöchstens (glaube aber nicht wirklich an eine so hohe Zahl) 10 % der Vertragsverhältnisse beim Film zur Anwendung kommt.Also für die überwiegende Mehrheit der Filmschaffenden gilt der Tarifvertrag juristisch nie! Deshalb gilt für die große Mehrheit (für fast alle?) das Arbeitszeitgesetz!So ist zumindest mein Kenntnisstand und vielleicht ein Anlass sich noch einmal ein wenig eingehender mit dem Thema zu beschäftigen. Google, Wikipedia und so…Kommentar bewerten: 2  0

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9. April 2012, 09:15

Lieber Herr Hartig,eine “Meta”-Anmerkung zu Ihrem Beitrag: er ist in dieser Form nahezu unlesbar.Sie setzen nicht weniger als sechzehn Hyperlinks zu anderen Seiten, die ich auch alle anklicken muss, um die Aussage Ihres Textes in vollem Umfang nachvollziehen zu können. Ich muss also ein extremes Ausmaß an Aktivität aufwenden, um Ihren Gedankengängen folgen zu können. Aber so funktioniert das Publikum nicht – und damit auch nicht das Bloggen.Good Practice wäre es, den Inhalt hinter Ihren Links in ein oder zwei Sätzen oder in Form von Zitaten in den Lesefluss Ihres Textes einzufügen, so dass sich mir Ihre Aussage erschliesst, auch ohne andere Seiten aufrufen zu müssen bzw. dies im Anschluss an die Lektüre Ihres Beitrags tun zu können, wenn ich denn tatsächlich eine Vertiefung Ihrer Argumentation zu sehen wünsche. Das ist zwar mit erheblich mehr Arbeit verbunden, folgt aber journalistischen Üblichkeiten und ermöglicht überhaupt erst eine kohärente, vollständige und dramaturgisch sinnvolle Narration. Aktuell könnte man sagen: “Sie sprechen in Rätseln”.In der jetzigen Form ist Ihr Beitrag inhaltsleer, denn ausser Ihnen selbst weiß kein Leser, was Sie meinen, und Ihre Andeutungen fixen nicht genug an, um allen Hyperlinks zu folgen.Kommentar bewerten: 9  0

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