IndexWatch 06/2021: Der Monat der Updates

Wir sind im Sommer der Google Updates und der Juni bestätigte dies eindrucksvoll. Schließlich rollte Google neben dem ersten, offiziell bestätigten Core-Update 2021 und dem bereits lange angekündigten Page-Experience-Update noch zwei unerwartete Spam-Updates (1 & 2) in den vergangenen 30 Tagen aus.

Dementsprechend gab es viel Bewegung in den Suchergebnissen, was zum Teil dramatische Verschiebungen von Sichtbarkeiten zur Folge hatte und zum umfangreichsten IndexWatch aller Zeiten führte.

Natürlich bringt jedes Update für sich Gewinner und Verlierer hervor, doch manchmal ist es besser, mit Auswertungen und Schlussfolgerungen zu warten, bis sich der Staub gelegt hat. Im IndexWatch für den Monat Juni 2021 wollen wir uns daher die größten Veränderungen der letzten 30 insgesamt ansehen.

Dazu haben wir uns, wie immer, die Domains angesehen, die ingesamt die stärksten Veränderungen ihrer Sichtbarkeit durchgemacht haben.

Aus der (wegen der vier Updates) besonders umfangreichen Liste an Gewinnern und Verlierern habe ich ein paar besonders interessante Beispiele ausgewählt, die aus meiner Sicht für typische Veränderungen und Entwicklungen stehen.

In diesem Monat schauen wir uns, auch wegen der beiden Spam-Updates zunächst einmal die Verlierer des Monats Juni 2021 an:

Verlierer-Domains des Monats Juni 2021

Die 500 Domains mit den größten Verlusten mussten in Summe einen Rückgang von 8.155,7 auf 6.829,2 Sichtbarkeitspunkten hinnehmen, was einem durchschnittlichen Verlust von 16% pro Domain entspricht.

12 Domains mit mehr als 5 Sichtbarkeitspunkten haben 50% oder mehr ihrer Sichtbarkeit eingebüßt, fünf davon aus dem Erotikbereich.

Abstrafungen bei Erotikdomains

Im Juni kam es zu Abstrafungen bei vielen Erotikdomains. Die Liste der Verlierer mit mehr als 5 Sichtbarkeitspunkten zu Beginn des Monats führen gleich vier Domains mit einem Totalverlust an, wenn wir uns die größten Prozentualen Verluste ansehen.

Bis auf die Domain mit der roten Linie, waren alle drei Domains bereits bei früheren Core-Updates betroffen, zunächst als Verlierer, dann in der Erholung, was sich als Muster mehrfahr fortführte, bis nun alle vier Domains zu gleichen Zeitpunkt (vom 12.06. bis 20.06.) auf eine Sichtbarkeit von 0 und damit quasi komplett aus den Suchergebnissen flogen:

Abstrafungen bei Erotikdomains

Aktuell liefert die site:-Abfrage keinerlei Ergebnisse mehr, weshalb ich nicht von den Auswirkungen eines der beiden Spam-Updates ausgehe. Das vollständige Entfernen sieht eher nach einer manuellen Maßnahme wegen mangelndem Jugendschutz oder anderen branchenspezifischen Gründen aus, wie es bei vielen Hardcore-Seiten der Fall ist.

Suchmaschine für Produkte, Branchen und Firmen ist Spam?

Als Suchmaschine hat man es nicht leicht selbst in Googles Websuche gute Rankings zu erzielen, denn Suchergebnisse in Suchergebnissen sind für den Nutzer selten besonders hilfreich. Umso überraschender ist es, dass eine derart alte Domain wie find-clever.de, deren Sichtbarkeit seit 2014 im Grunde nur noch eine Richtung kannte, im Jahr 2018 ein Comeback feierte und durch Googles Core Update vom Januar 2020 und Mai befeuert, bis im Juni 2021 eine Sichtbarkeit von 27 aufbauen konnte.

Dem späten Erfolg setzte Google nun mit dem ersten und zweiten Spam-Update ein Ende. Die Domain stützte innerhalb der letzten 30 Tage auf eine Sichtbarkeit von 2,6 ab:

Zwischenzeitlich konnte die Domain laut Similarweb fast 1 Million Besuche im Monat verzeichnen, was sich mit der Traffic-Schätzung der SISTRIX Toolbox in etwa deckt. Damit dürfte es allerdings erstmal vorbei sein. Es wird interessant zu beobachten, ob die Suchmaschine ein weiteres Comeback hinlegen kann.

Gebraucht-kaufen.de wird zurück gesetzt

Mit Gebraucht-kaufen.de trifft es eine weitere Suchmaschine, die wie find-clever.de in den letzten Monaten ungewöhnlich hohe Zuwächse in Sachen Sichbarkeit, ohne selbst Veränderungen am Produkt, den Daten oder der Seite vorgenommen zu haben.

Auch hier setzt Googles zweites Spam-Update dem Höhenflug nun ein Ende, die Domain rasselt massiv nach unten und wurde quasi auf den Stand von Anfang 2020 zurückgesetzt:

Auch hier bin ich gespannt, wie es mit der Domain weitergeht. Bekommt diese nochmal eine Chance, oder geht es von nun an nur noch abwärts.

Erneute Ausreißer im Reisebereich

Bereits im letzten IndexWatch hatte ich von merkwürdige Sichtbarkeitsspitzen im Reise-Bereich berichtet. Damals vermutete ich, dass Google mit der Zuordnung von Domains zu Suchanfragen mit lokalem Bezug experimentiert. Die Ausreißer der dort betroffenen Domains konnten in KW 11 und KW 18 beobachtet werden.

Nun scheint es ein anderes Cluster an Reisedomains erwischt zu haben. Gleich mehrere Domains aus dem Travel-Segment konnten in KW22 plötzlich massiv zulegen, nur um kurze Zeit später wieder auf ihr „normales Niveau“ zurück zu kehren:

Ob diese Bewegungen mit Änderungen seitens Googles oder vielleicht auch mit einem anziehenden Reisetraffic oder anderen Effekten zusammenhängt, lässt sich leider nur schwer beantworten. Ein Blick auf die betroffenen Keywords der Domain vtours.com liefert kein eindeutiges Bild, abgesehen davon, dass viele Suchanfragen im Zusammenhang mit Hotelnamen von den schwankenden Rankings betroffen sind.

Affiliate-Spam von den Seychellen

Eine sehr interessante Domain, die (zumindest von März bis Juni) eine Sichtbarkeit von über 8 Punkten mit einfachem Affiliate-Spam generieren konnte, musste nun im Update-Monat Juni enorme Verluste hinnehmen. Aus dem Höhepunkt Ende Mai stürzte die Domain nun über das Core-Update und beide Spam-Updates auf derzeit nur noch 0,7697 Sichtbarkeitspunkte:

Es handelt sich bei lansberg.de offenbar um eine Vertipper-Domain der Kreisstadt Landsberg am Lech, die unter landsberg.de zu finden ist, bzw. der Stadt Landsberg im Saale-Kreis, die unter stadt-landsberg.de ihre offizielle Webseite betreibt.

Dementsprechend befindet sich auf der Startseite ganz oben auch ein prominenter Hinweis auf die „vermutlich“ gewünschten Destinationen der Nutzer:

Auf den weiteren Unterseiten finden sich überwiegend automatisierte „Kategorieseiten“ mit Produkten und Produktabbildungen, die eindeutig aus Amazons Product Advertising API stammen und dementsprechend auch auf die entsprechenden Produktseiten von Amazon.de verlinken.

Mit dieser Methode ist es dem Betreiber zwischenzeitlich gelungen eine Sichtbarkeit von über 8 und mehr als 300 Top 10 Rankings zu Suchanfragen mit einem monatlichen Suchvolumen über 500 zu erzeugen:

Besonders interessant aus SEO-Sicht wird das Projekt jedoch erst, wenn man einen Blick auf eine weitere Domain des Betreibers wirft und gemeinsame Muster betrachtet.

Die Firma NXTGEN Content Consulting, die laut Impressum ihren Sitz im wunderschönen Beau Vallon auf der Insel Mahé auf den Seychellen hat, scheint hier einen spannenden Vektor für den Erfolg dieser Art von Domains gefunden zu haben.

Nach dem Niedergang der lansberg.de schickt man nun mit dachberg.de offenbar die nächste „Stadt-Vertipper-Domain“ ins Rennen um die begehrten transaktionalen Suchanfragen. Unter dachberg.de finden sich die selben generierten Produktseiten samt Amazon-Produktbildern und -Verlinkungen, die gerade dabei sind Sichtbarkeit aufzubauen:

Es wird in den kommenden Wochen sehr interessant zu beobachten, wie weit es der Domain gelingt zu wachsen, denn im Gegensatz zu lansberg.de gibts so gut wie keine Backlinks zu dachberg.de und so liegt die Vermutung nahe, dass man nutzt hier (bewusst oder unbewusst) eine Art „Brand-Bonus“ im Zusammenhang mit Suchanfragen seitens Googles ausnutzt, die nicht auf eine Autorität mittels Backlinks angewiesen ist.

Beide Domains ranken nämlich jeweils für die „falsche“ Schreibweise eines Ortes auf Platz 1, wofür es im Fall von „lansberg“ plötzlich sogar relativ viel Suchvolumen Anfang 2021 gab.

Die Suchanfragen nach „dachberg“ steigen aktuell nach dem selben Muster an, wie man beispielsweise bei Google Trends beobachten kann:

Suchanfragen nach „dachberg“ und „lansberg“ bei Google Trends

Auf den ersten Blick gibt es hierfür keine plausible Erklärung, weshalb ich von künstlich erzeugten Suchanfragen ausgehen würde, die den Domains eine Relevanz verleihen sollen, die sie vorher nicht hatten.

Mehr über den Rankingfaktor Brand erfährst Du in unserem Video-Interview mit Astrid Kramer, Dominik Schwarz, Hanns Kronenberg, Johannes Beus, Marcus Tandler und Markus Hövener.

Weitere Domains mit dem selben Muster konnte ich auf die Schnelle leider nicht ausfindig machen, da man sich dafür entschieden hat, das Impressum mittels Robots-Metatag-Noindex von der Indexierung auszuschließen.

Oder handelt es sich dabei doch nur um zufällige Gewinner einer Verhaltens- oder Algorithmus-Änderung.
Was meint ihr?

Gewinner-Domains des Monats Juni 2021

Insgesamt haben die 500 Domains mit den größten Gewinnen ihre Sichtbarkeit in Summe von 838,5 auf 1.816,7 Sichtbarkeitspunkte steigern können. Das ergibt im Durchschnitt eine Verdoppelung der Sichtbarkeit für die 500 größten Gewinner.

Das deutet auf enorme Gewinne hin, was ein Blick auf die absoluten Gewinner bestätigt: Ganze 15 Domains, die vorher deutlich unter 50 lagen, konnten mehr als 10 Sichtbarkeitspunkte hinzugewinnen und weitere 20 kleinere Domains gewannen über 5 Punkte hinzu.

Die sortierte Liste nach relativen Gewinnen zeigt ein paar sehr spannende Fälle, mehrere davon mit Vervielfachungen der Sichtbarkeit innerhalb der letzten 30 Tage.

Firmenverzeichnisse als absolute Gewinner

Die größten absoluten Zugewinne konnten die bekannten Branchenbücher onlinestreet.de, cylex.de und gelbeseiten.de verbuchen. Bei den beiden ersteren hat Google durch das Core Update deren Sichtbarkeit verdoppelt, die gelben Seiten konnten immerhin noch mehr als 50% zulegen:

 Branchenbücher onlinestreet.de, cylex.de und gelbeseiten.de

Doch auch ein paar kleinere Firmenverzeichnisse haben im selben Moment profitiert. Ortsdienst.de und companyhouse.de konnten die Sichtbarkeit vervier- bzw. verdreifachen.

Das ganze ging klar zu lasten der beiden Branchenprimusse dastelefonbuch.de und dasoertliche.de, die absolut gesehen deutliche Verluste hinnehmen mussten, gemessen an deren Gesamtsichtbarkeit aber noch relativ glimpflich davon kamen:

Branchenprimusse dastelefonbuch.de und dasoertliche.d

Auch hier lässt sich nicht genau sagen, ob ein branchenspezifisches Update für die Verschiebungen verantwortlich war, zeitlich sieht es auf den ersten Blick zumindest nicht nach Core-Update oder Spam-Update aus.

Britischer Stockfotografie-Anbieter versechsfacht seine Sichtbarkeit

Der Stockphoto-Dienst alamy, der erstmals 2017 in Deutschland aktiv wurde, konnte seine Sichtbarkeit im Juni von 4,3 auf sage und schreibe 27,1 mehr als versechsfachen! (+529%):

Diese Sichtbarkeit ist nicht zulasten der etablierten Stockphoto-Plattformen gewachsen, sondern alamy hat es mit einer Kombination aus einem Produktvorteil und der massenhaften Indexierung von Suchseiten geschaft, auf sehr vielen Keywords zu ranken, bei denen die Konkurrenz bislang noch überhaupt nicht vertreten war.

Ein Blick auf die rankenden Keywords der Domain verrät, dass alamy ein paar sehr oft nachgefragte Fotos anbietet, die man auf den anderen Fotoplattformen vergeblich sucht.

So kann man auf alamy beispielsweise Fotos von Heidi Klums Sohn lizensieren, der mit vollem Namen „Henry Günther Ademola Dashtu Samuel“ heißt, was alamy ein Platz-1-Ranking zu Suchanfragen wie „klum and henry günther ademola dashtu samuel“ einbringt.

Home & Living Aggregator hebt ab

Auf den ersten Blick wirkt lionshome.de wie ein modernen Onlineshop, der seine Sichtbarkeit im Laufe der Jahre mit sauberer SEO-Arbeit steigern konnte und nun von den Verwerfungen der Suchergebnisse mit einem dicken Plus von mehr als 13 Sichtbarkeitspunkten (+64%) im Juni belohnt wurde:

So dachte ich zunächst, hier wächst ein neuer E-Commerce-Stern heran, doch laut Google Trends sucht so gut wie niemand direkt nach „lionshome“ oder „lions home“. Also schaute ich genauer hin:

Startseite von LIONSHOME

Es handelt sich bei genauerer Betrachtung um einen Produkt-Aggregator wie ladenzeile.de. Das bedeutet, man kann die gelisteten Produkte garnicht bei LIONSHOME direkt bestellen, sondern gelangt jeweils auf einen externen Partner-Shop.

Wieso also legt man mit einem derartigen Konzept so stark an Sichtbarkeit zu?

Mein erster Verdacht fiel auf einen Relaunch, jedoch gab es laut Web-Archive bereits Ende 2018/Anfang 2019 einen Relaunch auf das heutige Layout. Also schnell einen Blick auf die Linkdaten der Domain geworfen.

Hier sieht es tatsächlich so aus, als hätte man im Oktober und November 2020 einiges an Backlinks abgebaut (die beiden großen organgen Balken bedeutet verlorene Links von mehr als 300 Domains) und jeweils im November 2020, sowie März 2021 und Juni 2021 gut Backlinks aufgebaut. (Der nach oben abgeschnittene blaue Balken vom März bedeutet neue Backlinks von mehr als 800 unterschiedlichen Domains!):

Linkentwicklung LIONSHOME

Sollte sich hier einmal mehr die Vermutung bestätigen, dass man mit dem Abbau schlechter und dem Aufbau guter Links doch noch Einfluß auf die Sichtbarkeit einer Domain nehmen kann?
Wie steht ihr dazu?

Der Aufstieg der Wikipedia Klone

Mit den unter Creative Commons Lizenz stehenden Inhalten der Wikipedia hat sich in der Vergangenheit bereits der eine oder andere SEO-Glücksritter ein goldenes Näschen verdient.

Erst im letzten Monat habe ich im IndexWatch vom Enzyklopädie Aggregator de-academic.com berichtet, der seine Sichtbarkeit ebenfalls einer Kopie der Wikipedia-Inhalte verdankt.

Dass es jedoch im Jahr 2021 weiteren Domains möglich ist, mit einer nahezu 1:1-Kopie der deutschsprachigen Wikipedia eine Sichtbarkeit von mehr als 30 Punkten aufzubauen, ist aus meiner Sicht unerklärlich. Und dennoch ist es dewiki.de gelungen und in dessen Windschatten folgen zwei weitere Klone

Der Aufstieg der Wikipedia Klone

Offenbar ist es dewiki.de gelungen ein paar Autoren davon zu überzeugen, man sei die Originalquelle, denn anders sind die vielen Backlinks, die die Domain mittlerweile gewinnen konnte nicht zu erklären.

Besonders kreativ war man bei der Registrierung von vvikipedla.com, die auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich aussieht und mit dieser Taktik offenbar noch mehr Backlinks anziehen konnte, als dewiki.de.

Die Taktik sieht offenbar wie folgt aus: Man erstelle zunächst einige Backlinks selbst, bis diese Domains erste Rankings erreichen, von dort an erhalten sie weitere, organische Backlinks, da sie für generische Suchanfragen in den Suchergebnissen gefunden werden und bei der Recherche unaufmerksamen Autoren als Quelle dienten.

Ein Blick auf die Linkentwicklung verstärkt diesen Eindruck: Offenbar wurden die ersten Backlinks lange vor den großen Anstiegen aufgebaut und später von der Sichtbarkeit und dem Traffic quasi natürlich beschleunigt:

Linkentwicklung dewiki

Ich stelle mir hierbei die Frage: Sollte eine Suchmaschine wie Google hier nicht ohne Probleme anhand der massiven Verlinkungen und Historie „des Originals“ feststellen können, dass es sich um unbedeutende Kopien handelt?
Was meint ihr?

Die Rückkehr der Vergleichsseiten

Aus meiner Sicht ebenfalls überraschend ist das Comeback der großen Produktvergleichsseiten. Damit hatte ich wirklich nicht mehr gerechnet und besonders nicht in diesem Ausmaß!

Der bekannte Platzhirsch vergleich.org, der bereits auf eine bewegte Vergangenheit mit Spitzensichtbarkeiten jenseits der 10 Punkte blicken kann, schoss im Rahmen des Core-Updates im Juni 2021 nach oben und konnte seine Sichtbarkeit verfünffachen.

Erfahrungen.com hat seine Sichtbarkeit sogar fast versechsfacht und liegt nun bei > 8 Sichtbarkeitspunkten. Dagegen sieht der Zugewinn von testbericht.de fast schon mikrig aus, die sich jedoch von 0,7 auf 3,8 versechsfachten und nun wieder in den Sphären von 2015 und vor 2011 schweben:

Die Rückkehr der Vergleichsseiten

Ich bin sehr gespannt, wer davon seine Sichtbarkeit bei den kommenden Core-Updates verteidigen kann, oder ob es zu ebenso starken Korrekturen kommt, wie man nun gewinnen konnte.

Boom beim ePublishing

Ebenso überraschend kam es zu massiven Zuwächsen bei einigen ePublishing-Plattformen, Dokumenten-Scrapern und PDF-Hostern, wie libble.de, manualslib.de und docplayer.org, die ihre Sichtbarkeit der Indexierung von Inhalten aus Handbüchern und anderen PDF-Basierten Dokumenten verdanken.

Boom bei den ePublishing, Dokumenten Scrapern und PDF-Hostern

Wörterbücher auf dem Vormarsch

Ein weiteres Cluster, das ich bei Gewinnern identifizieren konnte, ist eine Gruppe von Wörterbüchern und Fremdsprachen-Lexika, teilweise mit sehr bewegter Vergangenheit, die nun eine Explosion ihrer Sichtbarkeit erleben dürfen:

Wörterbücher auf dem Vormarsch

Hier wird offenbar munter weitergewürfelt. Die großen Domains langenscheidt.com, duden.de und pons.com wurden dieses mal offenbar verschont. Mit dwds.de gehörte eine ähnliche Domain bereits zu den größten Gewinnern im abgelaufenen Jahr 2020. Mal sehen, wie sich diese Branche in den kommenden Monaten entwickelt.

Core-Update-Gewinne bei drei Urgesteinen

Mit helpster.de, juraforum.de und dslweb.de konnten sich drei echte Urgesteine von den Auswirkungen früherer Updates erholen. Alle haben im Core-Update vom Juni mehr als 10 Sichtbarkeitspunkte zugelegt:

Auf den ersten Blick konnte ich bei den Domains weder inhaltliche noch technische oder produktseitige Verbesserungen feststellen, die eine derartige Erholung erklären könnten. Von daher bleibt abzuwarten, ob die Erholung nachhaltig ist, oder es bei der nächsten Iteration des Core-Updates wieder nach unten geht.

Fazit: Der umfangreichste IndexWatch aller Zeiten!

Der Juni war mit gleich vier ausgerollten Updates wirklich ereignisreich. Wenn wir die Sichtbarkeit aller Verlierer von 8.155,7 mit den „nur“ 838,5 Sichtbarkeitspunkten der 500 größten Gewinnern vergleichen, lässt sich erkennen, dass im Schnitt eher größere Domains Verluste hinnehmen mussten und auf der Seite der Gewinner eher kleiner Domains in Sachen Sichtbarkeit profitieren konnten.

Wer selbst einen Blick in die Daten werfen will, findet den Export der 500 Gewinner und Verlierer hier bei Google Drive.

Aus Nutzersicht hat sich auf den Suchergebnisseiten insgesamt viel getan und auch für so manchen SEO wird es Grund zum Feiern oder Scherben zum Auflesen gegeben haben. Ich bin besonders gespannt wie es mit einigen der Gewinner weiter geht, da es aus meiner Sicht doch einige Überraschungen gab, mit denen man nicht unbedingt rechnen konnte.

Update: Der Rollout des angekündigten Juli 2021 Core-Updates läuft bereits, wie Danny Sullivan auf Twitter verkündete:

The July 2021 Core Update, previously announced, is now rolling out. 
These typically take 1-2 weeks to finish. Our guidance about such updates is here
Here’s more on how we improve search through updates

Es könnte also ziemlich schnell gehen mit den Korrekturen des Juni-Core-Updates!

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Kommentare
Werner   
2. Juli 2021, 12:30

Aggregatoren, Verzeichnisse, Suchmaschinen & Vergleichsseiten gewinnen also massiv an Sichtbarkeit. Ich sehe nicht, was die mit Qualität zu tun haben sollen. So macht SEO immer weniger Spaß, wenn die Top10 nur noch aus Aggregatoren, Verzeichnisse, Suchmaschinen & Vergleichsseiten sowie großen Brands bestehen…

Maximilian Waizmann   
2. Juli 2021, 16:37

schöner Beitrag 🙂 den Hinweis auf die Vertippter-Domains mit künstlich erzeugtem Suchvolumen finde ich spannend 🙂 interessant zu beobachten

Seit heute / gestern wird grad das neue Core-Update ausgerollt 🙂 bin gespannt, ob die Gewinner / Verlierer, die du hier aufzählst direkt wieder zurückschwanken oder ob es in dieselbe Richtung weitergeht.

lG Maximilian

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