Wie ziehe ich meine Website am gefahrlosesten auf einen neuen Domainnamen um?

Ein Wechsel des Domainnamen muss keine (langfristigen) negativen SEO-Folgen mit sich bringen. Sofern man den Umzug sorgfältig plant und korrekt durchführt, bleibt einem der gefürchtete Rankingverlust erspart. Um einen Domainwechsel durchzuführen, sollte die Adressänderung der Website Google in der Google Search Console (GSC) mitgeteilt werden und anschließend alle Inhalte der alten Domain mittels einem 301-Redirect (301-Weiterleitung) auf die neue Domain weitergeleitet werden.

Folgende Schritte und Voraussetzungen sind für einen reibungslosen Domainwechsel nötig:

  • die bis jetzt genutzte (alte) Domain muss in der GSC verifiziert sein
  • die neue Domain muss ebenfalls in der GSC verifiziert sein (und dies im gleichen Konto)
  • die Adressänderung der Domain muss Google in der GSC mitgeteilt werden
  • alle Inhalte der alten Domain werden per 301-Weiterleitung auf den neuen Domainnamen umgeleitet
  • interne Verlinkung überprüfen
  • neue Domain von Google crawlen lassen
Beachte: Google benötigt eine Weile, um der neuen Domain zu vertrauen, bzw. um alle Metriken der alten Domain auf die neue zu überführen. Siehe in diesem Zusammenhang auch unseren Blogpost Risiko Domainumzug und Rankings bei Google.

Adressänderung der Website in der Google Search Console hinterlegen

Über die Google Search Console ist es möglich eine Adressänderung an Google zu senden. Hierfür müssen beide Domains, die alte sowie die neue, im GSC-Konto angelegt und verifiziert sein.

Um eine Adressänderung durchzuführen, wählt man die alte Domain im GSC-Konto aus und klickt auf den Menüpunkt „Adressänderung“, welcher oben rechts hinter dem Zahnrad zu finden ist.

Adressänderung einer Domain in der Google Search Console hinterlegen

Adressänderung einer Domain in der Google Search Console hinterlegen

  • https://www.google.com/webmasters/tools/change-address?hl=de&siteUrl=http://www.die-alte-domain.de/

Wurde die Seite der Adressänderung aufgerufen, kann der neue Domainname aus einer Drop-Down-Liste gewählt und an Google übersendet werden.

Links der alte Domainname und rechts die Auswahl der neuen Domain

Links der alte Domainname und rechts die Auswahl der neuen Domain

Die Adressänderung ist somit erfolgreich beantragt.

301-Redirect (Weiterleitung) der alten Domain

Damit sowohl Besucher, als auch der Google-Bot, beim Aufruf des alten Domainnamen automatisch auf die neue Domain weitergeleitet werden, muss ein 301-Redirect für den alten Domainnamen gesetzt werden.

Zur Weiterleitung auf die neue Domain mittels dem HTTP-Statuscode 301 muss folgende RewriteRule in die .htaccess-Datei geschrieben werden

RewriteEngine On
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^ALTE-domain.de$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http://www.NEUE-domain.de/$1 [R=301,L]
RewriteCond %{HTTP_HOST} ^www.ALTE-domain.de$ [NC]
RewriteRule ^(.*)$ http://www.NEUE-domain.de/$1 [L,R=301]

Hierdurch werden ebenfalls sämtliche URLs weitergeleitet. Wird z.B. eine URL der alten Domain aufgerufen (www.alte-domain.de/produkt-1/), so gelangt man automatisch auf die gleiche URL der neuen Domain (www.neue-domain.de/produkt-1/).

Interne Verlinkung überprüfen

Hat man seine Inhalte auf der Website mit absoluten Pfaden untereinander verknüpft, also bei der Linksetzung immer die vollständige URL inklusive des Hostnamen der alten Domain verwendet, sollten diese internen Links angepasst werden. Hier sollte der alte Domainname gegen die neue Domain innerhalb eines jeden Links gesetzt werden.

  • zur Überprüfung der internen Linkstruktur kann der SISTRIX Optimizer mit aktivierter Detail-Auswertung genutzt werden

Ist die interne Verlinkung der Website durch relative Pfade aufgebaut, so braucht man die Linkstruktur nicht zu ändern.

301-Weiterleitung haben keinen hohen Dämpfungsfaktor

Eine Weiterleitung mittels dem HTTP-Statuscode 301 (Moved Permanently) hat nach Aussage von Matt Cutts, Head of Googles Webspam-Team, keinen höheren Dämpfungsfaktor als es ihn für Links gibt. Demnach ist die Weiterleitung von internen und externen Link mittels einem 301-Redirect eine gute Wahl.

Neue Domain von Google crawlen lassen

Damit Google schnell Kenntnis über die neue Domain erlangt und dessen Inhalt indexieren kann, sollte man Google auffordern die neue Website zu crawlen.

In der Google Search Console gibt es dafür unter dem Menüpunkt „Crawling“ > „Abruf wie durch Google“ die Möglichkeit, einzelne URLs an den Google-Index zu senden.

Funktion Abruf wie durch Google in der Google Search Console

Funktion Abruf wie durch Google in der Google Search Console

Der Google-Bot crawlt daraufhin die neu eingereichten Seiten.

Zur Unterstützung des Crawling-Prozesses sollte man auch eine XML-Sitemap bei Google einreichen.

Kontrolle des Domainumzuges

Einige Wochen lang, Google empfiehlt hier 180 Tage bei größeren Websites, sollte ein sorgfältiger Blick auf die Auswertung der Crawling-Statistik der neuen Domain in der Google Search Console geworfen werden, um etwaige Crawling-Fehler zu identifizieren.

Anhand eines Vergleich der Sichtbarkeiten der alten sowie der neuen Domain in der SISTRIX Toolbox kann ebenfalls der Erfolg des Domainumzuges beobachtet werden:

Vergleich des SISTRIX Sichtbarkeitsindex der alten Domain mit der neuen Domain

Vergleich des SISTRIX Sichtbarkeitsindex der alten Domain mit der neuen Domain

Der Wechsel in der Sichtbarkeit beider Domains zeigt deutlich, dass fortan die Inhalte der neuen Domain auf den Suchergebnisseiten von Google ranken und nicht mehr die der alten Domain.

Videoerklärung von Matt Cutts zum Thema (engl.)

Weiterführende Informationen zu diesem Thema:

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