Web-Traffic-Analyse: Tools und Formen

Web-Traffic-Analysen geben wichtige Hinweise für die Optimierung von Webseiten. Hier gehen wir darauf ein, wie du sie durchführst und welche Vorteile sie haben.

Das englische Wort „Traffic“ bedeutet im Deutschen „Verkehr“. Unter Web-Traffic oder Website-Traffic versteht man zunächst allgemein den Datenfluss im Internet. Im engeren Sinn bezeichnet der Begriff die Zahl der Besuche beziehungsweise Visits und Impressions einer Webseite in einem bestimmten Zeitraum

Eine besondere Form des Traffics stellt die Anzahl der Unique Visitors dar. Hier zählen nur die Besucher, auch wenn diese deine Seite mehrfach besuchen. 

Außerdem unterscheidet man Traffic nach Quellen:

  • Organischer Traffic kommt von einer unbezahlten Quelle. Er entsteht zum Beispiel dadurch, dass Nutzer auf ein Suchergebnis in Google klicken. 
  • Paid Traffic stammt von bezahlten Inhalten. 

Schließlich gibt es Traffic, der dir keinen Nutzen bringt. Sogenannter „Trash Traffic“ entsteht oft durch irreführende Bannerwerbung: Personen klicken auf ein Banner, kommen auf deine Seite und schließen diese umgehend wieder, weil sie eigentlich etwas anderes suchen. Bot Traffic geht auf Computerprogramme zurück. 

Warum es wichtig ist, Web-Traffic zu analysieren

Eine Web-Traffic-Analyse unterstützt dich, dieses Ziel zu erreichen:

  • Du bekommst einen Überblick darüber, über welche Quellen Besucher auf deine Webseite kommen, und Anregungen dafür, welche Webauftritte überarbeitet werden sollten.
  • Auch Abhängigkeiten macht eine Web-Traffic-Analyse deutlich – zum Beispiel, wenn Besucher fast vollständig aus einer Quelle stammen.
  • Nimmst du zusätzlich die Webseiten von Konkurrenten unter die Lupe, weißt du, wo du in Sachen Traffic im Vergleich mit anderen stehst, und kannst bei alarmierenden Unterschieden rechtzeitig reagieren.  
  • Schließlich verrät dir eine Web-Traffic-Analyse ein Stück weit, wie erfolgreich deine Inhalte allgemein sind. 

Wichtig: Traffic ist entscheidend für Erfolg im Internet, aber laut Google kein Rankingfaktor. Mehr Besucher bedeuten also nicht automatisch ein besseres Ranking.

So führst du Traffic-Analysen durch

Mit Google Analytics stellt dir der Suchmaschinenriese ein kostenloses Tool für die Web-Traffic-Analyse zur Verfügung. Alles, was du benötigst, ist ein Google-Account. 

Allerdings eignet sich Google Analytics nur, um den Traffic auf eigenen Webseiten zu analysieren. Für die Konkurrenz brauchst du externe Tools. 

Beachte dabei: Wenn Software den Traffic auf Seiten von Mitbewerbern angibt, handelt es sich um Schätzungen, nicht um den „realen Traffic“. Wie genau diese Schätzungen sind, hängt unter anderem davon ab, aus welchen Quellen die Zahlen stammen. 

Web-Traffic in Google-Analytics analysieren – Übersicht

Unter „Akquisition“ weist Google den Traffic auf deiner Webseite acht Kanälen zu:

  • Direkt
  • Allgemeine organische Suche
  • Verweis
  • E-Mail
  • Allgemeine bezahlte Suche
  • Andere Werbung
  • Sozial
  • Display-Werbung

Ausschlaggebend für die Zuordnung zu einem Kanal sind meistens die Quelle und das Medium.

Quellen unterscheidet Google Analytics wie folgt:

  • Suchmaschinen wie Google, Bing oder DuckDuckGo. 
  • Verweise mittels Links von anderen Webseiten oder auch aus verschiedenen Social-Media-Kanälen. 
  • Direct bezeichnet in erster Linie den Vorgang, dass ein User die URL deiner Seite direkt in den Browser eingibt oder sie als Lesezeichen gespeichert hat. 
  • Wenn du auf Links in Newslettern ein Kampagnen-Tracking gesetzt hast, tauchen außerdem Newsletter auf.

Die Quellen verraten dir noch nicht, ob Besucher, die über Google auf deine Webseite gekommen sind, auf ein organisches oder ein bezahltes Suchergebnis geklickt haben. 

Hier kommt das „Medium“ ins Spiel:

  • „organic“ heißt, dass Traffic aus der organischen Suche stammt, „cpc“ (Cost-per-Click) bezieht sich auf Anzeigen. 
  • „referral“ fasst alle verweisenden Webseiten zusammen. 
  • „none“ heißt, dass Besucher direkt auf deine Webseite kommen.

 „Quelle/Medium“ bündelt beide Informationen.  Die sogenannten „Strukturkarten“ visualisieren Traffic-Ströme mithilfe von Rechtecken. 

Tipp: Bei genauerem Hinsehen zeigt sich oft, dass Direct Traffic mehr umfasst als Besucher, die eine Adresse direkt in den Browser eingeben, und/oder Zugriffe über Lesezeichen. Vielmehr landen hier alle möglichen Zugriffe ohne Verweisinformationen: Links aus Office-Dokumenten, Weiterleitungen von Short-URLs, aber auch Zugriffe aus sozialen Medien. 

Weitere wertvolle Informationen für Traffic-Analysen 

Wahrscheinlich willst du nicht nur wissen, aus welchen Quellen die Besucher stammen, sondern auch, mit welchen Keywords sie über Suchmaschinen auf deine Seite stoßen. 

Auch das verrät dir Google Analytics. Unter „Keywords“ findest du eine Übersicht über die bezahlten und unbezahlten Keywords, die deinen Seiten Traffic bringen. 

Außerdem erhältst du sowohl bei „Keywords“ als auch bei „Quelle/Medium“ und „Channels“ weiterführende Informationen zu Seitenbesuchen.

Dazu gehören unter anderem:

  • Die Anzahl „Neuer Nutzer“ im ausgewählten Zeitraum – im Gegensatz zu denen, die schon einmal auf deiner Seite waren
  • Die Anzahl von Sitzungen
  • Die Absprungrate
  • Die Zahl der Seiten pro Sitzung
  • Die durchschnittliche Sitzungsdauer

Diese Informationen verraten dir viel darüber, wie gut deine Webseiten bei Besuchern ankommen. Eine hohe Absprungrate ist beispielsweise ein Indiz dafür, dass Inhalte verbesserungswürdig sind. 

Tipp: Bot-Traffic kann das Ergebnis von Traffic-Analysen verfälschen. Setze deshalb in Google Analytics unter Verwaltung → Einstellungen der Datenansicht ein Häkchen bei „Alle Treffer von bekannten Bots und Spidern“ ausschließen. 

Maßnahmen ableiten aus einer Web-Traffic Analyse

Jetzt weißt du, aus welchen Quellen Besucher auf deine Webseiten kommen. Da stellt sich die Frage: Was machst du mit diesem Wissen?

Je nach Ergebnis eignen sich Traffic-Analysen als Ausgangspunkt für verschiedene Optimierungsmaßnahmen:

  • Traffic-Analysen verraten dir, welche Kanäle mehr Besucher auf deine Webseite bringen als andere. Eine mögliche Konsequenz daraus ist, dass du dich auf die erfolgreichsten Quellen beziehungsweise Kanäle konzentrierst. 
  • Vielleicht ist es auch sinnvoll, sich auf Schwachstellen zu konzentrieren und zum Beispiel deinen Facebook Content zu überarbeiten.
  • Neben Quantität kommt es auf die Qualität an. Wenn Nutzer aus bestimmten Quellen besser konvertieren, kann es sinnvoll sein, besonderen Wert auf diese Quellen zu legen. 

Web-Traffic-Analysen geben dir wertvolle Daten an die Hand. Um sinnvolle Maßnahmen abzuleiten, musst du diese Daten erst interpretieren. 

Dabei ist einiges weniger offensichtlich, als es im ersten Moment scheint. Vielleicht konvertieren Besucher aus bestimmten Quellen besser, weil sie die Desktopversion deiner Webseite zu sehen bekommen und diese überzeugender wirkt als die mobile Variante.

Auch weißt du zwar vielleicht nach einer Traffic-Analyse, dass wenig User in sozialen Netzwerken auf deine Links klicken. Du weißt aber noch nicht, warum. Web-Traffic-Analysen sind deshalb oft der Auftakt für weitere Analysen und dann erst für Optimierungsmaßnahmen.

22.03.2021