SERP-Konzentration nach Branchen

Johannes Beus
Johannes Beus
30. April 2010
Johannes Beus
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Johannes Beus ist Gründer und Geschäftsführer von SISTRIX.

Seit einiger Zeit berechnen wir neben dem allgemeinen Sichtbarkeitsindex auch jeweils einen für 15 Branchen. Die Keywords wurden dafür in Kategorien geclustert und auf dieser Basis wird der Branchensichtbarkeitsindex aufgebaut. Das ist zum Beispiel ganz interessant, wenn man seine Domain, die in nur einer Branche tätig ist, mit anderen Domains vergleichen will, die ein breiteres Themenspektrum haben – durch den Branchensichtbarkeitsindex werden dann nur die relevanten Keywords einbezogen. Dass man mit so Daten auch noch andere, lustige Sachen machen kann, will ich in diesem Posting zeigen.

Ausgewertet habe ich, wie stark die Konzentration in einer Branche auf die stärksten Domains ist. Dabei trifft es sich ganz gut, dass die Branchesichtbarkeitsindizes so gerechnet sind, dass – unabhängig von der konkreten Anzahl von Keywords – in jeder Branche 10.000 Punkte zu vergeben sind, die Vergleichbarkeit unterhalb der Branchen also gewährleistet ist. Im folgenden Diagramm sieht man, wie viel Prozent der Sichtbarkeit der Branche von den 100 stärksten Domains beansprucht werden:


Klar führend sind Immobilien, Kommunikation & Handy sowie Auto & Verkehr. Das Schlusslicht bilden Erotik, Fitness & Sport und Nachrichten. Hilfreich kann so eine Betrachtung sein, wenn vor der Entscheidung steht, in welcher Branche man sein nächstes Projekt starten soll. Immobilien kann ich nach den Daten zum Beispiel nicht empfehlen – die vorhandenen Domains sind bereits überdurchschnittlich stark und machen es Neueinsteigern nicht gerade einfach. Ebenfalls habe ich den Verlauf dieser Konzentration ausgewertet. Für die Top-100 Domains sahen die Zahlen wenig spektakulär aus, bei den Top-10 ist es schon interessanter, wie im folgenden Diagramm zu sehen:


Die Marktführer im Immobilienbereich haben in den letzten Jahren nochmal stark zugelegt und ihren Vorsprung ausgebaut. Auto & Verkehr war Ende 2008 noch deutlich „offener“ als jetzt, damals wäre ein Einstieg einfacher gefallen. Allen Kurven ist gemein, dass ihr Anteil steigt – Google scheint großen Seiten also weiterhin und zunehmend mehr Vertrauen zuzusprechen und verdrängt kleinere Domains somit aus den sichtbaren Bereichen der Google-SERPs.

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Kommentare
Loewenherz   
30. April 2010, 11:36

Spannend. Wobei ich die Brancheneinteilung noch nicht so genau nachvollziehen kann, da ich hier einen anderen Ansatz fahre. Vermutlich ist meiner eher dmoz/situativ-geprägt, deiner von der Sichtbarkeit her. Vielleicht ein Gesprächsthema bei nächsten Date 😉

HamsterDesTodes   
30. April 2010, 21:39

„Google scheint großen Seiten also weiterhin und zunehmend mehr Vertrauen zuzusprechen und verdrängt kleinere Domains somit aus den sichtbaren Bereichen der Google-SERPs.“

Seltsame Formel, Grösse = Qualität? Hm.

Jonas Weber   
1. Mai 2010, 13:53

Interessante Auswertung.

Ein weiterer Grund wird wohl sein, dass die Big Player am Suchmarkt überproportional in SEO investieren. Auch ermöglicht es die Universal Search, mehrfach in den SERPs platziert zu sein, für eine starke Domain wahrscheinlich. Johannes, wird die US mit einkalkuliert in die Sichtbarkeit?

AndreasMast   
3. Mai 2010, 07:08

Sehr interessanter Artikel, ich denke auch der Auto und Handy Bereich hat eonfach erkannt das man im Internet auch gut Geld verdienen kann und es somit Sin macht auch etwas mehr Geld in SEO zu investieren.

SloMo   
6. Mai 2010, 07:27

Hi Johannes,

danke für die Auswertung. Die Daten sind zwar auf den ersten Blick interessant, verlocken aber zu übereilten Schlussfolgerungen. Nehmen wir die Branchen Immobilien (47%) und Erotik (26%):

Deiner Annahme zufolge müsste Erotik für neue Sites viel erfolgversprechender sein, als die Immobilienbranche. Warum? Weil die Top-100 in der Erotikbranche nur zu 26% sichtbar sind, die Top-Sites also nicht so stark sind. Nichts anderes schreibst Du oben.

Dabei vergisst Du, dass die Top-100 jeder Branche durch Deine Normalisierung implizit in Relation zu den restlichen Top-Sites gestellt werden. Alles, was man aus dieser Sichtbarkeit schlussfolgern kann ist, dass die Top-Sites der Branche keinen so großen Vorsprung vor den restlichen Sites haben.

Daraus lässt sich natürlich nicht ableiten, wie stark die Branche letztendlich umkämpft ist. Wer lieber gegen viele kleine Sites (statt gegen wenige große) arbeitet, ist in der Erotik-Branche perfekt aufgehoben. Wer lieber großen Gegnern das Fürchten lehrt, sollte in die Immobilienbranche gehen.

Die zweite Grafik zeigt sehr schön, dass auch im Internet eine Tendenz zur Konsolidierung besteht, wie überall in der Wirtschaft. Wer mehr Kapital zur Verfügung hat, kann eben besser wachsen, hat mehr Content, bessere SEOs, nutzt mehr unterschiedliche Werbekanäle zur Markenprägung. Besorgniserregend ist das nur, wenn dadurch wirklich hochwertige kleine Sites verdrängt werden. Dann wird Google das Problem irgendwann selbst erkennen und gegensteuern.

Gruß und frohes Schaffen!
SloMo

Alexander Horn   
9. Mai 2010, 21:26

Sehr interessanter Bericht, ich vermisse etwas das Handwerk als Branche. Nach welchen kriterien wurden die Top 15 Branchen ausgewählt ?

Ahmet Hassan   
13. Mai 2010, 20:19

Ich schließe micn „HamsterDesTodes“ an;
langsam finde ich das nicht meh OK!

Bradley Holton   
14. Mai 2010, 06:51

A good site with excellent articles. Thanks for such a wonderful informative and entertaining read. Quotations are a great way to inspire you to perform at your best and to remember sage advice from the smartest minds in the world.

Regards,
Bradley Holton.

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