SISTRIX is also available in English!

IndexWatch 09/2021: Neues Rankingfeature ohne offizielle Erklärung seitens Google

Es ist bereits Mitte Oktober und damit höchste Zeit einen Blick zurück auf die Entwicklungen der Sichtbarkeitsverteilung im September 2021 bei Google in Deutschland zu werfen. Ich habe mir wie jeden Monat die größten Gewinner und Verlierer angesehen und stellen hier die Domains mit den interessantesten Bewegungen vor. Dabei stieß ich auf Hinweise für eine große, unangekündigte Änderung bei Google…

In diesem Monat gab es, wie bereits im August kein offizielles Update. Doch der Blick auf den SISTRIX Google Update Radar, zeigt für die beiden Tage vom 12. und 13.09.2021 einen deutlich erhöhten Wert. Google hat also irgendetwas verändert, das allerdings nicht wichtig genug zu sein scheint, um es mit einer Ankündigung oder Erklärung aufzuwerten. Eine derart starke Veränderung ohne Erklärung seitens Google ist natürlich besonders interessant.

Klar, grundsätzlich sind die Suchergebnisse von Google ständig in Bewegung. Neue Inhalte werden in den Index aufgenommen, andere verlieren an Bedeutung oder werden gelöscht. Diese Bewegungen, also die kontinuierlichen Fluktuationen von Ergebnissen und Positionen in den SERPs werden auch Everflux genannt. Unter dem Strich haben wieder einige Domains im September deutlich an Sichtbarkeit zugelegt, während andere signifikant an Sichtbarkeit eingebüßt haben.

Doch ich habe ein paar Zusammenhänge und Muster entdeckt, die weit über den üblichen und bekannten Everflux hinausgehen.

Gewinner-Domains des Monats September 2021

Regionales Autohaus rankt immer wieder deutschlandweit

Die Webseite der Hülpert Gruppe, einem Händler für Fahrzeuge der Marke SEAT für Dortmund und NRW gehörte im vergangenen Monat mit einem Zuwachs von +237% zu den größten Gewinnern. Allerdings hatten wir die Domain huelpert.de bereits im IndexWatch 04/2021 vom April in der Liste Gewinner gesehen und die damaligen Schwankungen noch als einen einmaligen Ausrutscher von Google abgetan, denn die Sichtbarkeitszuwächse waren bis zum Zeitpunkt des Artikels bereits wieder auf das Niveau von vorher zurückgefallen.

Ein erneuter Blick auf die Sichtbarkeitsentwicklung der Domain in den letzten 12 Monaten zeigt jedoch ein sehr klares Muster:

Sichtbarkeitsentwicklung der Webseite der Hülpert Gruppe

Beinahe alle 30 Tage verdreifacht sich die Sichtbarkeit der Domain für ein bis drei Wochen, nur um anschließend für zwei Wochen wieder auf das Ausgangsniveau zurück zu kehren.

Wenn wir uns die Keywords ansehen, die für die deutlichen Gewinne verantwortlich sind, stechen einem sofort die bekanntesten Modelle aus dem Hause SEAT und VW ins Auge, für die die Domain offenbar immer wieder in die Top 10 schießt, nur um ein paar Tage später wieder in die Bedeutungslosigkeit zu verschwinden:

Keywords die für die deutlichen Gewinne verantwortlich sind

Die Frage, die sich nun stellt ist, ob sich in regelmäßigen Abständen die Meinung von Google hinsichtlich der Relevanz der Domain ändert, oder die Suchmaschine die Zusammenstellung der Suchergebnisse regelmäßig aktualisiert und es zu einer Schwankung zwischen einer angenommen Nutzerintention mit lokalem Bezug und ohne gibt. Da es sich hier um die Webseite einer offensichtlich örtlich begrenzt tätigen Firma handelt, vermute ich einen Bezug zu deren regionaler Ausrichtung. Sprich die Domain könnte einmal Deutschlandweit ranken, um danach wieder (vermutlich aufgrund negativer Nutzersignale) wieder in der lokalen Versenkung zuverschwinden.

Um der Frage nach der Ursache auf den Grund zu gehen, sehen wir uns die Zusammenstellung der Top 20 zum Keyword „tiguan“ im Vergleich an:

SERP-Vergleich des Keywords tiguan

Am 17.09.2021 tauchte die Domain plötzlich auf Platz 8 auf, obwohl huelpert.de vorher nicht einmal in den Top 100 der Ergebnisse gerankt hatte und fliegt später wieder heraus. Die übrigen Rankings der Top 10 blieben hingegen stabil. In den Top 20 gab es einige Verschiebungen und auf Platz 19 und 20 zwei Neueinsteiger, die ebenfalls den regionalen Autohäusern zuzuordnen sind. Zum einen die Webseite der BRASS Gruppe aus dem Rhein-Main-Gebiet und zum anderen die Webseite der Glinicke Dienstleistungs GmbH, die Autohäuser in Hessen, Thüringen, OWL & Niedersachsen betreibt.

Wir können also davon ausgehen, dass Google auf den hinteren Positionen der Top 10, sowie der Top 20 immer wieder ausprobiert, ob starke Webseiten einzelner Händler für die Suchenden nach bestimmten Automodellen ein gutes Ergebnis sein könnten und ob neben der offziellen Webseite des Herstellers, Wikipedia und Deutschlandweit operierenden Gebrauchtwagen-Marktplätzen lokale Händler eine sinnvolle Alternative darstellen würden.

Diese Experimente laufen höchstwahrscheinlich automatisiert ab, weil ein bestimmter Zielwert hinsichtlich der Nutzerzufriedenheit nicht erreicht wird und sorgt so in Etappen von Experiment, Auswertung, Veränderung und neuem Experiment für die beobachteten regelmäßig wiederkehrenden Schwankungen.

Die Mall of Berlin kämpft mit ihrer Relevanz

Als zweiter Gewinner des Monats hat es die Webseite der „Mall of Berlin“, einem Einkaufszentrum am Leipziger Platz in Berlin mit einem Sichtbarkeitszuwachs von +232% ganz weit oben in die Liste der größten relativen Veränderungen geschafft. Allerdings stellen wir auch hier fest, dass sich zum Zeitpunkt dieses Artikels die Sichtbarkeit wieder normalisiert hat und die Domain schon einen derartigen Höhenflug im Zeitraum April bis August diesen Jahres hinter sich hat:

Hier liegt, nach einem Blick auf die Keywords, die für die Sichtbarkeitsexplosion verantwortlich sind, ebenfalls der Verdacht auf eine Schwankung aufgrund einer nutzerdatenbasierten Neuzuweisung der angenommenen Nutzerintention, oder einem automatisiert ablaufenden Experiment wie bei den Keywords von huelpert.de nahe:

Viele der Keywords haben durch die Kombination einer Marke mit „berlin“ eindeutig einen lokalen Bezug, dennoch konnte sich die Domain der Mall nicht in den Top 10 zu Begriffen wie „Berliner Sparkasse“ oder „Douglas Berlin“ halten. Und das obwohl es in der Mall sowohl eine Filiale der Sparkasse, als auch eine Douglas-Filiale gibt. Bei Olymp, Telekom, Vodafone, Taschenparadies, KFC, Christ und Idee ebenfalls.

Die Webseiten anderer Berliner Malls, beispielsweise der Domain gesundbrunnen-center.de tauchen zwar ebenfalls teilweise zu Begriffen wie „KFC Berlin“ in den Top 10 auf, haben jedoch bei weitem nicht die selben Ausschläge nach oben:

Ferienhaus-Portale schwanken stark

Die beiden Ferienhaus-Portale belvilla.de und fewo24.de liefern sich seit März 2021 ebenfalls ein spannendes Rennen, mal geht es gemeinsam nach oben, dann wiederum nach unten:

Neues Ranking-Feature seit März 2021?

Spannend ist der Vergleich aller bisher erwähnten Gewinnerdomains:

Hier wird sehr anschaulich klar, dass Google offenbar seit März 2021 ein neues Rankingfeature einsetzt, dass für diese zyklischen Schwankungen verantwortlich ist. Ein Blick auf die Übersicht über alle Google-Updates seit 2002 zeigt jedoch nur ein Google Update ohne offizielle Bestätigung vom 17.03.2021, das wir damals als Core Update Light bezeichnet haben.

Eine mögliche Erklärung des Phänomens

Meine Vermutung ist es, dass Google das Verfahren erweitert oder vielleicht sogar nun automatisiert hat, mit dem in zyklisch stattfindenden Experimenten die Zusammenstellung der Suchergebnisseiten verbessert werden soll.

Manche Suchergebnisse sind derart stabil und wirken fast wie eingefroren, während andere sich permanent ändern. Ich vermute, dass Google etwas misst, das als Indikator für die durchschnittliche Zufriedenheit der Suchenden mit einem Suchergebnis dient. Auf Keywords, bei denen dieser Indikator einen bestimmten Wert unterschreitet, startet ein Automatismus wahrscheinlich eine Art von Experiment, bei denen Seiten mit niedriger CTR aus den vordersten Ergebnissen durch potentielle Kandidaten ausgetauscht werden, die zum Teil einem anderen Seitentyp darstellen und eine andere Nutzerintention adressieren.

Erfolgreiche Content-Farm mit übersetzten Inhalten aus Frankreich

Mit moyens.net hat es offenbar seit langem mal wieder eine Content-Farm geschafft, nennenswert Sichtbarkeit aufzubauen:

Sichtbarkeitsentwicklung von moyens.net bei Google in Deutschland

Seit ihrem Start Mitte des Jahres konnte die Domain nun die Marke von 2 Sichtbarkeitspunkten im Deutschen Index knacken, nachdem das Konzept zuvor offenbar ein Jahr früher in Frankreich gestartet und zunächst dort etabliert wurde:

Sichtbarkeitsentwicklung von moyens.net bei Google in Frankreich

Ein Blick auf die Startseite verrät, dass man offenbar 20 bis 30 französische Artikel pro Tag „produziert“ und veröffentlicht. Deutschsprachige Inhalte werden in ähnlicher Frequenz veröffentlicht, offenbar als Übersetzungen der französichen Vorlagen.

Zu Beginn handelt es sich ausschließlich um Tutorials à la „So macht man XY“ oder „Wie man ABC…“ im Bereich von Anwendungssoftware. Ein Blick auf die teilweise noch vollkommen leeren Kategorieseiten in der Hauptnavigation, sowie die frankzösische Vorlage, zeigt, dass man darüber hinaus die Themen „Persönliche Entwickung“, „Marketing“, „Unterhaltung“ sowie „Gaming eSports“ adressiert.

Mein Schul-Französisch ist leider nicht gut genug, um die Qualität der original-Artikel einschätzen zu können, aber die deutschen Artikel wirken auf mich, als wären sie von einem englischen Vorbild übersetzt, um nicht zu sagen geklaut. Vielleicht ist ja ein Frankophone unter unseren Lesern und teilt seine Einschätzung in den Kommentaren mit uns.

Im Artikel „So fügen Sie einen Link in der Bio auf Instagram und TikTok hinzu, um mehr Traffic zu generieren“ auf de.moyens.net ist die Rede davon, dass die Autoren ein Experiment durchgeführt haben, um die angesprochene Theorie zu testen. Das eingebundene YouTube-Video stammt jedoch, ebenso wie die verwendeten Screenhots aus einem Artikel von Hootsuite aus den USA.

Natürlich könnte es sein, dass Hootsuite davon weiß und den Artikel gar bei Moyens zur Veröffentlichung eingereicht hat, allerdings ist als Autor des Artikel „Moyens Staff“ genannt und es findet sich keinerlei Hinweis auf einen fremden Autoren.

Ich bin gespannt, ob sich hier tatsächlich ein neuer Publisher etabliert, oder die Domain über kurz oder lang wieder aus den Suchergebnissen verschwinden wird. Ein wenig erinnert mich das Konzept an Suchbegriffs-Zentrierte Content Farmen von Demand Media (heute Leaf Group), die derart erfolgreich waren, dass sich Google im Jahr 2011 genötigt sah, mit dem Panda-Update, auch Farmers-Update genannt, auf die immer größere Sichtbarkeit von Plattformen mit guter Verlinkung und vielen, jedoch minderwertigen Inhalten zu reagieren.

Sollte es sich dabei tatsächlich um übersetzte Artikel fremder Autoren handeln, wäre das womöglich ein ziemlich übler Fall von systematischem Urheberrechtsverstoß. Dass die Seite kein Impressum oder sonstige Pflicht-Angaben aufweist, stärkt diese Vermutung.

Gehackte Domain eines Videographen aus den USA

Ebenfalls unter den Gewinnern im September ist die Domain eines Videographen aus Beverly Hills, vidicamproductions.com. Aus dem Nichts schafft es die Domain auf mehr als drei Sichtbarkeitspunkte:

Hat die Sichtbarkeit jedoch offenbar bereits wieder vollständig verloren. Ich konnte zumindest keine Rankings mehr reproduzieren. Ein Blick auf die rankenden Keywords und insbesondere die rankenden URLs verrät, dass es sich dabei offenbar um einen Ausreißer einer gehackten Domain handelt:

Thematisch vollkommen unzusammenhängende Themen auf kryptischen URLs lassen aus meiner Sicht nur den Schluß zu. Nämlich, dass sich Kriminelle Zugang zum Server verschafft und generierte Inhalte veröffentlicht haben. Mittlerweile sind alle fremden Inhalte entfernt und die Rankings wieder verschwunden.

Verlierer-Domains des Monats September 2021

Der Blick auf die Domains mit den größten Verlusten im September zeigt viele Domains, die wir bereits in den letzten IndexWatch-Artikeln erwähnt hatten. Domains wie tui.de, brigitte-hachenburg.de und noeastro.de schwanken munter hoch und runter oder kehren nach einem einmaligen Ausreißer wieder auf das Ausgangsniveau zurück, wie bei lumas.de oder cyrillus.de. Aber es gibt auch wieder ein paar interessante Fälle, die ich mir genauer angesehen habe:

Baby und Familie in Apotheken-Umschau integriert

Auf dem ersten Platz der Liste der Verlierer landete baby-und-familie.de mit einem Totalverlust von fast 17 Sichtbarkeitspunkten (Von 16,94 auf 0,11 = -99%). Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass die Domain von einem Update getroffen wurde, doch bei einer genaueren Analyse erkennt man, dass man hier offenbar das Gegenteil erreicht hat:

Nachdem baby-und-familie.de bei den Core-Updates von März 2019, Juni 2019 und Januar 2020 noch herbe Verluste erlitten hatte (Marker A, B und C im Sichtbarkeitsverlauf) konnte man die Probleme offenbar beheben und legte in den beiden nachfolgenden Core-Updates von Mai 2020 und Dezember 2020 wieder ordentlich zu (Marker D und E). Bei dem nun eingetretenen Totalverlust liegt jedoch keine Penalty, Abschaltung oder ein großer SEO-Faux-Pas vor, sondern eine spannende Integration einer großen Webseite in eine noch größere.

Die Webseite des laut Eigentümer Wort & Bild Verlag reichweiten- und auflagenstärksten Elternmagazins in Deutschland wurde im September in die Webseite der Apotheken-Umschau aus dem gleichen Hause integriert.Da man an eine saubere Migration inklusive korrekter 301-Weiterleitungen gedacht hat:

Weiterleitungsbeispiel
Status CodeURLRedirect URL
301https://www.baby-und-familie.de/spielenhttps://www.apotheken-umschau.de/spielen
301https://www.apotheken-umschau.de/spielenhttps://www.apotheken-umschau.de/familie/entwicklung/foerdern/kinder-lernen-beim-spielen-infos-und-spielideen-789987.html
200https://www.apotheken-umschau.de/familie/entwicklung/foerdern/kinder-lernen-beim-spielen-infos-und-spielideen-789987.htmlnone

Konnten die 17 Sichtbarkeitspunkte scheinbar 1:1 auf die Domain der Apotheken Umschau übertragen werden. Diese lag am 06.09.2021 noch bei 171,75 und nun am 16.10. bei 188,63. Relativ zur gigantischen Sichtbarkeit der Domain, fällt der Zuwachs im Verlauf jedoch nicht wirklich ins Gewicht:

Dies ist aus meiner Sicht ein besonders schönes Beispiel, denn hier wurde eine Domain erst aus dem Core-Update-Dilemma befreit und anschließend erfolgreich in eine umfangreiche Umgebung migriert. Saubere SEO-Arbeit zahlt sich also auch im Jahr 2020 und 2021 noch aus.

Schlafwelt Integration in otto.de

Nahezu 1:1 ist man offenbar bei der Integration der Domain schlafwelt.de in die Webseite von otto.de vorgegangen. Nachdem schlafwelt.de bei beiden Phantom-Updates 2017 (Marker A und B) schwer getroffen wurde, gelang es offenbar in den ersten beiden Medic-Updates (Marker C und D) und letztendlich dem Core-Update von März 2019 (Marker E) zu ursprünglichen Sichtbarkeit zurück zu kehren:

Wie auch bereits im Fall zuvor wurde der „gerettete Patient“ nun in eine große Webseite integriert. In diesem Falle otto.de. Der OTTO Online-Shop kennt seit dem selben Core-Update vom März 2019 (Marker C) nur noch eine Richtung:

Seit dem konnte die Sichtbarkeit von rund 230 Punkten kontinuierlich auf stolze 380 Punkte gesteigert werden. Hier scheint man sich ebenfalls auf saubere und verlässliche SEO-Arbeit zu konzentrieren.

Vertipper-Domain-Spam fliegt aus dem Index

Bereits im Juni hatten wir im IndexWatch von Affiliate-Spam auf Vertipper-Domains von Städten berichtet. Damals waren lansberg.de und dachberg.de aufgefallen, nun hat es im September mit rohtenburg.de ein weiteres Projekt des selben Schemas erwischt:

Über mögliche Gründe für die rasante Sichtbarkeitsentwicklung habe ich ebenfalls im Juni bereits Vermutungen angestellt und auch hier liegt der Verdacht nahe, dass eine Art von Synonym-Mechanismus seitens Google gezielt ausgenutzt wurde, um den Domains die Relevanz der Originalen-Städteseite zu verleihen, denn unter klassischer Bewertung der Verlinkung der Domain könnte es aus meiner Sicht nicht zu einer derart großen Sichtbarkeit kommen.

Ursachenforschung bei der Bundesagentur für Arbeit (BA)

Anhand des nächsten Beispiel-Verlierers möchte ich dich auf die Forschung nach einer möglichen Ursache für einen Sichtbarkeitsverlust mit der SISTRIX-Toolbox mitnehmen. Die Domain planet-beruf.de, die von der Bundesagentur für Arbeit (BA) betrieben wird verlor im Laufe der letzten fünf Jahre immer weiter an Sichtbarkeit von ehemals über 16 Punkten auf etwa 7 und nun im September nochmals plötzlich mehr als 50% auf aktuell nur noch rund 3 Sichtbarkeitspunkte:

Meine erste Vermutung: Wurden rankende Seiten gelöscht?

Die einfachste Erklärung für eine verlorene Sichtbarkeit wären entfernte URLs, die natürlich nicht mehr ranken können, wenn deren Inhalt nicht mehr auffindbar ist. Dazu ziehen wir uns die Liste der rankenden URLs vom 30.08.2021, die wir auf Positionen zwischen 1 und 10 filtern und nach Suchvolumen des Keywords sortieren.

Da wir nur eine Stichprobe ziehen und auch keine unnötigen Credits verbrauchen wollen, können wir vor dem Download die Anzahl der Zeilen von 32.606 auf 100 begrenzen:

vor dem Download die Anzahl der Zeilen von 32.606 auf 100 begrenzen

Die heruntergeladene CSV-Datei können wir anschließend in Excel öffnen und auf die Spalte-C „URL“ die Funktion „Duplikate entfernen“ anwenden:

Duplikate entfernen

Die so verbleibenden 74 URLs können wir entweder mit dem Screaming Frog Spider durchcrawlen, oder auf https://httpstatus.io/ kostenlos auf deren HTTP-Statuscode hin untersuchen:

HTTP-Statuscode untersuchen

Das Ergebnis lässt sich dann entweder auf der Webseite durchgehen, oder wiederum als CSV-Datei herunterladen. Eine schnelle Pivot-Tabelle zeigt uns dann, dass von 73 URLs ganze 51 einen 404-Fehlercode ausgeben:

schnelle Pivot-Tabelle

An dieser Stelle können wir unsere Ursachenforschung im Grunde schon beenden, denn dies ist eine absolut hinreichende Erklärung für die Sichtbarkeitsverluste der Domain. Über die Gründe der Löschung kann ich natürlich nur Vermutungen anstellen.

Wären die Seiten und Inhalte nach wie vor erreichbar, hätten wir uns als nächstes anschauen müssen, ob der GoogleBot die Inhalte auch crawlen, rendern und damit korrekt indexieren kann. Danach wäre es in den Bereich der Penalty-Analyse gegangen, mit einer Untersuchung der externen Verlinkungen (Backlinks) der Domain oder einer Analyse von Absprungraten und Verweildauer, als Hinweis auf ein Problem mit der Nutzerzufriedenheit.

Vielleicht können wir diesen Prozess in einer anderen IndexWatch einmal gemeinsam durchgehen. Für den September 2021 soll es das erstmal gewesen sein.

Frohes Ranking!
Euer Kai

Ähnliche Beiträge
Kommentare
Florian Froidevaux   
19. Oktober 2021, 10:26

Was für ein toller Artikel! Dabei ist mir regelrecht das Herz aufgegangen. Danke dafür

Du musst angemeldet sein um Kommentare schreiben zu können.