Die interne Verlinkung optimieren

Interne Links sind für Suchmaschinen wie Google sehr wichtig, um Inhalte zu finden und um herauszufinden, welche Inhalte einer Website relevant sind.

Mit den richtigen Strategien kann man dafür sorgen, dass man die Prioritäten des eigenen Unternehmens besser für Suchmaschinen abbildet – und in der Folge auch bessere Rankings erzielt.

Link vs. Struktur

Beim Thema „Interne Verlinkung“ geht es immer nur um Links, nicht um die Struktur der Website. Der Unterschied ist schnell an einem Beispiel erklärt:

  • Ein Shop hat eine Startseite = Ebene 1
  • Eine dreistufige Kategoriestruktur (also z. B. „Malen > Pinsel > Feine Pinsel“) = Ebenen 2–4
  • Die Produkte werden von der dritten Kategorieebene aus verlinkt, sodass sich diese auf der fünften Ebene befinden.

Wenn man sich die Website aber hinsichtlich der Verlinkungen anschaut, kann es sehr gut sein, dass die Website gar keine fünf Ebenen hat. Falls die Website ein Menü hat, das auf alle drei Kategorieebenen verlinkt, so hat sie – bezogen auf die Verlinkungen – nur drei Ebenen: die Startseite auf der ersten, alle Kategorieseiten auf der zweiten und alle Produktseiten auf der dritten Ebene.

Google betrachtet nun eher nicht die Struktur, sondern primär die internen Links. Und genau deswegen ist es wichtig, sich bei der Optimierung der internen Verlinkung von der Struktur der Website etwas zu lösen.

Basisfaktor #1: Erreichbarkeit aller Inhalte

Bei der internen Verlinkung ist vor allem eins wichtig: dass alle Inhalte einer Website über interne Links erreichbar sind. Denn Crawler wie der Googlebot erschließen sich eine Website primär über interne Verlinkungen.

Es gibt aber durchaus Fälle, bei denen Google Inhalte indexiert, obwohl man eine interne Verlinkung vergessen hat. In diesen Fällen kann es passieren, dass diese Inhalte trotzdem im Index landen, weil Google sie auf anderen Wegen findet – z. B. über XML-Sitemaps oder über externe Verlinkungen. Optimal ist das aber nicht, weil die internen Verlinkungen ein Signal für die Relevanzberechnungen sind. Einem Inhalt, den Google nur über die XML-Sitemaps findet, fehlen diese Signale, sodass es durchaus passieren kann, dass diese Seiten schlechtere Rankings generieren.

Wer überprüfen möchte, ob alle Inhalte der Website intern verlinkt sind, benötigt dafür einen Crawler, der die gesamte Website crawlt und das dann mit einer XML-Sitemap abgleicht. In der Praxis ist das eher ein zu vernachlässigendes Problem, weil moderne Content-Management- und Shop-Systeme diesen Fehler eher nicht machen.

Basisfaktor #2: Klicktiefe

Es geht aber nicht nur um die Frage, ob die Inhalte irgendwie intern verlinkt sind, sondern ob diese auch jeweils eine akzeptable Klicktiefe haben. Klicktiefe bedeutet: Wie viele Klicks auf Links (<a href=““>…</a>) braucht es, um von der Startseite aus auf eine bestimmte Seite zu kommen? Wenn die Klicktiefe zu hoch ist, kann es passieren, dass eine bestimmte Seite nicht mehr gecrawlt wird. Und dann kann es auch sein, dass den Links von dieser Seite nicht mehr gefolgt wird.

Welche Klicktiefe nun als zu hoch eingestuft wird, ist nicht eindeutig zu beantworten. Das hängt sicherlich von der jeweiligen Website-Struktur und der Popularität der gesamten Website ab. Als Richtschnur kann man aber sicherlich sagen, dass eine zweistellige Klicktiefe zu hoch ist. Und sicherlich möchte kein Website-Betreiber, dass die eigenen Inhalte nicht gecrawlt und indexiert werden – unabhängig davon, wie gut diese sind.

Deswegen ist es sehr sinnvoll, die Klicktiefe aller Inhalte auf der Website zu überprüfen. Auch das geht am besten mit einem Crawler, der die Klicktiefe aller Inhalte anzeigen kann. Mit dem SISTRIX Optimizer kann man sich über die Analyse der „Klick-Ebenen“ die jeweiligen Klicktiefen anzeigen lassen:

Zu jeder Klicktiefe können dann auch die jeweiligen URLs abgerufen werden, um so Ursachenforschung zu betreiben.

Beispiel: Paginierung

Wie kann es zu einer hohen Klicktiefe kommen? Angenommen, es gibt eine Kategorie mit einer Paginierung, bei der auf jeder Seite wie /kategorie/ und /kategorie/?page=2 immer 10 Produkte angezeigt werden. Wenn es in dieser Kategorie 200 Produkte gibt, gibt es insgesamt 20 sogenannter Komponentenseiten – von /kategorie/ bis /kategorie/?page=20.

Oft werden diese Komponentenseiten leider so verlinkt, dass eine auf die direkt nächste verlinkt. Also: /kategorie/?page=7 verlinkt auf /kategorie/?page=8, nicht aber auf weitere wie /kategorie/?page=9. Rein rechnerisch braucht es für einen Crawler dann 19 Klicks, um von der ersten auf die zwanzigste Komponentenseite zu kommen.

So könnte einem fast egal sein, wenn Google sich weigert, z. B. die 16. Komponentenseite zu crawlen. Aber diese Komponentenseite verlinkt ja auch auf Produkte. Und wenn Google die 16. Komponentenseite nicht crawlt, wird Google vielleicht auch die dort befindlichen Links nicht entdecken und dann auch diese Seiten nicht crawlen.

In der Praxis ist das kein allzu großes Problem, weil viele Seiten auf mehreren Wegen verlinkt werden. Aber es kann dann bei einigen Seiten eben doch passieren.

Fokus auf relevante Seiten

Die oben genannten Basisfaktoren stellen erstmal sicher, dass eine Suchmaschine über Links alle Inhalte gut (also mit geringer Klicktiefe) erreichen kann. Eine echte Optimierung der internen Verlinkung ist das aber noch nicht wirklich.

Bei der Optimierung geht es darum, wichtige Seiten zu stärken, indem diese mehr Linkgewicht als unwichtige Seiten erhalten. Also: Wichtige Seiten sollen öfter und besser verlinkt werden.

Was sind relevante Seiten?

Wie so oft im Leben gilt bei vielen Websites das Pareto-Prinzip: Conversions/Rankings/Umsätze/… sind nur selten gleich verteilt über alle Produkte/Dienstleistungen. Einige fiktive Beispiele:

  • Ein Shop, der 100 Marken führt, wird vielleicht mit 10 Marken 80 % der Umsätze generieren.
  • Ein touristisches Unternehmen wird bestimmte Reisen (z. B. die Alpenüberquerung) deutlich häufiger verkaufen als andere (z. B. 30 Tage Rundreise durch Patagonien).
  • Von 10.000 Produkten eines Shops machen vielleicht 100 Produkte 90 % der Umsätze aus.

Aus diesen Marken, Reisen oder Produkten folgt also, dass bestimmte Seiten eine höhere Relevanz haben als andere. Wenn man nun gezielt diese wichtigen Seiten stärkt, wird man deren Rankings verbessern und hoffentlich zeitgleich auch die Umsätze verbessern.

Wie stärkt man relevante Seiten?

Template optimieren #1: Das Menü

Eine Möglichkeit, Seiten gezielt zu stärken, ist die Optimierung des Menüs („Burger Menü“ o. ä.), über das fast alle Websites verfügen. Wer aus diesem Menü auf 50 Marken verlinkt, kommuniziert an Suchmaschinen: Alle diese 50 Markenseiten sind gleich wichtig, da alle identisch oft – nämlich von allen Seiten aus – verlinkt werden.

Bei der Berechnung der internen Verlinkung wird – sehr vereinfacht ausgedrückt – die Linkenergie durch die Anzahl der Links geteilt. Wenn eine Seite auf 50 Markenseiten verlinkt, wird jede Markenseite davon 1/50 abbekommen.

Wenn man hingegen nur auf 10 wichtige Markenseiten und zusätzlich noch auf die Markenindexseite verlinkt, erhält jede Markenseite 1/11 der Linkenergie. In der Praxis sieht man das bei diesem Onlineshop:

Analog kann man das auch mit allen anderen Kategorien machen. Wer das Menü ausdünnt – wie hier bei benz24.de –, sorgt im Übrigen nicht nur für eine bessere Verteilung der Verlinkung, sondern auch dafür, dass manche Menüs übersichtlicher für Nutzer werden:

Template optimieren #2: Footer (und andere Elemente)

Analog kann und sollte man natürlich auch andere Template-Elemente „abrüsten“ bzw. fokussiert nutzen. Gerade beim Footer gilt eine einfache Regel: Wenn eine bestimmte Seite innerhalb einer Seite doppelt verlinkt wird, zählt nur ein Link. Also: Seite A verlinkt im Menü auf Seite B und aus dem Footer heraus ebenfalls. Dann sind das nicht zwei Links, die die Seite doppelt stärken, sondern wahrscheinlich nur ein Link.

Wenn man den Footer also nutzt, um Seiten gezielt stärken zu wollen, ist es aus SEO-Sicht eher nicht förderlich, wenn man allgemeine Seiten verlinkt, die eben auch über den Footer verlinkt werden. Man kann das natürlich trotzdem machen – es bringt dann nur einfach keinen Mehrwert. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum viele Websites mittlerweile einen sehr reduzierten Footer-Bereich haben – im Vergleich zu manchen Auswüchsen der 2010er-Jahre.

Starke Seiten nutzen, um starke Seiten zu verlinken

Wenn man Linkgewicht auf die richtigen Seiten lenken möchte, sollte man dafür auch die Seiten nutzen, die besonders viel Linkgewicht besitzen – und damit auch wieder abgeben können. Allen voran fällt da natürlich als erstes die Startseite auf.

So sollte die Startseite gezielt genutzt werden, um z. B. die wichtigsten Marken, relevante Blog-Beiträge oder die 10 meistverkauften Produktseiten zu verlinken. Auch hier gilt: Was bereits über das Menü verlinkt wird, muss über die Startseite nicht noch zusätzlich gestärkt werden.

Aber auch Seiten, die sich in der Website-Struktur weit oben befinden, sollten immer gezielt auf wichtige Seiten verlinken. Bei einem Shop könnte eine Rubrikenseite erster Ordnung auf eine wichtige Rubrikenseite der vierten Ordnung verlinken.

Abkürzungen in den Baum einbauen

Überhaupt geht es bei der Optimierung der Verlinkung – wenn man mal Template-Elemente wie Menü und Footer außer Acht lässt – primär darum, „Abkürzungen“ in den Baum einzubauen. Wenn man sich die Verlinkungen auf tiefere Seiten als Baum aufmalt, wird man bei vielen Websites feststellen, dass alles sehr hierarchisch und „ordentlich“ ist: Die Seiten der 1. Ebene verlinken auf Seiten der 2. Ebene, die der 2. Ebene auf die 3. Ebene und so weiter. Das sorgt dann aber dafür, dass wenig Akzente gesetzt werden.

Wichtig ist es also, bei allen Seitentypen darüber nachzudenken, wie man immer auf wichtige, tiefe Seiten verlinken kann. Also: Die Seiten der 1. Ebene verlinken auf wichtige Seiten der 3. Ebene, Seiten der 2. Ebene verlinken auf die 5. Ebene, und so weiter.

Wenn also z. B. eine Oberkategorie auf die Top-Produkte und einige wichtige Unterkategorien verlinkt, sorgt das für eine bessere Verteilung der Linkenergie. Und häufig ist das auch für den Nutzer besser. Wenn die Seiten gestärkt werden, die in der Vergangenheit für die Nutzer wichtig waren, sind das auch wahrscheinlich die Seiten, die für die aktuellen Nutzer wichtig sind. Man kann also die Optimierung der internen Verlinkung fast mit der Erfüllung der häufigsten Nutzerwünsche gleichsetzen.

Eindeutigkeit der Ankertexte

Abschließend ist noch ein Thema wichtig: Ein interner Link wie <a href=““>Blaue Schuhe</a> hilft der Zielseite, für den Suchbegriff „blaue schuhe“ zu ranken. Der Ankertext „Blaue Schuhe“ wird also durchaus berücksichtigt.

Und genau deswegen ist es nicht gerade hilfreich, Ankertexte wie „hier“, „klicken“ oder „mehr Informationen“ zu benutzen. Idealerweise enthalten die Ankertexte die Zielsuchbegriffe der jeweiligen Seiten. Und idealerweise sind diese auch quer durch die Website konsistent.

Wer sich alle Ankertexte einer Website anschauen möchte, kann das übrigens auch mit dem SISTRIX Optimizer machen. Im Bereich „Onpage > Expertenmodus > Links“ werden alle internen Links angezeigt, die man sich dann filtern kann, um so z. B. festzustellen, dass eine bestimmte Seite nur konstant mit einem Ankertext (Spalte „Text“) verlinkt wird:

Die Zusammenfassung

Wie schon eingangs erwähnt: Vor allem ist primär wichtig, dass alle Inhalte überhaupt intern verlinkt sind. Das klingt banal, aber einige wenige Websites haben durchaus Probleme mit dieser Anforderung. Bei der Klicktiefe gibt es dann in der Praxis schon deutlich mehr Websites, die damit Probleme haben.

Wer diese Basis-Anforderungen erfüllt hat, muss dann vor allem dafür sorgen, dass die wichtigen Inhalte besser als die eher unwichtigen Inhalte verlinkt werden. Was das konkret bedeutet, muss jeder Website-Betreiber selbst herausfinden. Klar ist eigentlich nur: Wenn alles als gleich wichtig angesehen wird, wird man über die interne Verlinkung keine Vorteile herausarbeiten können.

Sobald die Ziele feststehen, kann dann die Website so umgebaut werden, dass die wichtigen Inhalte mehr Links bekommen – z. B. über das Menü, von der Startseite aus oder von einer wichtigen Übersichtsseite.

Wie geht es weiter?

In Teil 7 dieses Leitfadens wird es um das Thema „International SEO“ gehen: Wie bildet man mehrere Sprachen und Länder optimal für Suchmaschinen ab?

Dieser Leitfaden ist in Kooperation mit Markus Hövener von Bloofusion entstanden. Wir wünschen dir viel Spaß damit.