Tipps zur Erkennung eines natürlichen Linkprofils

In diesem Tutorial möchte ich ein paar Tipps geben wie man in der SISTRIX Toolbox die Natürlichkeit von Linkprofilen überprüfen kann. Für dieses Tutorial ist es notwendig Zugriff auf das Linkmodul zu haben. Natürliche Profile sind sehr wichtig um eine Webseite in Google nachhaltig gut zu platzieren. Mit verschiedenen Updates wie Google Penguin übt sich die Suchmaschine immer mehr darin, die Qualität von Seiten automatisiert zu bewerten.

Schritt für Schritt ein Linkprofil analysieren

Im ersten Schritt wird die zu analysierende Domain in den Suchschlitz der Toolbox eingetragen. Für dieses Tutorial wird unter anderem die Domain bonn.de verwendet.

Suche nach Bonn

Jetzt wechseln wir in der linksseitigen Navigation in das Linkmodul und klicken dort auf „Überblick“. Für saubere Analysen sind alle Werte der Toolbox wichtig. Aus diesem Grund bitte LinkPlus für die Domain aktivieren. Ist diese erweiterte Datenbank nicht aktiv, wird nachfolgende Meldung gezeigt.

LinkPlus aktivieren

Bei aktiver LinkPlus Datenbank können für alle Linkdaten viele zusätzliche Kennzahlen angezeigt und ausgewertet werden. Ab diesem Moment kann man unter anderem auch auf die Verteilung von Follow- und Nofollow-Links sowie auf Start- und Unterseitenlinks zugreifen. Weiter erhält man einen Überblick über die Verteilung der Sichtbarkeitswerte seiner Linkquellen. Sehr wichtig für die Bewertung sind aber Linktexte und Linkziele.

links-ueberlick-bonn_de

Verteilung der Linktexte

Ein natürliches Linkprofil hat größtenteils den eigenen Namen und die eigene Domain als Linktexte. Hierbei sollte man zwar keinen genauen Prozentwert festsetzen, jedoch sollten diese Linktexte die Mehrheit darstellen. Sehen wir uns einmal die häufigsten Linktexte der Stadt Bonn an.

Häufig genutzt Linktexte

Es zeigt sich schnell dass fast alle Linktexte der Domain entsprechen (Bsp.: bonn.de) und die restlichen Top Linktexte erwähnen die Stadt direkt – aber nicht in Verbindung mit einem Interessensgebiet. Also zum Beispiel „stadt bonn“. Nicht gekennzeichnet wurden die Interessen, Themen und sonstige Begriffe. Interessen sind beispielsweise Begriffe in denen besondere Sehenswürdigkeiten, Gebäude und kulturelle Plätze erwähnt werden. Hier trifft dies auf das Kunstmuseum Bonn zu. Unter „Empty“ werden alle Links zusammengefasst, die keinen Linktext haben.

Wie sich die Linktexte von bonn.de in diesem Bereich verteilen sagt die Toolbox nicht. Der Grund dafür liegt auch in der persönlichen Definition eines Keywords. Jeder kann anders bewerten wann es sich um ein Keyword für Interessen handelt. Nehmen wir meine Wertung, verteilen sich die häufigen Linktexte wie folgt.

Verteilung der Linktexte für Bonn

(Das Kreisdiagramm bezieht sich ausschließlich auf die oben genannte Tabelle „Top Linktexte“. Aus diesem Grund ergibt es addiert keine 100%. Um 100% der Linktexte zu betrachten sollte man in der linksseitigen Navigation „Linktexte“ aufrufen.)

51.01 Prozent der häufigen Linktexte sind Eigennamen und Domain-Links. Für ein natürliches Linkprofil ist das ein sehr normaler Wert. Diesen Wert schaffen nicht nur Stadtseiten sondern auch jede andere Webseite. Selbst große Onlineshops wie zalando.de haben gut 50 Prozent der Linktexte auf den eigenen Namen und die Domain.

Die Übersicht im Linkmodul zeigt nicht alle Linktexte. In der linksseitigen Navigation befindet sich im Linkmodul der Punkt „Linktexte“. Dort lassen sich alle vorhandenen Linktexte im Detail ansehen. Klickt man das Plus hinter einem Linktext an, werden alle dazugehörigen Backlinks angezeigt.

Deeplink- & Nofollow-Ratio

Jedes Linkprofil besteht in der Regel aus Startseitenlinks und Links die zu Unterseiten führen. Gleiches gilt auch für die Nofollow- und Follow-Links. Im Grunde gibt es keine natürlich gewachsene Seite die nicht mindestens einen Nofollow-Link hat.

Erläuterung: Nofollow-Links werden vom Google Bot nicht verfolgt. Dadurch vererben diese Links keinen PageRank und keine anderen Signale die in die Wertung der Rankings in Suchmaschinen einfließen. Gleichwohl ist Google jedoch in der Lage zu wissen, wie viele und was für Nofollow-Links eine Webseite erhält. Typisch für solche Links sind die aus Blog-Kommentaren (WordPress hat Kommentarlinks standardmäßig auf nofollow) und aus Forenbeiträgen. Manche Foren haben externe Links in Beiträgen mit dem Nofollow-Attribut gekennzeichnet.

Weiterführende Informationen zu Nofollow finden Sich in unserer Frag-SISTRIX Wissensdatenbank

Untenstehend zeige ich einen typischen Vergleich für eine positive und eine negative Verteilung im Linkprofil.

Verteilung von Follow- und Deeplinks

Das unnatürliche Linkprofil hat ausschließlich Links auf die Startseite. Unterseiten werden gar nicht verlinkt obwohl diese vorhanden sind. Oft passieren diese Verteilungen durch übermotiviertes Handeln im Bereich Linkaufbau in Verbindung mit fehlendem Verständnis für Nachhaltigkeit. Die Nofollow-Ratio zeigt mit nur 0,9 Prozent Nofollow-Links auch einen grenzwertigen Wert.

Positiv zu bewerten ist dagegen das Verhältnis bei bonn.de (rechtsseitig). Start- und Unterseiten werden zu fast 50:50 verlinkt und auch das Nofollow-Attribut kommt in einem natürlichen Umfang zum Einsatz.

Es besteht aber keinesfalls der Zwang möglichst nah an eine 50%-Marke zu kommen. Hier können je nach Art einer Webseite starke Unterschiede auftreten. Onlineshops haben für gewöhnlich recht viele Links auf Unterseiten. Dies liegt auch mit an den vielen Communitys die sich im Internet gebildet haben. Kunden die Produkte kauften, oder Interessenten die kaufen möchten, fragen gerne in Foren andere Leute nach ihren Meinungen. Dabei wird häufig das Produkt als Deeplink erwähnt. So entstehen bei Shops häufig viele Links auf Unterseiten. Gleich oder ähnlich ist es bei Stadt- und Nachrichtenseiten.

Focus.de zum Beispiel hat 79,2 Prozent der Links auf Unterseiten und nur 20,8 Prozent auf die Startseite. Bei einer Nachrichtenseite interessieren sich die Leute am wenigsten für die Startseite. Die faz.net hat sogar 92,4 Prozent der Links auf Unterseiten. Onlineshops pendeln sich meistens zwischen 40 bis 65 Prozent Unterseitenlinks ein.

Zusammenfassung

Natürliche Linkprofile bestehen mehrheitlich aus Links zur eigenen Marke und Domain. Weitere Linktexte gestalten sich aus Begriffen wie „hier“ und schlussendlich gibt es immer auch Links die bestimmte Produkte und Leistungen in Google pushen sollen. Dies wären dann „Money Keywords“ wie zum Beispiel „Hotel in Bonn buchen“. Es sollte die Verteilung von Start- und Unterseitenlinks sowie minimal auch das Verhältnis der Nofollow-Links im Auge behalten werden. Sinnvoll ist es auch seine Mitbewerber in der Branche zu analysieren und sich einen Mittelwert zu bilden an dem man seine eigene Webseite ausrichtet.

Es ist nicht verwerflich mit bestimmten Suchbegriffen in Google auf vordersten Positionen stehen zu wollen. Die Art und Weise wie man dies angeht ist aber in Zeiten massiver Google-Updates sehr entscheidend. Mit natürlichen Werten sind die Chancen auf nachhaltigen Erfolg bestens.

Hat mich ein Google-Update erwischt?

Hanns Kronenberg hat ein ausführliches Video zu diesem Thema erstellt. Dort wird auch anhand verschiedener Domains nochmal kurz ein natürliches Linkprofil gezeigt. Im Wesentlichen geht es aber um unnatürliche Linkprofile die dazu führen, von Google im Rahmen eines Updates benachteiligt zu werden.

Dieses Video nutzt noch die klassische Ansicht der SISTRIX Toolbox. Die Menüführung ist weiterhin fast identisch. Das Menü ist jetzt links und die Detailansicht wurde durch LinkPlus ersetzt.