Wie teste ich strukturierte Daten auf meiner Webseite?

Bevor du eine Website mit strukturierten Daten live schaltest, solltest du sie in mehreren Schritten testen. So stellst du sicher, dass Google die markierten Informationen finden und zu klickstarken Rich Snippets verarbeiten kann. Wir zeigen dir, wie ein Test strukturierter Daten funktioniert.

Wenn du strukturierte Daten per Generator oder mithilfe von Schema.org-Bausteinen erstellst und in den Quellcode im Head-Bereich von Seiten mit href-Attribut einfügst, ist der erste Schritt zu Rich Snippets in den Google SERPs getan. 

Doch das Wichtigste folgt danach: Mit einem Structured Data Testing Tool und dem Rich Results Test überprüfst du die (technischen) Vorgaben von Google. Und davon gibt es reichlich.

Strukturierte Daten in Websites einbetten – die Grundlagen

Rich Snippets als hervorgehobene Google-Suchergebnisse mit vielen Zusatzinformationen zum Content sind zwar keine direkten Rankingfaktoren, aber ein elementarer Bestandteil deiner OnPage-Optimierung

Diese Snippets werden aus strukturierten Daten generiert, die du zu jedem HTML-Dokument (also jeder Webseite) im Quellcode hinterlegen kannst. Sie erleichtern den Google-Bots die Klassifizierung deiner Seitenelemente und erhöhen damit die Chance, dass die Suchmaschine diese „Hilfestellung“ in den Suchergebnissen besonders honoriert.

Über strukturierte Daten kannst du Content zum Beispiel als Video, Event, Anleitung, Rezept und viele andere Kategorien markieren. Dieser Aufwand lohnt sich in mehrfacher Hinsicht:

  • Rich Snippets erhöhen deine Sichtbarkeit in einem Heer aus gleichförmigen Suchergebnissen zu einer bestimmten Suchanfrage
  • Sie bieten dir mit verschiedenen Funktionen direkte Interaktions- oder Transaktionsmöglichkeiten
  • Sie sind kostenlose Werbung mit einer potenziell unendlichen Reichweite (zum Beispiel für Events)
  • Sie bieten einen riesigen Klickanreiz und steigern damit die Click Through Rate (CTR)

Standard Snippet:

Rich Snippet:

Technisch gesehen sind strukturierte Daten feste Codebausteine, die deinen Content als bestimmten Typ ausweisen. Diese Markierungen beruhen auf dem allgemeingültigen Schema.org-Standard, der jeden Baustein (Property) eindeutig auszeichnet. 

Da sich alle großen Suchmaschinen auf diesen Standard geeinigt haben, ist es relativ einfach, strukturierte Daten für Webseiten zu generieren. Für den beliebten Datentyp Video kannst du zum Beispiel unseren Video Rich Snippet Generator verwenden. Generell hast du auch stets die Möglichkeit, den Quellcode direkt zu bearbeiten und die Bausteine in HTML oder JavaScript zusammenzustellen.

Warum strukturierte Daten für Webseiten testen?

Wer schon einmal versucht hat, einen suchmaschinenfreundlichen Title Tag in HTML zu erstellen, versteht sofort, warum strukturierte Daten ohne Test nicht live gehen sollten: Die Chance ist hoch, an den Anforderungen der Suchmaschine vorbei zu arbeiten.

Wenn du fast noch mehr Sorgfalt in den Test der strukturieren Daten als in ihre Erstellung steckst, stellst du sicher, dass 

  • alle Google-Richtlinien und Best Practices eingehalten werden
  • Google genau die Elemente in den Rich Snippets verwendet, die du dort „bewerben“ willst
  • deine Webseite von den Google-Bots gecrawlt, „interpretiert“ und indiziert werden kann

Jeder gescheiterte Indizierungsversuch bzw. aus Google-Sicht falsche Angaben werden mit teils drakonischen „manuellen Maßnahmen“ bestraft. Da ist ein Euphemismus für Abstrafungen, die sich je nach „Vergehen“ auf dein Ranking, die Erreichbarkeit und damit die Klickraten auswirken. Und genau das gilt es, mit einem Structured Data Test zu verhindern.

Wie funktioniert der Test von strukturierten Daten?

Während dich Google bei den Meta Tags und anderen SEO-relevanten Elementen der OnPage-Optimierung mit umfangreichen Dokumentationen und Hilfestellungen begleitet, gibt es für strukturierte Daten den Test gleich als Tool – und zwar für jeden einzelnen Schritt der Prüfung. 

Diese Prüfung besteht zunächst aus vier Hauptelementen:

  1. Abgleich von Code und Google-Richtlinien
  2. Rich Snippet Test von Code-Snippet und/oder gesamter URL
  3. URL-Prüfung zum aktuellen Indexstatus inklusive Antrag auf neue Indizierung
  4. Erstellen und Einreichen von Zusatzinformationen (Sitemaps)

1. Abgleich mit Vorgaben zu strukturierten Daten

Der Abgleich deines Quellcodes und der Schema-Markups mit den Google-Standards und Richtlinien ist für die Suchmaschine eine Muss-Bestimmung

Es gibt für jeden Daten- und Bausteintyp eigene Dokumentationen, in denen zum Beispiel festgehalten wird, welche Markierungen zulässig sind oder welche Informationen mitgeteilt werden können – und welche nicht. 

So gibt es etwa bei strukturierten Daten vom Typ Event klare Grenzen zwischen Beschreibung und Werbung. Auch findest du Hinweise dazu, wann zum Beispiel ein Tutorial nicht als VideoObject, sondern als HowTo markiert werden muss.

Auch wenn die Fülle an Vorgaben im ersten Moment überwältigt, hast du mit zunehmender Erfahrung den Dreh schnell raus. Das ist schließlich einer der großen Vorteile strukturierter Daten für Websites: Klare Standards und Schema-Vorgaben lassen kaum Platz für Interpretationen oder Fehler – du sparst dir mit dem Abgleich also viel Mehrarbeit. Darum studiere in jedem Fall:

2. Google Test für Rich Suchergebnisse

Ähnlich wie unser SERP Snippet Generator hilft dir der Google Test für Rich Suchergebnisse dabei, die Lesbarkeit deiner strukturierten Daten zu überprüfen, zu optimieren und vor dem Live-Schalten anzupassen.

Du kannst entweder die gesamte URL (also das gesamte HTML-Dokument) überprüfen und damit Structured Data-Bausteine und die generelle Erreichbarkeit testen. Oder du überprüfst ein Code-Snippet zu einem bestimmten Datentyp auf seine Informationsfülle oder Darstellung.

Zusätzlich kannst du einstellen, ob die Suchergebnisse für Mobil oder Desktop dargestellt werden sollen. Google ist am liebsten mobil unterwegs und empfiehlt deshalb, den Smartphone-User-Agent als Teststandard (und Optimierungsgrundlage) zu nutzen.

Je nach Datentyp erhältst du das Testergebnis als Aussage oder Rich Snippet-Vorschau. In drei Fällen musst du eingreifen und den Empfehlungen bzw. Angaben von Google folgen:

  1. Seite nicht erreichbar
  2. Seite enthält nicht ladbare Ressourcen
  3. Syntaxfehler 
  4. Google URL-Prüftool

Damit du mit Rich Snippets und strukturierten Daten überhaupt User auf deine Website leiten kannst, muss diese erreich- und von Google indizierbar sein. Das überprüfst du mit dem URL-Prüftool

Dieser Testschritt ist wichtig, um die Kommunikation zwischen deiner Website und Google sicherzustellen – vor allem, wenn du etwas an deinem Quellcode geändert oder hinzugefügt hast – in diesem Fall einen ganzen Satz an strukturierten Daten.

Einer der entscheidenden Aspekte in diesem Testschritt ist der Antrag auf eine (erneute) Indizierung. Damit äußerst du den Wunsch (nicht den Anspruch!) an Google, deine Website mit den neuen Informationen der strukturierten Daten in den Index aufzunehmen und somit auch dein Google-Ranking zu optimieren.

Beachte, dass dies bei einem „positiven Bescheid“ durch Google mehrere Wochen dauern kann. Jeder positive Indexierungsantrag wird nach dem Warteschlangensystem bearbeitet. Darum solltest du strukturierte Daten mit „Verfallsdatum“ (zum Beispiel ein Event) unbedingt mit genügend Vorlauf einarbeiten, testen und indizieren lassen! 

3. Sitemaps einreichen

Willst du nur ein einziges HTML-Dokument mit wenigen strukturierten Daten optimieren und indizieren, kannst du dir diesen Schritt unter Umständen sparen. Sollen aber mehrere Seiten neu oder aktualisiert gecrawlt werden, empfiehlt Google, eine Sitemap im XML-Sitemap-Protokoll zu erstellen und die entsprechenden Dokumente mit <lastmod> auszuweisen.

Die Google Richtlinien raten generell zu einer Sitemap, wenn

  • du eine umfangreiche Website mit vielen Einzeldokumenten hast
  • deine internen Verknüpfungen nicht „lückenlos“ genug sind
  • die Website insgesamt neu ist und nur wenige externe Links hat
  • du sehr viel mit Videos, Bildern und anderen Multimedia-Elementen arbeitest

Da diese Punkte auf fast jedes ernstzunehmende Webangebot zutreffen, ist eine Sitemap auf jeden Fall der richtige Abschlussschritt beim Test deiner strukturierten Daten. Oder, wie Google es ausdrückt: „Ein Nachteil ist sie in keinem Fall.“.

Beispiel XML Sitemap:

<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>

<urlset xmlns="http://www.sitemaps.org/schemas/sitemap/0.9">

   <url>

      <loc>http://www.example.com/</loc>

      <lastmod>2005-01-01</lastmod>

      <changefreq>monthly</changefreq>

      <priority>0.8</priority>

   </url>

</urlset> 

Wie oft muss ich strukturierte Daten testen?

Der Test strukturierter Daten wird schnell zur Routine, ist aber erst abgeschlossen, wenn deine Informationen korrekt und in der richtigen Darstellung in den Rich Snippets bei Google auftauchen.

Beim Testen strukturierter Daten ist entweder alles in Ordnung, du erhältst Warnungen und Hinweise oder eine klare Fehler- oder Problemmeldung. Ab der „Warnstufe“ solltest du immer einen Schritt zurückgehen, die Hinweise bearbeiten und die Website mit strukturierten Daten nochmals testen. 

Es liegt auf der Hand, dass du auch bei kleinen Änderungen an deinen strukturierten Daten oder einem neuen Datensatz auf jeden Fall einen Structured Data Test durchführen solltest. 

Fazit

Aufwand und Nutzen stehen beim Test strukturierter Daten in einem exzellenten Verhältnis – auch wenn es auf den ersten Blick anders wirken kann. Wenn du alle Schritte gewissenhaft und erfolgreich durchführst, belohnt dich Google mit einer modernen, reichweitenstarken und CTR-fördernden „Werbung“ an prominenter Stelle, für die du nichts investieren musstest – außer Zeit und SEO-Lernbereitschaft.

10.02.2021