Wie nutze ich strukturierte Daten in WordPress?

Strukturierte Daten in WordPress können die Sichtbarkeit deiner Website verbessern und die Klickrate erhöhen, denn sie sind die Grundlage für Rich Snippets in den Suchergebnissen. Wir zeigen dir, wie du strukturierte Daten in WordPress erstellen und nutzen kannst.  

WordPress als CMS ist sowieso auf die grundsätzliche Suchmaschinenoptimierung und damit auf dein Ranking in den Google Suchergebnissen (SERP) ausgelegt. Die Plattform stellt vielfach sicher, dass dein Content ordnungsgemäß indiziert werden kann.

Setzt du auf strukturierte Daten in WordPress, machst du diese Indizierung für Google einfacher. Das wird belohnt – mit Rich Snippets, die den Klick auf deine WordPress-Seite ausgesprochen attraktiv machen.

Strukturierte Daten in WordPress – warum du sie einbauen solltest

Selbst bei sorgfältigster Keyword-Recherche und OnPage-Optimierung deiner WordPress-Seite existieren zahllose Webseiten mit (nahezu) identischer Ausrichtung, ähnlichem Content und derselben Zielgruppe. Das führt generell zu nahezu identischen SERPs und damit der Schwierigkeit, aus dieser Gleichförmigkeit herauszustechen. 

Suchergebnis von check24.de auf der Suchergebnisseite von Google.

Google bietet dir eine einfache und höchst effektive Möglichkeit, die Besonderheiten des Contents schon in den SERPs deutlich zu machen und Suchergebnisse mit hohem Klickanreiz zu generieren:

Über strukturierte Daten in WordPress kannst du Content als Datentypen markieren und den Google-Bots das Crawlen und Indizieren deiner Website erleichtern. Bekannte Datentypen sind etwa Bilder, Videos, FAQ oder auch Rezepte und Events.

Diese Markierungen bilden die Grundlage für Rich Snippets – Suchmaschinenergebnisse, die mehr sind als Title Tag plus Meta Description:

Standard SERP:

Standard-Suchergebnis-Beispiel auf der Suchergebnisseite von Google.

Rich Snippet:

Suchergebnis-Beispiel mit Rich Snippet auf der Suchergebnisseite von Google.

Rich Snippet an prominenter Stelle in Sammlung „Rezepte“:

Rich Snippet an prominenter Stelle in Sammlung "Rezepte".

Welcher dieser Beispiellinks zur Suchanfrage „Bolognese Rezept“ am ehesten angeklickt wird, liegt auf der Hand: Rich Snippets auf Grundlage strukturierter Daten sind eine einfache (und vor allem budgetfreundliche) Möglichkeit, mit deinem Content aus der Masse an gleichförmigen SERPs herauszustechen.

Strukturierte Daten in WordPress sind indirekte SEO-Faktoren für deine OnPage-Optimierung: Anders als etwa der Title Tag in WordPress haben sie zwar keinen direkten Einfluss auf das Google-Ranking, aber direkten Einfluss auf das Klickverhalten deiner User. Dieses ist für organischen Traffic mindestens genauso wichtig wie deine Position in den Suchergebnissen.

Wie baue ich strukturierte Daten in WordPress ein?

Strukturierte Daten beruhen auf festen Datenbausteinen nach dem Schema.org-Standard und werden in 778 Typen sowie 1383 Unterkategorien (Properties) unterteilt. Weit verbreitet sind zum Beispiel die Datentypen Event und Video. Genauso bekannt (siehe Beispiel Rezepte) sind Bewertungen (AggregateRating) für bestimmten Content.

Eben weil strukturierte Daten bzw. Schema-Markups so wichtig und weitreichend sind, werden einige Typen und Bausteine in WordPress unter Umständen automatisch markiert. Das ist zum Beispiel in mehreren Themes und bei zahlreichen SEO-Plugins der Fall.

Allerdings beziehen sich diese automatischen Markierungen meist auf grundsätzliche Structured Data-Typen wie Organisation (Organization) oder Properties wie Datum der Veröffentlichung (releaseDate).

Weil Google die Bedeutung bzw. Wirkung von strukturierten Daten genau kennt, gibt es hierzu strenge Richtlinien und Regeln für die Veröffentlichung bzw. das Indizieren. Jeder Fehler – etwa durch doppelte oder falsche Auszeichnung strukturierter Daten in WordPress – wird durch die Suchmaschine mit sogenannten manuellen Maßnahmen (anderes Wort: Strafen) geahndet.

Darum solltest du unbedingt als erstes herausfinden, welche strukturierte Daten in WordPress bereits markiert sind und welche nicht. Verwende dafür am besten den Google Test für Rich Suchergebnisse.

Screenshot des Google Tests für Rich Suchergebnisse.

Strukturierte Daten in WordPress einfügen – welche Möglichkeiten habe ich?

Sobald du weißt, welche Informationen schon markiert und indiziert sind – oder was Google für möglich hält –, kannst du weiteren wichtigen Content über strukturierte Daten markieren. Dazu hast du mehrere Möglichkeiten:

  1. Füge das Markup im JSON-LD Format hinzu 
  2. Pflege die Schema-Markups manuell ein (auch über Google Tag Manager möglich)
  3. Trage strukturierte Daten per WordPress-Plugin ein

Die erste Variante wird von Google empfohlen, die zweite lässt dir zwar viele Freiheiten, bietet aber auch viele Stolperfallen in Hinblick auf die Konformität mit Google-Richtlinien. 

Die dritte Möglichkeit ist in vielen Fällen am bequemsten und insbesondere für Anfänger geeignet. Gerade, wenn du bereits ein SEO-Plugin für WordPress wie YoastSEO benutzt, sind Funktionen zu strukturierten Daten hier oft bereits an Bord.

Beachte jedoch, dass die kostenlosen Versionen dieser WordPress-Plugins für strukturierte Daten oft nur einen begrenzten Katalog an Types und Properties unterstützen. In vielen Fällen reichen diese Bausteine zwar aus, doch um deinen Content passgenau zu indizieren und entsprechende Rich Snippets zu generieren, sind die Premium-Versionen meist besser geeignet.

WordPress selbst empfiehlt das Plugin Structured Content (JSON-LD) #wpsc. Der wichtigste Vorteil dieses Plugins steht schon im Namen: Die strukturierten Daten werden im von Google bevorzugten Format JSON-LD unsichtbar in den Quellcode eingefügt und erledigen dort ihren Markierungs-Job.

Für spezielle bzw. beliebte Datentypen kannst du auch einen Snippet Generator zur Codegenerierung verwenden. Besonders einfach machen wir es dir zum Beispiel mit unserem Video Rich Snippet Generator.

Wie gehe ich beim Einfügen strukturierter Daten in WordPress vor?

Hast du einmal verstanden, was strukturierte Daten für deine Website bzw. deine Suchergebnisse tun, ist das Definieren und Einbauen der Schema-Markups kaum ein Problem. 

Viel wichtiger ist, dass du jeden Schritt mit den Google-Vorgaben abgleichst und die strukturierten Daten testest – und zwar solange, bis die Test-Tools keine Warnungen oder Fehler mehr ausgeben und deine WordPress-Seite in den Suchergebnissen als aktuelles Rich Snippet auftaucht.

Generell sind folgende Schritte wichtig: 

  1. Vorabgleich vorhandener strukturierter Daten
  2. Einfügen strukturierter Daten in WordPress 
  3. Abgleich von Code und Google-Richtlinien
  4. Google Test für Rich Ergebnisse 
  5. URL-Prüfung zum Indexstatus mit Antrag auf neue Indizierung
  6. Erstellen und Einreichen von Sitemaps (eventuell optional)

Schritt 1 und Schritt 2 gehören eng zusammen. Hier kommt es vor allem auch darauf an, dass du deinem Content exakt das richtige Schema-Markup zuweist und die Vorgaben bzw. Grenzen für bestimmte Datentypen einhältst.

Ein Beispiel: Strukturierte Daten vom Typ Event sind zwar Werbung für eine Veranstaltung, dürfen aber keine Werbesprache oder Preisangaben an falscher Stelle enthalten. 

Ein anderes Beispiel: Es gibt viele Gründe, warum du ein Tutorial-Video auf deiner WordPress-Seite nicht als Schema-Markup bzw. Data Type VideoObject auszeichnen solltest, sondern es in die Kategorie Anleitung (HowTo) gehört.

Es liegt in der standardisierten Natur von Structured Data, dass es hier keinen Interpretationsspielraum gibt. Google hat deshalb einen riesigen Katalog an Vorgaben entwickelt, an dem du dich immer (!) orientieren solltest:

  1. Google Richtlinien für Webmaster
  2. SEO-Dokumentation zu strukturierten Daten 
  3. Codelab zu strukturierten Daten

Die Schritte 3, 4 und 5 als Testphase deiner strukturierten Daten in WordPress sind ein sofortiger Beweis dafür, ob du die Standardisierung verstanden hast. Diese Tests sind solange für dich und deinen Content ohne Konsequenzen, bis du im URL-Prüftool von Google einen Antrag auf eine (erneute) Indizierung stellst. 

Werden die Crawler aktiv und finden auf deiner Seite widersprüchliche, falsche oder nicht regelkonforme Angaben, greifen die „manuellen Maßnahmen“, vor denen Google so eindringlich warnt.

Sitemaps als letzter Schritt zu sinnvollen Schema-Markups in WordPress sind empfehlenswert, wenn dein Angebot auf viele verschiedene Contenttypen setzt bzw. aus vielen Unterseiten mit (neu hinzugefügten) strukturierten Daten besteht. 

Praxistipps für strukturierte Daten in WordPress

Weil strukturierte Daten das Aussehen und die Attraktivität deines Contents in den Suchergebnissen so unwahrscheinlich steigern können, verführt diese Optimierungsmöglichkeit dazu, möglichst alle möglichen Bausteine und Datentypen auszuweisen. Beachte jedoch folgende Hinweise:

  1. Markiere deinen Content auf die Zielgruppe, die möglichen Keywords und die damit verbundene Suchintention.
  2. Setze auf Interaktions- oder Transaktionselemente, die zum Content passen und gern genutzten Funktionen rund um einen Contenttyp entsprechen (Maps-Anbindung für Events, bewegte Vorschau für Videos statt Thumbnails usw.)
  3. Content mit „Verfallsdatum“ (zum Beispiel Events) besonders frühzeitig zur Indizierung anmelden. Google arbeitet nach dem Warteschlangenprinzip und braucht bis zu drei Wochen für eine Aktualisierung.
  4. Regelmäßig neue Tests machen, Erreichbarkeit checken und Verbesserungsmöglichkeiten umsetzen – veraltetete Rich Snippets minimieren deine Vertrauenswürdigkeit und den Klickanreiz.

Fazit

WordPress als beliebtes CMS bietet dir zahlreiche Möglichkeiten, um strukturierte Daten einzubinden. Nutze diese Möglichkeiten! Denn strukturierte Daten in WordPress sind der einfachste Weg zu deutlich mehr Sichtbarkeit in den Google-Suchergebnissen.

Johannes Beus