Was ist der SISTRIX Sichtbarkeitsindex?

Der SISTRIX Sichtbarkeitsindex ist eine Kennzahl für die Sichtbarkeit einer Domain auf den Suchergebnisseiten von Google. Je höher der Wert ist, umso mehr Besucher gewinnt die Domain erwartungsgemäß über Google.

Der Sichtbarkeitsindex eignet sich damit hervorragend, um den Erfolg von SEO-Maßnahmen zu messen und zu bewerten oder auch z.B. die Auswirkungen von Google Algorithmus-Änderungen zu analysieren.

SISTRIX Sichtbarkeitsindex im zeitlichen Verlauf der Domain zalando.de

SISTRIX Sichtbarkeitsindex im zeitlichen Verlauf der Domain zalando.de

Ebenfalls lassen sich mit seiner Hilfe aussagekräftige Wettbewerbsanalysen durchführen. So können z.B. die erfolgreichsten Websites in einem Segment identifiziert werden, die dann als Best-Practice-Beispiele (Orientierung an den Besten) zur Steigerung des eigenen Erfolgs herangezogen werden. Auf diese Weise lassen sich bewährte, optimale bzw. vorbildliche SEO-Methoden erkennen und adaptieren.

Vergleich von unterschiedlichen Sichtbarkeitsindizes von Gesundheitsportalen

Vergleich von unterschiedlichen Sichtbarkeitsindizes von Gesundheitsportalen


Videoerklärung: Was ist der SISTRIX Sichtbarkeitsindex und wozu soll ich ihn nutzen?


Der SISTRIX Sichtbarkeitsindex wird seit dem 17.03.2008 wöchentlich für jede Domain errechnet, die nennenswerte Rankings in den Suchergebnissen von google.de vorweisen kann. Von 2010 bis 2011 wurde der Sichtbarkeitsindex für sieben weitere Länder eingeführt und im Sommer 2015 sind zwei weitere Länder hinzugekommen.

LandAnalyse Suchergebnisse vonErhebung Sichtbarkeitsindex seit
Deutschlandgoogle.de17.03.2008
Großbritanniengoogle.co.uk26.07.2010
Frankreichgoogle.fr26.07.2010
Italiengoogle.it26.07.2010
Spaniengoogle.es26.07.2010
USAgoogle.com31.01.2011
Österreichgoogle.at21.11.2011
Schweizgoogle.ch21.11.2011
Niederlandegoogle.nl18.05.2015
Polengoogle.pl15.06.2015
Schwedengoogle.se05.10.2015
Brasiliengoogle.com.br21.12.2015
Türkeigoogle.com.tr14.03.2016

Der Sichtbarkeitsindex ist nicht abhängig von saisonalen Zyklen oder externen Effekten. So können z.B. die Domains sommerreifen.de und winterreifen.de über das gesamte Jahr theoretisch den gleichen Wert für den Sichtbarkeitsindex besitzen. Die eine Domain gewinnt ihre Besucher über Google aber eher im Frühling/Sommer und die andere im Herbst/Winter.

Somit müssen sich Steigerungen im Sichtbarkeitsindex nicht zwangsläufig sofort auf den tatsächlichen Traffic auswirken. Wenn es der Domain sommerreifen.de im Winter gelingt, ihren Wert für den Sichtbarkeitsindex zu verdoppeln (und diesen Wert zu halten), dann wird eine Verdoppelung der Google-Besucher eventuell erst im der kommenden Saison signifikant messbar. Ähnliche temporäre Abweichungen zwischen Sichtbarkeitsindex-Werten und tatsächlichem Traffic können beispielsweise durch Ereignisse wie Wetter, Feiertage, Ferien usw. entstehen.

Von diesen temporären Einflüssen abgesehen, ist eine hohe Korrelation zwischen Sichtbarkeitsindex und der tatsächlichen Anzahl Besucher über Google zu beobachten. Wie im folgenden Abschnitt beschrieben, wird für jedes Keyword und jede Rankingposition eine zu erwartende Klickrate unterstellt. In einzelnen Fällen, bei denen die zu erwartende Klickrate nicht der tatsächlichen Klickrate entspricht, kann es zu Ausschlägen im Sichtbarkeitsindex kommen, die in ihrer Intensität vom realen Traffic abweichen. Beispiele hierfür sind Rankings von Dritten zu Brand-Keywords, Mehrfachrankings innerhalb der Top-10 und Verluste von Rankings mit unterdurchschnittlichen Klickraten wie beim Panda-Update.

Die drei für die SEO-Arbeit entscheidenden Vorteile des Sichtbarkeitsindex gegenüber Web-Analytic-Tools wie Google Analytics oder der Google-Search-Console sind:

  1. Es liegen nicht nur die Daten für die eigene Domain vor, sondern auch die Daten zu allen Wettbewerbern.
  2. Die Daten sind frei von saisonalen Abhängigkeiten oder Trends wie z.B. Saison, Wetter, Feiertage und Ferien, sodass sich die Auswirkungen von SEO-Maßnahmen der einzelnen Marktteilnehmer verlässlich messen und bewerten lassen.
  3. Es liegen ohne eigenes Zutun historische Daten für alle Domains seit dem Jahr 2008 vor.

Wie wird der Sichtbarkeitsindex berechnet?

Zur Berechnung des Sichtbarkeitsindex werden für Deutschland jede Woche für 250.000 Keywords bzw. Keyword-Kombinationen (Suchphrasen) die Top-100-Positionen erfasst und ausgewertet. Diese Viertelmillion Keywords wurden so ausgewählt, dass sie einen guten Durchschnitt über das landesspezifische Suchverhalten bilden. Zehn Prozent der Keywords werden aus aktuellen Keywords (z.B. „EM 2016“) gebildet, der Rest bleibt unverändert. Auf diese Weise werden wöchentlich 25 Mio. Datenpunkte (250.000 x 100) als Grundlage für den Sichtbarkeitsindex gemessen.

Um eine Vorstellung von der Größe des Keywordsets zu bekommen, bietet sich ein Vergleich an. Die aktuelle 25. Auflage des Duden umfasst etwa 135.000 Stichwörter. Es findet also eine sehr große Stichprobenmessung statt, die zuverlässige und aussagekräftige Analysen ermöglicht. Inzwischen wertet die SISTRIX Toolbox für Deutschland wöchentlich die Rankings zu 1 Mio. Keywords (100 Mio. Datenpunkte) und monatlich zu über 30 Mio. Keywords (3 Mrd. Datenpunkte) aus. Damit es keinen Methodenbruch gibt, wird bei der Berechnung des Sichtbarkeitsindex aber weiterhin das Set von 250.000 Keywords verwendet. Auf diese Weise können die Werte sauber in der zeitlichen Entwicklung seit dem Jahr 2008 verglichen werden. Der große Vorteil dieser langen Datenhistorie wird in den Kapiteln 5 (Trends) und 6 (Chartmuster und Fallstudien) in unserem kostenfreien E-Book „SEO-Analysen mit dem SISTRIX Sichtbarkeitsindex“ sehr deutlich. Die Daten der beiden größeren Keywordsets werden für weiterführende Analysen in der Toolbox verwendet.

In den seit 2010 hinzugefügten Ländern Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, USA, Österreich und Schweiz wurde der SISTRIX Sichtbarkeitsindex von Anfang an auf Grundlage von 1 Mio. Keywords (100 Mio. Datenpunkte) berechnet.

In einem zweiten Schritt werden die Ergebnisse nach Position und Suchvolumen für das jeweilige Keyword gewichtet. So ergibt Platz 10 bei einem sehr trafficstarken Keyword wie „Immobilien“ eine höheren Wert als Platz 1 bei einem selten gesuchten Suchbegriff wie „Wohnung Brandenburg an der Havel provisionsfrei“. Bei der Gewichtung der Position werden unterschiedliche Klickraten pro Keyword berücksichtigt. So erhält der erste Treffer bei dem Keyword „Hamburg“ beispielsweise eine Klickrate von fast 60 Prozent, während der erste Treffer für das Keyword „Hotel Hamburg“ nur eine Klickrate von unter 25 Prozent besitzt. Diese wichtigen Unterschiede werden bei der Gewichtung pro Keyword berücksichtigt.

Die gewichteten Werte werden in einem letzten Schritt für jede Domain aufsummiert und ergeben dann den SISTRIX Sichtbarkeitsindex.


Videoerklärung: Wie wird der SISTRIX Sichtbarkeitsindex berechnet und kann ich ihn mit den Indexwerten anderer SEO-Tools vergleichen?


Was ist ein guter Wert im Sichtbarkeitsindex?

Der Wert im Sichtbarkeitsindex ist gut, wenn er besser ist als die Werte von den meisten vergleichbaren Wettbewerbern. Das bedeutet nicht, dass er nicht noch weiter verbessert werden kann.

Wie viele Punkte eine Domain im Sichtbarkeitsindex erreichen kann, hängt stark von der Breite, Tiefe und Popularität ihrer Inhalte ab. Es dürfte einleuchten, dass die Website einer großen Tageszeitung mit ihrer ganzen Themenvielfalt zu mehr Keywords Rankings erreichen kann, welche häufiger gesucht werden, als ein Online-Shop für Socken.

Wie ökonomisch zufriedenstellend die erreichte Punktzahl im Sichtbarkeitsindex für eine Domain ist, hängt zudem von dem zugrunde liegenden Geschäftsmodell der Website ab. Wenn man eine Website betreibt, die Containerschiffe verkauft, so können 100 Besucher im Monat, von denen ein Besucher ein Containerschiff kauft, sehr rentabel sein. Beruht das Geschäftsmodell hingegen auf Werbeeinnahmen, dürfte es schon schwierig sein, mit 100 Besuchern genügend Umsätze zu generieren, um alleine die Serverkosten für die Domain zu erwirtschaften.

Insofern sollte man den Sichtbarkeitsindex im Vergleich zu den direkten Wettbewerbern bewerten. Für ein nationales Branchenbuch wäre ein Wert von 30 Punkten im Sichtbarkeitsindex im Vergleich zu den erfolgreichen Wettbewerbern, die durchaus Werte um 100 Punkte erreichen, eher als schlecht zu beurteilen.

Hingegen ist ein Wert von 3 Punkten im Sichtbarkeitsindex für ein Zierfisch-Verzeichnis, also einem Segment mit wesentlich geringerem Suchvolumen, im Vergleich zu den Wettbewerbern als gut anzusehen.

Über die Funktion „Wettbewerber“ lassen sich im SEO-Modul der SISTRIX-Toolbox die direkten Keyword-Wettbewerber einer Domain mit einem Klick anzeigen und die Sichtbarkeitsindex-Werte miteinander vergleichen. Auf diese Weise lassen sich schnell Best-Practice-Beispiele identifizieren. Die Aufstellung ermöglicht es, die Punktzahl einer untersuchten Domain im Konkurrenzumfeld zu bewerten und Best-Practice-Beispiele zu identifizieren, an denen man sich für die Steigerung des Erfolgs orientieren kann.

Im November 2012 hatten in Deutschland 100 Domains einen Sichtbarkeitsindex von mindestens 62,40 Punkten. Die meisten Domains besitzen einen Sichtbarkeitsindex von weniger als einem Punkt. Bei sehr geringen Werten im Sichtbarkeitsindex von z.B. 0,001 Punkten bietet es sich an, ein eigenes Keywordset im Optimizer anzulegen, um mehr Rankinginformationen über die Domain zu gewinnen.

Was der SISTRIX Sichtbarkeitsindex NICHT ist

Häufig wird der SISTRIX Sichtbarkeitsindex mit einem SEO-Trafficindex verwechselt. Der SISTRIX Sichtbarkeitsindex ist kein SEO-Trafficindex und soll es auch nicht sein. Warum das so ist, hat Hanns Kronenberg in unserem Blog anhand eines einfachen Beispiels erläutert:


SEO-Analysen mit dem SISTRIX Sichtbarkeitsindex durchführen

SEO-Buch: SEO-Analysen mit dem SISTRIX Sichtbarkeitsindex

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Videoerklärung von Johannes Beus und Hanns Kronenberg

Die Bedeutung von Kurvenverläufen im SISTRIX Sichtbarkeitsindex deuten und verstehen.

  • Welche typischen Verläufe gibt es?
  • Was kann man daraus ableiten?
  • Welche Schwankungen sind normal?
  • Wie erkennt man Ursachen von Veränderungen?
  • Woran erkennt man, ob eine Domain von einer Google Penalty bzw. einem Google Filter betroffen ist?

suchradar-Webinar: SEO-Sichtbarkeitskurven auswerten, Maßnahmen planen

Viele SEOs nutzen die Sichtbarkeitskurven des SEO-Tools von SISTRIX. In diesem Webinar erklären Johannes Beus und Hanns Kronenberg von SISTRIX, wie typische Verläufe zu deuten sind.

Weiterführende Informationen zu diesem Thema

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