IndexWatch 2017: SEO-Verlierer

Patrick Ugol
Patrick spielt bei SISTRIX den inhouse Erklär-Bär in Webinaren, Seminaren, Tutorials und bei Frag SISTRIX Artikeln.
4. Januar 2018 2 Kommentare
Wie jedes Jahr, gibt es neben unseren Top-100 Gewinnern 2017 auch die Domains, bei denen die Sichtbarkeit stärker von der Erdanziehung betroffen war als bei anderen. Wir möchten uns heute die Domains mit euch anschauen, die den höchsten prozentualen Verlust im SISTRIX Sichtbarkeitsindex für google.de aufweisen.

Dieser Auswertung liegen Domains zugrunde, die mit 5 Punkten im SISTRIX Sichtbarkeitsindex in das Jahr 2017 gestartet sind. Auch dieses Mal haben wir Domainumzüge und Seiten der Erwachsenenunterhaltungsbranche so umfänglich wie möglich aus den Ergebnissen gefiltert.

Mit t-mobile.de und pinterest.com sind zwei Domains weiterhin in der Liste, bei denen ein Großteil der Sichtbarkeit über einen Domainumzug verschoben wurde und im Fall von hrs.com rankte die falsche Länderversion für eine Weile, bis die deutsche Version wieder die Sichtbarkeit übernommen hat. Da diese Domains weiterhin eine stattliche Sichtbarkeit haben (insbesondere Pinterest), haben wir sie in der Liste behalten.

Bei der Durchsicht der Domains für 2017 sind einige Dinge verstärkt aufgefallen. Es gibt zum einen weiterhin genügend Verlierer, die seit Jahren gemächlich in einem mehr oder minder starken Abwärtstrend vor sich hin dümpeln. Dann gibt es Domains, die aus eigenem Antrieb ihre Rankings verspielen und auch solche, die von den immer häufiger werdenden Google Updates betroffen sind.

Anfangen möchten wir natürlich mit der großen Top-100 Liste selbst:

Top-100 SEO-Verlierer 2017 für Deutschland

#DomainVeränderung
112gebrauchtwagen.de-97,24%
2picclick.de-95,69%
3wohnungsmarkt24.de-95,58%
4redcoon.de-94,77%
5autouncle.de-94,76%
6schoener-fernsehen.com-92,04%
7iban-blz.de-90,38%
8bravofly.de-90,15%
9magistrix.de-90,08%
10gutscheinpony.de-88,05%
11informer.com-87,13%
12helpster.de-84,15%
13staufenbiel.de-84,04%
14t-mobile.de-83,79%
15moneyhouse.de-83,23%
16medizin.de-82,36%
17vk.com-82,16%
18null-provision.de-82,10%
19berlinonline.de-82,08%
20hrs.com-81,70%
21oekotest.de-81,07%
22gutscheinsammler.de-80,49%
23local24.de-80,09%
24nochoffen.de-79,49%
25disney.de-79,44%
26pension.de-79,15%
27freshideen.com-79,08%
28tumblr.com-78,63%
29herrenausstatter.de-77,12%
30raetsel-hilfe.de-77,07%
31meldebox.de-74,79%
32arbeits-abc.de-74,59%
33yumpu.com-74,00%
34odir.us-73,68%
35dooyoo.de-73,12%
36beepworld.de-72,06%
37berufe-lexikon.de-71,84%
38symptomat.de-71,66%
39gsmarena.com-71,02%
40urlm.de-70,95%
41kikisweb.de-70,74%
42pinterest.com-70,40%
43kidsweb.de-70,38%
44dielottozahlende.net-70,27%
45golocal.de-70,23%
46seitensprung-fibel.de-70,00%
47kopp-verlag.de-69,64%
48synchronkartei.de-69,56%
49grusskartenfreunde.de-68,44%
50schule-bw.de-68,00%
51kalaydo.de-67,39%
52globuliwelt.de-66,86%
53teleauskunft.de-66,30%
54dr-gumpert.de-66,28%
55gesundpedia.de-66,20%
56itwissen.info-66,01%
57was-soll-ich-wuenschen.com-65,47%
58gutefrage.net-65,22%
59geburtstagswuensche123.com-64,72%
60news.de-64,62%
61betanet.de-63,82%
62sparwelt.de-63,51%
63kaspersky.com-63,44%
64ulm.de-63,07%
65kfz-auskunft.de-62,49%
66bussgeld-info.de-61,85%
67cylex.de-61,65%
68lovelybooks.de-61,57%
69elitepartner.de-61,49%
70soft-ware.net-61,47%
71chattestdu.de-61,01%
72bmi-rechner.net-60,31%
73gpskoordinaten.de-60,20%
74hausjournal.net-59,23%
75aliexpress.com-58,86%
76schlafwelt.de-58,52%
77meine-kuendigung.de-58,51%
78motorola.de-58,47%
79freeware.de-58,31%
80wimdu.de-57,81%
81geldsparen.de-57,69%
82drbresser.de-57,67%
83krankenkasseninfo.de-57,26%
84druckertinte.de-57,15%
85outletcity.com-57,10%
86sprueche-plus-wuensche.de-56,87%
87auswaertiges-amt.de-56,73%
88supportnet.de-56,58%
89feratel.com-55,53%
90scout24.com-54,91%
91testberichte.de-54,75%
92fem.com-54,15%
93finanznachrichten.de-54,02%
94gruenderlexikon.de-53,73%
95baumkunde.de-53,40%
96devk.de-53,22%
97schnelle-online.info-53,21%
98deavita.com-53,03%
99promipool.de-52,92%
100internisten-im-netz.de-52,74%

Domains im Abwärtstrend

Wenn wir Domains suchen, die seit längerer Zeit in einem Abwärtstrend unterwegs sind, gibt es dieses Jahr eine ganze Reihe von Ergebnissen. Einige Beispiel hierfür sind helpster.de und beepworld.de.

Domains mit hausgemachten Problemen

Bei den Verlierern gibt es einige Domains, die anscheinend der Meinung sind, dass zu viel Sichtbarkeit nicht gut sein kann und diese aktiv einzudämmen versuchen. Sehr gerne während eines Seiten-Relaunches.

Hierzu gehört zum Beispiel 12gebrauchtwagen.de, bei denen die Anzahl der indexierten Seiten und die URL Struktur wohl etwas aufgeräumt wurde. Leider sind dabei viele URLs verloren gegangen, die Top-10 Rankings aufweisen konnten.

Wenn wir uns den Verlauf der rankenden URLs und Keywords anschauen, finden wir noch 3.280 Top-10 Keywords durch 1.120 Top-10 URLs am 01.05.2017, wohingegen im Dezember nur noch 78 Top-10 Keywords bei 38 Top-10 URLs übrig geblieben sind.

Eine weitere Domain dieser Kategorie gibt es mit redcoon.de. Wobei es hier eher nach einer strategischen Entscheidung aussieht, die Seite erst für eine Weile vom Netz zu nehmen und sie dann nicht mehr gegen die anderen, hauseigenen Shops mediamarkt.de und saturn.de antreten zu lassen (wer will denn schon für so uninteressante Keywords wie zB „Haushaltsgeräte günstig“ auf Position 1 ranken?).

Dann gibt es da noch die Webseite des Auswärtigen Amts der Bundesrepublik Deutschland, auswaertiges-amt.de. Hierbei handelt es sich um eine im höchsten Maße verlässliche Informationsquelle zu Sicherheitswarnungen, Visabestimmungen und Informationen zur Außen- und Europapolitik.

Bei diesem Hintergrund ist es löblich, dass das komplette Angebot jetzt verschlüsselt über HTTPS ausgeliefert wird. Leider wurde dabei der letzte Schritt wohl etwas zu schnell durchgeführt: seit Mitte November wird augenscheinlich HTTP Strict Transport Security (HSTS) angewendet. Damit werden Browser dazu angehalten, nur noch die HTTPS-Versionen der URLs aufzurufen.

Soweit so gut. Leider gab es zu diesem Zeitpunkt noch einige Seiten (die zusammen über 11 Sichtbarkeitspunkte ausgemacht haben), bei denen Google noch die HTTP-Version im Index hatte und ranken ließ. Ab dem Zeitpunkt an dem HSTS eingeschaltet wurde, werden alle URLs knallhart von http://www.auswaertiges-amt.de/… in https://www.auswaertiges-amt.de/… umgeschrieben.

Dabei kommt es dann leider dazu, dass zum Beispiel http://www.auswaertiges-amt.de/DE/EinreiseUndAufenthalt/Zuwanderungsrecht_node.html auf HTTPS weitergeleitet wird und man dort von einer 404-Seite begrüßt wird. Dabei ist das korrekte Dokument, https://www.auswaertiges-amt.de/de/einreiseundaufenthalt/zuwanderungsrecht-node, nicht weit entfernt und verfügbar. Leider wurde hier die 301-Weiterleitung (der Nachsendeauftrag unter den Status-Codes) vergessen.

Wir können nur hoffen, dass das zuständige Ressort bald darauf aufmerksam wird und diese Informationen wieder gefunden werden können.

Eine weitere Sache, die mich beim Auswertigen Amt persönlich überrascht hat, ist die Nutzung der „nosnippet“-Meta-Robots-Anweisungen auf den Unterseiten. In Anbetracht der vor kurzem stattgefundenen Ausweitung der Snippet Texte in den Suchergebnissen, wäre ich dafür, diesen Platz auch zu nutzen.

Da die Länder dem Bund natürlich in nichts nachstehen wollen, hat sich dieses Jahr das Land Baden-Württemberg freiwillig gemeldet, an unserem Jahresrückblick teilzunehmen. Mit schule-bw.de, dem Fachportal des Landesbildungsservers Baden-Württembergs, haben wir ein schönes Beispiel, warum man bei einem Relaunch nicht nur Weiterleitungen setzen, sondern diese auch durchdenken sollte.

Bei dem Relaunch Ende April 2017 wurden alle bis dato bestehenden URLs mit einer 302-Weiterleitung auf http://www.schule-bw.de/faecher-und-schularten geschickt. Einer Kategorieseite, von der aus viele Informationen der Domain erreicht werden können, wenn man sich denn durchklickt.

Da kann man es Google nicht übel nehmen, dass sie für so ein Verhalten den Ausdruck soft404 geprägt haben:
„Ihr leitet zwar von einem bestehenden Dokument auf ein anderes weiter (Status Code 3xx), dieses Dokument hat jedoch nichts mit dem ursprünglichen Inhalt zu tun. Wahrscheinlich habt ihr euch im Status Code geirrt und wolltet uns eigentlich mitteilen, dass es diese Dokumente nicht mehr gibt (Status-Code 404). Das haben wir jetzt für euch intern übernommen.“

Hier bleibt zu hoffen, dass zügig 301-Weiterleitungen von den alten URLs auf die korrekten, korrespondierenden Dokumente in der neuen URL-Struktur gesetzt werden, damit Google das Vertrauen, das die Dokumente auf der alten URL gesammelt haben, an das richtige Dokument, auf der neuen URL, weitergeben kann.

Domains die in Googles Getriebe geraten sind

Wenn wir uns die letzten Jahre anschauen, so gibt es schon seit einer Weile keine klar definier- und mit netten Tiernamen titulierbaren Google-Updates mehr. Google ändert häufig Stellschrauben aus verschiedenen Themengebieten, in einem Abwasch.

So gab es zum Beispiel Teile des ominösen Fred-Updates, welche sich mit dem Linkprofil der Domains auseinandergesetzt haben, während sich andere Teile eher mit minderwertigen Inhalten oder übermäßigen Werbeblöcken beschäftigt haben.

Egal ob Phantom-, Fred- oder Unknown-Updates, eines scheint gewiss:

Seit gut einem halben Jahr scheint Google die Update-Frequenz für diese “Unknown Google-Updates” nun auf etwa monatliche Updates beschleunigt zu haben.
Johannes Beus – SISTRIX Blog

Wenn wir in die Verliererliste schauen, so finden sich einige Domains, die bei diesen Updates keine gute Figur gemacht haben. Bei medizin.de, itwissen.info und weiteren zeigen sich Verluste, die nicht oder nur bedingt durch eigenverschulden der Domains (zB. per Relaunch) zu erklären sind.

Andere Domains haben von früheren Updates profitiert, bei denen Google jetzt die Stellschrauben herunterreguliert zu haben scheint. Die Domains kommen damit auf ähnliche Sichtbarkeitswerte, wie vor ihrem updatebedingten Anstieg. Beispiele hierfür sind zB globuliwelt.de und bmi-rechner.net.

Fazit

Hanns schrieb schon letztes Jahr bei der Liste der SEO-Verlierer 2016, dass Google einen großen Batzen Spam mit bestrafenden Updates, wie dem Penguin- und Panda-Update, aus den Suchergebnissen entfernt hat.

Seitdem ruht sich der Konzern aus Mountain View nicht aus. Sie arbeiten weiter daran, die eigenen Relevanz- und Qualitätsmetriken zu verbessern und, wenn notwendig, die Erhebung ihrer Metriken anzupassen oder komplett neue Metriken zu entwickeln.

Da die neueren Updates nicht immer nur bestrafenden Charakter haben, kann es sich also durchaus lohnen das zu tun, was viele in der SEO-Branche schon seit einer Weile predigen: Verbessert euer Angebot für die Nutzer. Denn denen möchte Google das beste Ergebnis liefern.

In diesem Sinne wünschen wir euch einen erfolgreichen Start ins neue Jahr!

Valentin
4. Januar 2018, 16:27

Spannen, Danke! Wird es, wie bei dem Gewinner-Beitrag, auch noch eine Liste der größten absoluten Verlierer geben?

5. Januar 2018, 19:10

Danke für die Erwähnung. Ich denke, dass FinanzNachrichten.de nach einem Relaunch 2018 wieder auf der Gewinner-Liste stehen wird. 🙂