SSL-Umstellung in der Toolbox tracken

Google hat schon 2014 damit begonnen, die Verschlüsselung von Webseiten über das HTTPS Protokoll zu belohnen. Im Laufe der letzten Jahre haben viele Webseitenbetreiber auf HTTPS umgestellt und auch die Entwicklung für Deutschland weist ein starkes Wachstum auf.

Verlauf des Anteils von HTTPS-Seiten an den Google-SERPs.

Ende 2017 bestehen schon fast 60% der Top100 Ergebnisse auf Google.de aus HTTPS Seiten:

Da man bei einer Umstellung auf HTTPS jedoch nicht nur einen Schalter betätigt, sondern viele technische Aspekte beachtet werden müssen, möchten wir euch in diesem Tutorial zeigen, wie Ihr die SSL-Verschlüsselung eurer Seite mit der SISTRIX Toolbox begleiten und überwachen könnt.

Das Monitoring geschieht über einen Report und ein Optimizer Projekt.

Der SSL Report

Zum Einstieg öffnen wir die zu überwachende Domain in der Toolbox und schauen uns an, ob es verschiedene Subdomains gibt, die wir überwachen müssen. Schaue hierzu bei SEO -> Hostnamen, ob neben dem www. oder non-www Host noch andere Hostnamen über Sichtbarkeit verfügen.

In unserem Beispiel, auf bahn.de, entscheiden wir uns dafür, die obersten drei Hosts zu überwachen.

Der Gesamtüberblick

Jetzt springen wir zurück auf die Domain Übersichtseite, klicken im Sichtbarkeitsindex Graphen auf das Zahnrad oben rechts und wählen „Diagramm vergleichen“.

Option "Diagramm vergleichen" in der Sichtbarkeitsindex-Verlauf Grafik.

Hier geben wir jetzt die HTTP und HTTPS Pfade für den www.bahn.de Host ein. Hierbei ist es wichtig, dass die Abfrage mit dem Protokoll (http:// oder https://) beginnt, wonach der Rest der URL folgt und die Abfrage dann mit einem abschließenden / endet.

Diagramm vergleichen Auswahlbildschirm mit http://www.bahn.de/ und https://www.bahn.de/ eingetragen.

Nun erhalten wir den Verlauf der Sichtbarkeit für beide Protokolle in einer Graphik. Auch hier nutzen wir das Zahnrad um die Box-Optionen aufzurufen und wählen „Zum Report hinzufügen“. Als Report wählen wir „Neuen Report erstellen“ und öffnen diesen dann in einem neuen Tab.

Sichtbarkeitsverläufe für das HTTP und HTTPS Protokoll des www-Hosts für bahn.de mit der Option "Zum Report hinzufügen".

Im Report selbst vergeben wir dem Report einen aussagekräftigen Titel indem wir oben links auf den Schriftzug „Mein Report“ klicken. Als nächstes schränken wir den Verlauf über die Box-Option ein; in diesem Fall reicht alles ab dem 01.01.2016. Es bietet sich an, der Box einen aussagekräftigen Titel zu geben, besonders wenn noch andere Hosts oder Verzeichnisse zum Report hinzugefügt werden.

Datumsauswahl im Report bei Verlaufsgrafiken. Als Startpunkt ist der 01.01.2016 festgelegt und als Box-Überschirft wurde "Sichtbarkeit zwischen HTTP und HTTPS - www-Host" eingetragen.

Wenn die Umstellung für Eure Domain direkt vor der Tür steht, könnt ihr den Graphen, der besseren Übersicht halber, auch auf die letzten 2 Monate eingrenzen.

Hiermit haben wir jetzt eine Übersicht der Gesamtgesundheit der Domain in der Desktopsuche geschaffen.

Da sich das Suchverhalten jedoch seit Jahren immer weiter in Richtung mobiler Endgeräte verschiebt, erstellen wir nun die gleiche Auswertung erneut, mithilfe der Mobilen Sichtbarkeit. Hierzu öffnen wir die Box Option im aktuellen Graphen und klicken auf „Diagramm vergleichen“. Über die Drop-Down Menüs vor der jeweiligen Zeile, stellen wir die Ansicht auf den Mobilen Sichtbarkeitsindex um.

Diagramm vergleichen Auswahlbildschirm mit http://www.bahn.de/ und https://www.bahn.de/ eingetragen für die mobilen Daten.

Auch diesen Graphen übernehmen wir in unseren Report (hierzu können wir jetzt den Reportnamen in der Auswahl anklicken), passen die Zeitachse entsprechend an und geben der Box einen Titel.

Die Detailansicht

Unser nächster Schritt besteht darin, die wichtigsten Verzeichnisse der Domain ausfindig zu machen und in unseren Report zu übernehmen. Hierzu könnt Ihr entweder in euren Analytics Daten nachschauen oder in der Toolbox für die komplette Domain auf SEO -> Verzeichnisse klicken.

Sollte die Umstellung schon geschehen sein, könnt ihr euch die Verzeichnis Auswertung für einen früheren Zeitpunkt anzeigen lassen, indem ihr in der Box Option auf „Anderes Datum auswählen“ klickt und dort ein Datum vor der Umstellung wählt.

Verlauf der sichtbarsten Verzeichnisse mit der Option "Anderes Datum auswählen".

Wir entscheiden uns hier, dass wir den Verlauf der drei Verzeichnisse /p/, /regional/ und /p_s/ im Auge behalten möchten.

Hierzu gehen wir genau wie bei dem Gesamtüberblick vor und erstellen jeweils einen Vergleichsgraphen pro Verzeichnis für Desktop (oberes Bild) und Mobile (unten).

Sichbarkeitsverlauf Desktop für das /p/ Verzeichnis auf www.bahn.de für HTTP und HTTPS.
Sichbarkeitsverlauf Mobile für das /p/ Verzeichnis auf www.bahn.de für HTTP und HTTPS.

Gibt es eine größere Menge an Verzeichnissen, die Ihr überwachen möchtet, könnt Ihr natürlich die Desktop und Mobile Verläufe alle in einem einzelnen Graphen unterbringen.

Auswahlbildschirm zum Vergleich von vier Verzeichnissen. Hier, das /p/ Verzeichnis auf www.bahn.de, jeweils für HTTP und HTTPS, im mobile und desktop Index.

Der SSL Report: Fazit

Der Report kann jetzt noch um weitere Textelemente erweitert werden. Dies macht besonders dann Sinn, wenn mehrere Parteien auf diesen zugreifen sollen. Hier kann dann kurz in Freitextfeldern erklärt werden, was genau im Report abgedeckt wird. Informationen zu den Designmöglichkeiten der Reports in der SISTRIX Toolbox findet ihr in unserem Tutorial „PDF-Reporte: Konfiguration & Anpassung

Nachdem wir den Report nach unseren Wünschen angepasst haben, lassen wir uns diesen nun automatisiert einmal die Woche zusenden. Durch den automatischen Versand werden die Reports im Archiv gespeichert und es lassen sich so jederzeit die Veränderungen für eine bestimmte Woche nachvollziehen.

Den Beispielreport für sistrix.de könnt ihr hier herunterladen.

Der rankende URL Check

Nachdem ihr die Umstellung auf HTTPS vollzogen habt, muss Google die jeweiligen HTTP Seiten erneut crawlen und die dort gesetzten 301-Weiterleitungen auf die HTTPS Versionen finden. Eine einfache Möglichkeit diesen Fortschritt zu prüfen, besteht darin zu schauen, welche Protokoll-Version Google in den Suchergebnissen ausgibt.

Nach einer bestimmten Übergangsphase, die abhängig von der Größe der Seite gerne auch bis zu einem halben Jahr dauern kann, sollte Google nur noch HTTPS Seiten in den Suchergebnissen ausliefern.

Dies können wir uns zu Nutze machen, indem wir für die Domain (in unserem Fall sistrix.de) auf SEO -> URLs gehen und dort den vorgefertigten Filter „Ohne SSL“ aktivieren. Wir bekommen nun eine Liste mit allen URLs, die von Google auf den Suchergebnisseiten angezeigt werden, jedoch kein HTTPS Protokoll nutzen.

Übersicht der gefundenen URLs für bahn.de mit dem eingestellten Filter "ohne SSL".

Zum Start der Umstellung wird die Liste sehr wahrscheinlich noch lang sein. Mit der Zeit sollte diese Liste jedoch immer kürzer werden und, im Idealfall, nach spätestens 6 Monaten keine Ergebnisse mehr enthalten.

Die technische Prüfung im Optimizer

Falls ihr für die zu überwachende Domain noch kein Optimizer Projekt erstellt habt, lohnt es sich, unser Tutorial zur Erstellung eines Optimizer Projekts anzuschauen.

Im Projekt selbst können wir den Expertenmodus und die dort verfügbaren Filter nutzen, um zwei wichtige technische Gegebenheiten zu prüfen.

HTTP Seiten ohne Weiterleitungen

Im Idealfall sollte es nach der Umstellung auf HTTPS keine HTTP Seite auf eurer Domain geben, die einen Status Code 200 (OK) zurück gibt. Alle HTTP Seiten sollten per 301 Weiterleitung auf deren HTTPS Pendant verweisen.

Um dies zu prüfen, geht ihr im Optimizer in den Expertenmodus und legt dort einen URL-Filter für „http:“ und einen Status-Code-Filter für „nicht 301“ an.

Optimizer Expertenmodus-Unterpunkt URLs mit Filtern "URL enthält http://" und "HTTP-Statuscode enthält nicht 301".

Hier erhaltet ihr dann eine Liste, aller beim Crawl gefundenen URLs der Domain, die http: in der URL verwenden und einen anderen Status Code als 301 ausgeben. In der Liste findet ihr jetzt alle URLs die nicht korrekt (oder bei einem 404 oder 200 Status Code, gar nicht) weitergeleitet wurden und geprüft werden müssen.

Interne Links mit Weiterleitungen

Wenn es um interne Links auf einer Domain geht, gibt es keinen vertretbaren Grund, warum diese durch eine, oder sogar mehrere, Weiterleitungen geschickt werden.

Über die internen Links habt ihr die absolute Kontrolle und könnt hier dem Nutzer und Google die Zeit sparen, die eine Weiterleitung mit sich bringt.

Im Expertenmodus wechselt ihr oben rechts bitte auf „Links“, womit ihr die Tabelle der im Crawl gefundenen internen und externen Links erreicht, und fügt diese beiden Filter hinzu:

Optimizer Expertenmodus-Unterpunkt Links mit Filtern "Typ: INT" und "HTTP-Statuscode enthält nicht 200".

Durch den Type Filter definiert ihr dass Ihr nur INTerne Links sehen möchtet und durch den „nicht 200“ Status Code Filter stellt ihr sicher, dass ihr alle möglichen, abweichenden Status Codes erwischt (egal ob 301, 302, 307, 404, 410 oder sogar 418).

Fazit

Ihr könnte das SEO Modul und den Optimizer nutzen, um die Umstellung eurer Domain von HTTP auf HTTPS zu begleiten und zu überwachen. Das automatische Reporting ermöglicht dabei einen wöchentlichen Überblick über die Sichtbarkeit der Domain bei Google.