PageRank: Was war diese historische Kennzahl?

Einstmals bewertete Google den Wert einer Webseite über die darauf verweisenden Links. Dieser PageRank-Algorithmus war die Grundlage für SEO, Basis für den Erfolg der Suchmaschine und vielen ein Dorn im Auge. Wir erklären dir, was du heute noch aus dieser historischen Kennzahl lernen kannst.

Der PageRank, benannt nach Google-Gründer Larry Page, folgte einer grundsätzlich richtigen Idee: Da das Internet ein Netzwerk ist, sollten wichtige Webseiten als Knotenpunkte in diesem Netzwerk mit einer höheren Sichtbarkeit in den Google-Suchergebnissen belohnt werden.

Der Wert ergab sich aus der Anzahl an Links, die auf diese Seite verwiesen. Der PageRank als grundlegender Algorithmus von Google wurde 1997 zum Patent angemeldet und bestimmte die Verlinkungsdichte mit einem Wert von 1 bis 10. Dabei war nicht nur die Anzahl der Links wichtig.

Auch der PageRank der verlinkenden Seite entschied über die Einordnung. Je prominenter die verlinkende Seite war, desto mehr strahlte dieses Image auf die gemessene Seite. Nutzer konnten den PageRank einer Seite ab 2000 in der Toolbar ihres Browsers ablesen. 

Warum wurde der PageRank eingestellt?

Mit dem PageRank schlug die Stunde von SEO – im Guten wie im Schlechten. Da es sich beim PageRank um eine vorrangig quantitative Einordnung handelte (auch wenn qualitative Faktoren eine Rolle spielten), bemühten sich Seitenanbieter, die Verlinkungen auf ihre Webseiten mit aller Macht zu erhöhen. Daher tauchten Network-Seiten auf, die keine andere Aufgabe (oder Content) hatten, als auf bezahlende Seiten zu verlinken.

Das löste massive Kritik aus – vor allem von Seitenbetreibern, die sich mit Linkfarmen nicht einlassen wollten oder konnten. Zwar war der PageRank nie der einzige Rankingfaktor, aber er war am einfachsten manipulierbar, wurde deswegen besonders aufgegriffen und kommerziell ausgebeutet – was ihn letztendlich zu einem der wichtigsten Faktoren machte. 

Unterschwellig begann mit der „Kontroverse“ um den PageRank bereits früh die Diskussion um den Wert von Content, der sich über die Linkdichte natürlich nicht abbilden ließ.

Dabei spielte auch die Vererbbarkeit von Linkjuice auf entscheidende Unterseiten eine wichtige Rolle. Der Nofollow-Tag sollte ab 2005 einige der Probleme um Linkstrukturen beenden.

Da auch diese Maßnahme nicht den erhofften Effekt hatte, wurde der PageRank von Google ohne große Ankündigungen eingestellt. Firefox erhielt schon 2011 keine PageRank-Updates mehr, der Internet Explorer wurde letztmalig 2013 aktualisiert.

Der Todeszeitpunkt des PageRanks liegt im Jahr 2016, als Google das Aus verkündete. Allerdings nur für die Öffentlichkeit …

Was ist vom PageRank heute noch wichtig?

Es wäre auch heute undenkbar, das Google-Ranking einer Seite ohne die darauf verweisenden Links zu betrachten. (Externe) Backlinks sind das Rückgrat der Offpage-Optimierung, für interne Links lässt sich der Linkjuice als Stärkeindikator externer Verlinkungen vererben.

Der PageRank mag nicht mehr als Skala in der Toolbar auftauchen, wird aber von Google weiterhin benutzt und hat von seiner ursprünglichen Bedeutung nicht viel eingebüßt. Der Charakter ist jedoch stärker in andere Rankingfaktoren eingebettet und wird mit qualitativen Aspekten verknüpft.

Fazit

Der PageRank ist tot, es lebe der PageRank: Tools für die Google-Optimierung besitzen nicht umsonst Methoden zum Auffinden der besten Linkquellen. Der Netzwerkgedanke des Internets ist nämlich wichtiger als je zuvor