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IndexWatch 06/2009

Die Hälfte des Jahres ist rum, wir sind auf der Zielgeraden Richtung Weihnachten. Hier sind die aktuellen IndexWatch-Zahlen für den vergangenen Monat, los geht es wie gewohnt mit den Gewinnern im Googleindex:

Gewinner
#DomainVeränderung
1weg24.de> +1.000%Domaininfo
2travel-links.de> +1.000%Domaininfo
3over-blog.de> +1.000%Domaininfo
4doesntexist.org> +1.000%Domaininfo
5readster.de> +1.000%Domaininfo
6isik.de> +1.000%Domaininfo
7kelkoo.de> +1.000%Domaininfo
8counter-gratis.com> +1.000%Domaininfo
9fluege.de> +1.000%Domaininfo
10simplyhired.de+536%Domaininfo
11infopirat.com+440%Domaininfo
12linguee.de+417%Domaininfo
13beate-uhse.com+367%Domaininfo
14viamichelin.ch+290%Domaininfo
15bluray-disc.de+246%Domaininfo

Zu den Gewinnern zählen (abermals) Reiseseiten sowie Parasite-Hosting-Domains: over-blog.de ist ein Bloghosting-Service, der in den letzten Wochen dank einiger "Nutzer" stark zu legen konnte, doesntexist.org ist eine Domain von DynDns, die kostenlose Subdomains vergeben und rankt nun für Worte, von denen ich noch nie gehört habe. Gerüchteweise hat sowas vor einigen Jahren schon mal recht gut funktioniert, jetzt bin ich mir aber sicher, dass Google das recht zügig unterbinden wird. Es sind auch einige Domains aus einer Google-Penalty entkommen (Sichtbarkeitsindex): kelkoo.de, readster.de und infopirat.com - warten wir mal ab, wie lange es bei denen dauert, bis sie wieder drin sind.

Beate-uhse.com bei den Gewinner beziehungsweise Beate-uhse.de bei den Verlierern ist ein schönes Beispiel für Duplicate-Content und wie Google damit umgeht. Offenbar waren die Inhalte der "www"-Subdomain eine Zeit lang unter beiden Domains erreichbar und Google hat sich für ein paar Wochen entschieden, lieber die .de zu listen, jetzt sieht es wieder andersrum aus. Mittlerweile scheint das Problem behoben, mit dem Sichtbarkeitsindex für diese beiden Hostnamen kann man das trotzdem schön nachvollziehen.


Bei den Verlierern dieses mal ein bunt gemischtes Bild. Bei vielen der gelisteten Domains würde ich auf falsches Linkbuilding als Ursache tippen. Dass Methoden von 2004 heute nicht mehr funktionieren und von Google entsprechend sanktioniert werden, sollte sich eigentlich bis in den letzten Winkel des Internets herumgesprochen haben, trotzdem erstaunlich, wie viele es noch immer versuchen und damit über kurz oder lang vor die (Penalty)-Wand laufen.

Truveo.com ist eine Metasuchmaschine für Videos, die verschiedene Videoportal wie YouTube durchsucht. Leider scheint man dort nicht gelesen zu haben, dass Google nur ungerne "SERPs-in-SERPs" listet - jetzt wurde es anscheinend manuell ausgelistet.

Kundenserver.de ist eine Servicedomain des Webhosters 1&1, dort werden unter der Subdomain "ssl.kundenserver.de" HTTPS-verschlüsselte Seiten bereit gestellt, wenn der Domaineigentümer sich kein eigenes Zertifikat leisten will/kann. Diese Seiten haben auch eine ganze Zeit lang recht gut geranked, waren es in der Regel doch "normale" Shops, die alle etwas von der Power der Domain profitiert haben. Vor einigen Wochen war damit allerdings Schluß, das kann man hier am Sichtbarkeitsindex des Hostnamens gut nachvollziehen. Etwas plastischer wird das an diesem Beispiel: hier sind die Rankings zum Keyword "Lebensversicherung Kaufen" für drei Domains aufgezeichnet, die grüne Linie ist die Kundenserver.de-Domain. War durchgehend auf Platz 1 und von einem Tag auf den anderen war es vorbei mit dem Ranking. Den Grund kann ich nicht so richtig nachvollziehen, die Seiten sind wohl alle noch im Index, Google mag sie nur nicht mehr.
Johannes Beus - 01.07.2009 16:33 - Kommentare 9 Kommentare

Google enteignet Burda, oder?

Hubert Burda hat sich in der FAZ öffentlich beschwert: Suchmaschinen wie Google würden die Content-Produzenten "schleichend enteignen". Die Argumentation geht folgendermaßen: während Qualitätsmedien (Burda produziert übrigens auch Superillu und Glücks-Revue) für viel Geld tolle Inhalte erschaffen, würden Suchmaschinen diese Inhalte übernehmen und einen Großteil der Werbeerlöse einstreichen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass ihm das gerade während einer extremen Wirtschafts- und folglich auch (Print)-Werbekrise einfällt. Um das zu ändern, fordert er nun Hilfe vom Staat: dieser möge Gesetze doch bitte so anpassen, dass Verlage einen größeren Anteil an den Erlösen erhalten. Dass ihm als Vorbild da gerade die Musikindustrie einfällt, war vielleicht nicht so ganz geschickt.

Es ist nicht einfach, auf solche Artikel angemessen zu antworten - mögen sie in sich vielleicht noch schlüssig sein, spricht aus ihnen doch deutlich das Selbstverständnis der Verlage der Nachkriegszeit. Daraus, dass im Printmarkt lange Zeit zweistellige Renditen möglich waren, ergibt sich kein Anspruch, dass dies in diesem neuen Intarweb auch so sein muss. Entwicklungen wurde jahrelang verschlafen und jetzt, wo der Kuchen verteilt ist, merkt man, dass man nicht so gut wegkommt, wie gewohnt.

Dabei gibt es wohl keine andere Branche, die von Google so bevorzugt behandelt wird, wie Verlage: ACAP, eine Art deutlich erweiterte robots.txt wurde in enger Zusammenarbeit mit den Verlagen erstellt und auch Möglichkeiten wie "First-Click-Free" kommen Contentproduzenten sehr weit entgegen. Trotzdem scheint es noch immer einfacher, die Fehler nicht bei sich selber zu suchen, sondern Google verantwortlich zu machen. Dass es auch anders geht, zeigt Chris Anderson von Wired: "I consider that a gift, but newspapers consider it theft."
Johannes Beus - 01.07.2009 12:24 - Kommentare 17 Kommentare

Keyworddichte: relevante SEO-Basics oder vernachlässigbare Vergangenheit?

An der Keyworddichte als Rankingfaktor scheiden sich die Geister: für die einen ist sie ein Blick zurück auf den Anfang dieses Jahrtausends als häufiges Wiederholen des Keywords im Text und Dateinamen einen bei Fireball wirklich weit nach vorne brachte, für die anderen ist der prozentuale Anteil, den das Keyword an einem Fließtext ausmacht noch heute täglicher Maßstab ihrer SEO-Arbeit. Da die Wahrheit, wie so häufig, irgendwo zwischen diesen beiden Extremen liegen wird, habe ich mir ein paar Gedanken zur Keyworddichte gemacht und versuche, ihr anhand eines Tests - zumindest teilweise - auf den Grund gehen zu können.

Die Grundüberlegung für folgenden Test war, dass Google Seiten, die einen höheren Wert haben, besser rankt, als solche mit einer niedrigen Keyworddichte (unter der Bedingung, dass alle anderen Faktoren gleich sind). Darauf aufbauend habe ich diesen Test aufgesetzt: eine Menge sinnloser Fließtexte, die sich einzig in der Keyworddichte unterscheiden – hier sind alle Werte zwischen 0,1 und 10% vorhanden. Alle anderen möglichen Faktoren habe ich versucht gleich zu halten. Von Interesse ist nun: welche Seiten stehen bei der Suche nach dem Keyword vorne? Überraschenderweise sind es wirklich die Texte mit einer möglichst hohen Keyworddichte: auf der ersten Seite findet sich alles zwischen 7,0 und 9,8%. Schaut man sich das Ganze mal für die ersten 60 Positionen an, so sieht das so aus:

Keyworddichte

Auf den ersten Blick eine relativ klare Sache: je höher die Keyworddichte, desto besser. Hm, wär' zu einfach, oder? Leider richtig. Als ich nämlich den Rest der Ergebnisse in meine Excel-Tabelle eingetragen habe, kam folgendes Ergebnis raus:

Keyworddichte

Sieht jenseits von Position 60 erstmal ganz schön wüst aus. Meine Erklärung ist nun folgende: Wie bekannt, versucht Google Manipulationen der SERPs zu unterbinden. Dafür gibt es vielfältige Möglichkeiten, die allseits bekannten „Filter“ sind eine davon. Fällt eine Seite – durch was auch immer – ausreichend negativ auf, geht es erst einmal nach hinten. Die „Strafversetzung“ auf die Plätze jenseits der 60 ist als Strafe beliebt, man spricht auch von einer „Penalty +60“. Genau das scheint hier der Fall zu sein. Die Seiten haben es, weswegen auch immer, in einen oder mehrere Filter geschafft und wurden nach hinten durchsortiert. Vor einiger Zeit habe ich unter dem Titel "Ist das noch normal?" etwas dazu geschrieben, wie Google Abkehrungen von der „Normalität“ im Index erkennen kann, vielleicht trifft das ja hier zu.

Welche Schlüsse ergeben sich nun aus diesem Test? Zum einen ist die Keyworddichte klar ein Rankingfaktor. Mehr ist hier gleich besser, ein Limit nach oben scheint es in (sinnvollen) Grenzen erstmal nicht zu geben. Allerdings besteht mit zunehmender Keyworddichte eine deutlich erhöhte die Gefahr, dass die Seite deswegen in einen Filter gerät und nach hinten durchgereicht wird – ein Wert zwischen 1,0% und 4,0% liegen nach diesem Test innerhalb der sicheren Parameter und ich würde mich ehrlich gesagt auch wundern, wenn man diesen Wert in einem gut lesbaren Fließtext sinnvoll überschreiten könnte.
Johannes Beus - 24.06.2009 22:12 - Kommentare 33 Kommentare

PageRank-Update 06/2009

Google ist eine Diva. Keinen Monat nach dem letzten Update wurden heute Nacht schon wieder neue PageRank-Werte an die Datencenter verteilt. Scheint fast so, als wollte man wieder auf den "alten", monatlichen Rhythmus zurück. Die neuen Werte sind mittlerweile auf fast allen Datencentern angekommen und sollten so auch in der Toolbar sichtbar sein.

Die Verschiebungen sind etwas geringer als beim letzten Update - das dürfte aber auch nicht weiter verwundern, wenn man im Hinterkopf behält, dass die Zwischenzeit deutlich geringer war. Zu den Veränderungen bei bekannten Domains zählt zum Beispiel, dass abobe.com seinen PR10 auf der Startseite verloren hat, dafür Domains wie zdf.de oder ard.de jeweils einen Punkt von PR7 auf PR8 gewonnen haben. Verwunderlich ist der starke Absturz von Immowelt.de - hier ging es von PR7 (wieder) auf PR4 runter.
Johannes Beus - 24.06.2009 11:47 - Kommentare 24 Kommentare

Noodp nicht über X-Robots-Header

Eigentlich ist das Thema keinen eigenen Blogpost wert, aber für die paar Twitter-Zeichen dann doch wieder zu lang. Die großen Suchmaschinen (ließ: "Google") haben vor einiger Zeit die Möglichkeit eröffnet, Anweisungen an den Crawler nicht nur in einen Meta-Tag, sondern auch in den HTTP-Header zu packen. Hier hatte ich zu dem Thema mal etwas geschrieben. Das funktioniert im Prinzip auch wunderbar, ich nutze das Feature gerne und häufig.

Heute ist mir jedoch aufgefallen, dass die Umsetzung wohl nicht so ganz sauber implementiert ist: während Anweisungen wie "noarchive" problemlos umgesetzt werden, ignoriert Google ein "noodp", das dafür sorgen soll, dass das Snippet aus dem Seiteninhalt und nicht mit dem Dmoz-Text erstellt werden soll. Schön sehen kann man das hier im Blog, zuerst die HTTP-Header mit der X-Robots-Anweisung:

NoOdp via X-Robots-Header

Und hier das aktuelle Snippet aus den Google-SERPs zu SEO-Blog mit dem Text aus dem Dmoz:

NoOdp via X-Robots-Header

Fehler oder gewollt? Mir fällt jedenfalls kein plausibler Grund für zweitere Möglichkeit ein.
Johannes Beus - 16.06.2009 11:54 - Kommentare 13 Kommentare

PageRank Sculpting

Nachdem Matt Cutts jetzt in einem Blogpost seine Sichtweise zum PageRank Sculpting etwas ausführlicher dargelegt hat, ist es an der Zeit, die Diskussion zusammenzufassen und Schlüsse zu ziehen. Die Idee des PageRank Sculpting, also der gezielten Steuerung von PageRank innerhalb einer Seite, kam vor rund zwei Jahren auf - ich habe damals unter dem Titel "Steuerung der internen Verlinkung mit nofollow" etwas dazu geschrieben. Der Grundgedanke ist, dass man den vorhandenen PageRank (im kommenden synonym für "Linkjuice" verwendet) auf die wichtigen Teile eine Webseite lenkt und Seitentypen wie das Impressum ausklammert. Dabei war die Theorie, dass Google den PageRank zwischen den Links einer Seite gleich verteilt. Wenn man also weniger Links hat, die Übriggebliebenen mehr PageRank erhalten. Da die Entfernung von Links aus Usability-Sicht häufig unschön ist, hat man sich das Nofollow-Attribut zunutze gemacht.

Änderung der Spielregeln
Jetzt hat Google über sein Sprachrohr Cutts postuliert, dass sich die Regeln geändert haben: Wurde früher der PageRank zwischen allen Links verteilt, die nicht mit Nofollow gekennzeichnet waren, wird er laut des Blogpostings seit rund einem Jahr unter allen Links verteilt - nur vererben die Nofollow-Links naturgemäß nichts und der PageRank läuft dort ins Leere. Zur Veranschaulichung hier der Status vor und nachher:

PageRank Sculpting

Während der Nofollow-Link vorher in die Verteilung des PageRanks nicht eingerechnet wurde, die zu verteilende Kraft also durch vier geteilt wurde, sieht das nun anders aus: auch der Nofollow-Link erhält rechnerisch seinen Anteil, dieser wird, eben wegen des Nofollow-Attributes, aber nicht zugeordnet sondern "verschwindet".

Auswirkungen & Folgen
Welche Auswirkungen hat diese Änderung nun? Seiten, die PageRank Sculpting im "milden" Maßstab angewendet haben, um Seiten wie das Impressum, den Einkaufskorb oder ähnliche Seiten nicht mit PageRank zu versorgen, brauchen keine Änderungen vorzunehmen - dort hat es nach wie vor keinen Sinn, PageRank anzuhäufen.

Projekte, die Defizite in der Seitenstruktur haben und diese bislang durch (massiven) Einsatz Nofollow-Links beheben konnten, werden nun umdenken müssen: für diese Seiten führt kein Weg an grundlegenden Änderungen vorbei, um die Steuerung des Linkjuices durch den Aufbau der Seite und nicht mehr durch Weglassen von Verlinkungen herzustellen (Jens hat dazu schlaue Worte geschrieben). Von Versuchen mit Links, die in JavaScript oder Flash versteckt werden halte ich in diesem Zusammenhang übrigens nicht so viel: Google hat die Regeln geändert also bringt es nichts, ein Schlupfloch zu suchen, da auch dieses irgendwann gefunden und geschlossen wird.

Als (sehr) problematisch wird sich in meinen Augen die Änderung auf das Zulassen von externen Links auswirken. War es bislang so, dass die Wertigkeit eines vor mir in einem Blogposting gesetzten Links nicht von der Anzahl der Kommentare verändert wurde, scheint dies nun der Fall: mit jedem Kommentar (=Nofollow-Link) wird der gesetzte Link weniger wert. Mir ist das in diesem Fall zwar reichlich egal, ich bin mir aber sicher, dass wir in Zukunft eine Vielzahl von Blogs, Foren und ähnlichen Seitentypen sehen werden, bei denen die Verlinkung nach außen eingeschränkt wird.
Johannes Beus - 16.06.2009 11:15 - Kommentare 33 Kommentare

Vergrößert Google seinen (primären) Index?

Eigentlich sind die Zeiten, in denen die Suchmaschinenrivalen mit der Größe ihres Suchindexes zu imponieren versuchten, Vergangenheit: Google hat vor rund einem Jahr erklärt, man habe nun die Schallmauer von einer Billionen URLs, die der Crawler im Internet entdeckt habe. Seitdem war es an der Indexgrößenfront relativ ruhig und auch die üblichen Indikatoren haben keine signifikanten Änderungen angezeigt.

In den letzten Tagen schlägt allerdings einer dieser Indikatoren nach oben aus: Eine „Site-Abfrage“ ergibt bei einer Vielzahl von Domains und Verzeichnissen neuerdings deutlich gesteigerte Werte im Vergleich zu den Angaben des Monats zuvor: wenn die Zahlen von Amazon.de um 164%, die von Spiegel.de um 157% und die von faz.net gar um 452% steigen, so wird das kein Zufall sein.

Für mich gibt es dazu derzeit zwei mögliche Erklärungen: zum einen kann es sein, dass Google die Art oder die Grundlage, wie diese „Schätzung“ der Trefferanzahl bei Site-Abfragen durchgeführt wird, verändert hat. Halte ich für eher unwahrscheinlich, da die Veränderung nicht schlagartig sondern kontinuierlich über den letzten Monat passiert sind.

Zum anderen könnte ich mir vorstellen, dass es für Google mal wieder an der Zeit ist, den Index zu vergrößern. Einige werde sich erinnern können, vor längerer Zeit hatte Google auch nach außen zwei unterschiedliche Indexe: einen „normalen“ für aktuelle und häufig benötigte Inhalte und einen sogenannten „Supplemental Index“ für den Rest. Im Zuge eines Infrastruktur-Updates ist diese klare Trennung (nach außen) jetzt zwar entfallen, es würde mich trotzdem stark überraschen, wenn intern nicht doch noch mit unterschiedlichen Klassifizierungen gearbeitet würde. Geht man jetzt davon aus, dass bei der Site-Abfrage (hauptsächlich?) die Ergebnisse aus dem ersten Index gezählt werden, so kann der Anstieg der Zahlen ein Indiz dafür sein, dass Google diesen Teil des Indexes vergrößert und dort mehr Seiten aufnimmt beziehungsweise aus den anderen Teilen „hochhievt“.
Johannes Beus - 08.06.2009 23:10 - Kommentare 19 Kommentare

IndexWatch 05/2009

Mal wieder ein Monat vorbei, hier sind die aktuellen IndexWatch-Zahlen. Nur kurz zu Erinnerung: die Tabellen basieren auf dem Sichtbarkeitsindex und geben Auf- und Absteiger im (organischen) Googleindex wieder. Wie gewohnt, hier zuerst die Gewinner:

Gewinner
#DomainVeränderung
1linguee.de+1.000%Domaininfo
2bizrate.de+1.000%Domaininfo
3reise.de+1.000%Domaininfo
4tiscover.com+564%Domaininfo
5servicepoint.de+454%Domaininfo
6fondsdiscount.de+196%Domaininfo
7touristikpresse.net+192%Domaininfo
8euroeyes.de+178%Domaininfo
9wetter.info+146%Domaininfo
10misterspex.de+145%Domaininfo
11kinkaa.de+135%Domaininfo
12sprueche-universum.de+124%Domaininfo
13hot-maps.de+109%Domaininfo
14kaeuferportal.de+107%Domaininfo
15bab.la+103%Domaininfo

Reise.de hat sich offenbar von einer Penalty erholt, die vermutlich wegen des zu schnellen Link- und Rankingwachstums in den Wochen davor aus heiterem Himmel kam. Hot-Maps hat nach starkem Verlust im Juli 2008 nun wieder etwas gewonnen, das Thema ist Dank der Universal-Search-Integrationen von Google Maps aber wohl sowieso nervig genug. Ansonsten scheinen mir die Ursachen bei den meisten Gewinnern in (hoffentlich) solider SEO-Arbeit zu liegen, wir werden sehen. Nun zu den Verlierern des letzten Monats:


Bei den Verlierern scheint Google sich mal wieder das ein oder andere nicht komplett organisch gewachsene Linknetzwerk vorgenommen zu haben: der überproportional große Anteil an Reiseseiten deutet jedenfalls darauf hin. Viele Domains, die bereits in der Vergangenheit bereits eine Penalty hatten, erwischt es nun erneut.
Johannes Beus - 02.06.2009 09:20 - Kommentare 12 Kommentare

SEO-Stammtisch Bonn

Die meisten Konferenzen und Treffen vor der Sommerpause sind durch, es ist also mal wieder Zeit für einen SEO-Stammtisch in Bonn. Als Termin habe ich mir Donnerstag, den 18.06. rausgesucht. Willkommen ist jeder, der Interesse an dem Thema hat und sich nicht komplett daneben benimmt :-) Wer teilnehmen möchte, nutzt bitte die Anmeldung. Genauere Informationen gibt es dann ein paar Tage vorher per E-Mail.
Johannes Beus - 02.06.2009 09:06 - Kommentare 12 Kommentare

Bing – ein erster Einblick

Jetzt ist es also raus: Microsoft wird nicht unter dem Namen „Kumo“, sondern mit „Bing“ einen erneuten Anlauf gegen den monopolartigen Marktanteil von Google wagen. In meinen Augen ist die Namenswahl zwar nicht perfekt aber allemal besser als das bisherige „Live Search“.

Gleich vorneweg: Bing ist kein „Google Killer“. Microsoft hat mit Bing eine Suchmaschine mit solider Ergebnisqualität geschaffen, die in weiten Teilen zu Google aufholt, den Markführer aber nur in wenigen Gebieten überholen kann. Ich hatte die Gelegenheit, bereits vor Launch einen Einblick zu erhalten und möchte einige der Features und neuen Ideen anhand von Screenshots zeigen. Los geht es mit der Startseite; dort wird das „Hintergrundbild“ offenbar jeden Tag ausgewechselt, so dass etwas Abwechslung rein kommt:


Leider macht Microsoft erneut den gleichen Fehler wie die Jahre zuvor: Bing funktioniert derzeit nur in den USA so, wie geplant. Weitere, nicht ganz unwichtige Märkte wie auch Deutschland müssen sich mit einer deutlich reduzierten Version zufrieden geben, die eher an die bisherige Live-Suche erinnert. Man arbeite mit Hochdruck an der Umsetzung, bis zum Launch werde dies allerdings nichts mehr. Die folgenden Screenshots sind also aus Bing (US) und mit der Hoffnung verbunden, dass wir die Features in absehbarer Zeit auch in Europa erhalten.

Bei der Suche nach „Bonn“ (hier der Screenshot der kompletten Seite, 325kb) fällt zuerst auf, dass die Ergebnisse zweispaltig angeordnet sind. Links werden neben den eigentlich Ergebnissen weitere Eingrenzungen angezeigt – wenn, wie bei diesem Beispiel, besonders Passende gefunden werden, werden sie wie eine Navigation sortiert (Images, Map, Weather, usw.), ansonsten gibt es nur die „Related Searches“. Unter diesen gibt es dann noch die letzten paar Suchanfragen, die man abgesetzt hat, um schnell wieder zurück zu springen. Vorbildlich, dass man die Speicherung direkt dort deaktivieren kann, bei Google muss man sich, um die nervige Webhistory auszustellen durch zahlreiche Menüs angeln.

Die eigentlichen SERPs, eingerahmt von deutlich gekennzeichneten Anzeigen, beginnen mit fünf passenden Bildern aus der Imagesuche. Direkt dort kann man die Suche weiter eingrenzen und nur besonders große oder Bilder in schwarz/weiß auswählen.



Darauf folgend fünf Ergebnisse aus dem „normalen“ Index. Bei Treffern von Wikipedia hat Microsoft sich etwas Neues einfallen lassen: anstelle der klassischen Cache-Version gibt es einen Link auf die Wikipedia-Inhalte im Bing-Layout, als „Enhanced View“ gekennzeichnet; dieser ist auch in der Navigation unter „Reference“ verlinkt. Wenn man mit der Maus über einem der Ergebnisse ist, erscheint rechts daneben die Fortsetzung des Textsnippets aus den SERPs. Eine gute Ideen aus Suchmaschinensicht, Seitenbetreibern müssen sich allerdings etwas einfallen lassen, um den relevanten Content noch weiter zu verteilen, so dass Suchende überhaupt noch einen Grund zum Klicken haben und die Antworten nicht direkt in den SERPs finden.



Nach diesen fünf Treffern werden jeweils drei Treffer aus den Suchen, die in der Navigation schon hervorgehoben wurden angezeigt: Bonn Maps, Bonn Weather, Bonn Airport, Bonn Hotels und Bonn History. Gefällt mir aus Nutzersicht gut, da die Vielfalt der Ergebnisse so deutlich gesteigert wird, ist aus SEO-Sicht natürlich nicht so schön, da mehr denn je gilt: nur die Plätze 1-3 zählen. Weitere Lösungen sind teilweise sehr nah an das große Vorbild angelehnt: die Anzeige der lokalen Treffer bei „Bonn Hotels“ dürfte dem Google-Nutzer bekannt vorkommen und auch die Integration der Wetterdaten sind nicht gänzlich unbekannt. Der Shoppingbereich, der bei dieser Suche (sinnvollerweise) nicht angezeigt wird, wird durch die Integration der Daten von Ciao, das Microsoft letztes Jahr gekauft hat, sehr schön angereichert: Preise, Meinungen, Vergleiche, in den USA auch die beliebten Cashbacks.

Alles in allem eine deutliche Weiterentwicklung zum bisherigen Stand der Microsoft Suchmaschine und wenn die schönen neuen Featues, die wir bislang nur in den USA bewundern dürfen, nun auch ihren Weg über den Atlantik finden, kann ich mir in Kombination mit dem bereits kolportierten großen Werbeetat, den Microsoft für Bing zur Verfügung stellt, vorstellen, dass der Marktanteil auch hier deutlich wächst.
Johannes Beus - 29.05.2009 10:30 - Kommentare 23 Kommentare